Kath. Kirche

Pfarrer: Die Arbeitsbelastung ist zu hoch

Leitet die Pfarrei St. Peter und Paul von Haßlinghausen aus: Pfarrer Burkhard Schmelz, hier fotografiert in 2014 vor der Kirche St. Josef. Foto:Walter Fischer

Foto: Walter Fischer

Leitet die Pfarrei St. Peter und Paul von Haßlinghausen aus: Pfarrer Burkhard Schmelz, hier fotografiert in 2014 vor der Kirche St. Josef. Foto:Walter Fischer Foto: Walter Fischer

Witten.   Burkhard Schmelz verlässt die Katholische Pfarrei Wetter-Sprockhövel-Herbede. Der 43-Jährige arbeitet demnächst als Militärseelsorger.

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Hiobsbotschaft für die Herbeder Katholiken: Pfarrer Burkhard Schmelz verlässt zum 15. März 2018 die Großpfarrei St. Peter und Paul. Er wird anschließend als Militärseelsorger arbeiten. Eine Nachfolge für ihn steht noch nicht fest. Als Grund für den Wechsel gibt Schmelz die hohe Arbeitsbelastung in der Pfarrei an, die sich über Herbede, Sprockhövel und Wetter erstreckt.

Diese Nachricht kommt in unruhigen Zeiten, denn erst Mitte Oktober hatte die Pfarrei ihre „Perspektivplanung“ vorgestellt. Das Bistum Essen muss sparen, es gibt kaum noch Priester, allein die Kosten für die Immobilien müssen um 35 Prozent gesenkt werden. Auf der Streichliste stehen auch die beiden Kirchen St. Antonius in Buchholz und St. Peter und Paul in Herbede. St. Martin in Vormholz wurde 2007 aufgegeben.

Zwei Wittener Kirchen auf der Streichliste

Pfarrer Schmelz begleitet die Planungen, obwohl er schon länger weiß, dass er die Gegend verlassen wird. Am Sonntag gab das Bistum nun den Personalwechsel bekannt – über die Homepage der Haßlinghauser Kirchengemeinde St. Josef. Schmelz selbst verkündete seinen Abschied am Ende von drei Gottesdiensten. „Ich wollte persönlich so viele Gläubige wie möglich erreichen, aber mehr als drei Gottesdienste schafft man nicht an einem Sonntag. Die laufen ja teils parallel“, sagt Schmelz am Telefon. Seine Entscheidung sei bereits im Sommer gefallen, „als ich gemerkt habe, dass ich gesundheitlich das ganze Paket nicht mehr schultern kann“.

Der gebürtige Bochumer ist mit 43 Jahren einer der jüngsten katholischen Pfarrer im Ruhrgebiet. Schmelz zog 2009 ins Pfarrhaus von St. Josef in Haßlinghausen. 2012 übernahm er die Pfarrstelle von St. Januarius in Niedersprockhövel. Am 1. Juni 2014, nachdem der langjährige Herbeder Pfarrer Jochen Winter mit 70 Jahren in Ruhestand gegangen war, kamen Buchholz und Herbede hinzu. 13 600 Katholiken leben im Gebiet der Pfarrei. Die geographische Größe erschwert das Arbeiten. Schmelz setzte dabei viel auf moderne Medien und die Hilfe Ehrenamtlicher.

Seelsorge in Kasernen und bei Auslandseinsätzen

Burkhard Schmelz möchte sich nun beruflich verändern. Als Militärseelsorger wird er in Kasernen der Bundeswehr oder bei Auslandseinsätzen arbeiten. Wo er „stationiert“ wird, stehe noch nicht fest. „Das wird kein einfaches, aber sicher ein interessantes pastorales Feld.“ Zum 15. März habe ihn der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck von seinem Amt als Pfarrer entpflichtet. Ein Viertel „Sabbatjahr“ werde er nehmen, um den Umzug zu meistern und um mit der bisherigen Arbeit „gedanklich abzuschließen“.

>> Wer führt demnächst die Pfarrei St. Peter und Paul?

Wer auf Burkhard Schmelz folgt, ist noch unklar. Laut Thomas Rünker von der Pressestelle des Bistums Essen soll es aber eine Nachbesetzung geben, zurzeit laufen Gespräche.

In der Kath. Kirchengemeinde St. Peter und Paul arbeiten außerdem Pastor Wieland Schmidt (für Wengern und Volmarstein) und der nigerianische Pastor Dominic Ekweariri (für Haßlinghausen), außerdem die pensionierten Pfarrer Jochen Hesse (Buchholz) und Norbert Schroers (Wengern).

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