Kirche

Pfarrer und Schatzmeister treten für Kirche in die Pedale

Pfarrerin Sabine Maiwald-Humbert freut sich auf die Renovierung der Friedenskirche. Sie verabschiedet die beiden Radfahrer an diesem Sonntag im 11-Uhr-Gottesdienst und gibt ihnen den „Reise-Segen“. Foto:Barbaras Zabka

Pfarrerin Sabine Maiwald-Humbert freut sich auf die Renovierung der Friedenskirche. Sie verabschiedet die beiden Radfahrer an diesem Sonntag im 11-Uhr-Gottesdienst und gibt ihnen den „Reise-Segen“. Foto:Barbaras Zabka

Witten.   Claus Humbert radelt mit dem Schatzmeister der Ev. Gemeinde Annen nach Potsdam. Die Spenden für die Radtour fließen in die Renovierung.

Die Renovierung der Friedenskirche ist ein Kraftakt. 300 000 Euro wird sie über den dicken Daumen kosten, wenn alle Wünsche umgesetzt werden. Ein Kraftakt anderer Art ist es, mit dem Fahrrad von Annen nach Potsdam zu fahren.

Pfarrer Claus Humbert und Ulrich Asmus, Schatzmeister der evangelischen Kirchengemeinde Annen, verbinden das eine mit dem anderen. Sie schwingen sich aufs Rad und strampeln 500 Kilometer von Friedenskirche zu Friedenskirche: von der oben an der Ardeystraße bis zu der in Potsdam – die liegt dort malerisch am berühmten Park von Schloss Sanssouci.

„Wir wollen diese Kirche fit machen für die Zukunft. Sie ist uns etwas wert und deshalb wollen wir uns auch selbst dafür reinhängen“, beschreibt Humbert die Beweggründe für die Tour. Die wird eine „Fundraisingtour“. Wie beim Sponsorenlauf können Spender das Anliegen mit fünf Euro pro Kilometer – und natürlich gerne auch mit höheren „Streckenprämien“ – unterstützen. Dafür liegen in vielen Geschäften in Annen Karten aus. Der Pfarrer und der Finanzkirchmeister haben dafür in den letzten Tagen eifrig Klinken geputzt.

Nicht die erste gemeinsame Tour

Die beiden sind geübte Hobbyradler. Sie waren zusammen schon in Sheffield und auf dem Jakobsweg. Mit dem Rad. Der pensionierte Polizeibeamte Asmus (68) ist dabei besser im Training als Pfarrer Claus Humbert (58). Dessen Sprengel ist eigentlich die Erlöserkirche. In der Friedenskirche hat Ehefrau Sabine Maiwald-Humbert (58) das Sagen. Die Kosten für Verpflegung und Übernachtungen tragen die beiden Radfahrer selbst. Humbert nimmt für die Tour eine Woche Urlaub.

Sollte jeder der Kilometer pro Fahrer auf diese Weise gesponsert werden, kämen mehr als 5000 Euro zusammen. Es darf natürlich auch mehr sein. „Wir lassen uns auf diese Weise gerne zusätzlich motivieren“, sagt Humbert. Für alle Pläne wird das aber nicht reichen. Es geht auch um einen symbolischen Neuaufbruch.

Der Kirchenturm wurde schon saniert

Die Friedenskirche ist in die Jahre gekommen. Das Gotteshaus wurde am 12. Oktober 1958 eingeweiht, genau vor 59 Jahren. Zum 60. Geburtstag soll es wieder in neuem Glanz erstrahlen. Der Anfang ist gemacht: Der Glockenturm leuchtet in frischem Terracotta. Das Dach überm Kirchenschiff wurde gedämmt. Der kleine Kirchplatz ist frisch gepflastert. Dabei wurde das Gefälle korrigiert, so dass keine Nässe mehr ins Gebäude dringt. Aber es bleibt viel zu tun.

Der Außenputz muss ausgebessert werden. Dann braucht die Kirche außen und innen frische Farbe. Innen steht weiter Energiesparen an. Die vorsintflutlichen Gas-Außenwand-Radiatoren werden durch eine Fußbodenheizung ersetzt. Die Orgel von 1963 muss für 30 000 Euro überholt werden.

Kirchenbänke sollen Stühlen weichen

Außerdem will die evangelische Gemeinde die Kirchenbänke ersetzen. Der Lack ist ab, die Auflagen sind durchgesessen. Frei gestellte Stühle geben mehr Möglichkeiten bei der Gottesdienstgestaltung. Auch in die Beleuchtung wird investiert, damit auch mal eine Band auftreten kann, ohne halb im Dunkeln zu stehen.

Die Pläne wurden in einer Gemeindeversammlung abgesegnet. Dabei, sagt Sabine Maiwald-Humbert, habe sich die Jugend ebenfalls zu Wort gemeldet. „Die haben deutlich gemacht, dass das auch ,unsere Kirche’ ist und dass sich in dieser Kirche auch junge Leute wohlfühlen sollen.“ Mit dieser Forderung laufen die jungen Leute, wie es aussieht, oben in Annen jetzt offene Kirchentüren ein.

>>> Evangelische Kirchengemeinde Annen

Die Gemeinde hat 6000 Mitglieder. Zu ihr gehören die bereits modernisierte Erlöserkirche, Westfeldstraße, und die Friedenskirche, Ardeystr. 232. Der Kirchenkreis trägt 15 % der Sanierung. Die Gemeinde will ein Baugrundstück an der Herdecker-/Fröbelstraße verkaufen.

Kontakt: 96 33 12, humbert@kirche-hawi.de. Spendenkonto: Ev. Kirchengemeinde Annen, Sparkasse Witten, IBAN DE75 4525 0035 0000 3047 41

Auch interessant
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik