Coronavirus

Parkhotel Witten lädt zum Kerzenlicht-Dinner im Wohnmobil

Auf einen schönen Abend: Christoph Jochheim-Wirtz (63) hat seinen Geburtstag mit seiner Frau Anne-Kathrin (61) bei einem Wohnmobildinner im Parkhotel Witten genossen.

Auf einen schönen Abend: Christoph Jochheim-Wirtz (63) hat seinen Geburtstag mit seiner Frau Anne-Kathrin (61) bei einem Wohnmobildinner im Parkhotel Witten genossen.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Edel speisen auf dem Parkplatz: Das Parkhotel Witten bietet jetzt Kerzenlicht-Dinner für Wohnmobilfahrer an. Die ersten Gäste ziehen Bilanz.

Man darf im Restaurant nicht mehr am Tisch sitzen? Egal – zumindest, wenn man sich seinen Tisch selbst mitbringen kann: In Zeiten des Lockdown entwickelt sich das Wohnmobildinner zum neuen Trend. Auch das Parkhotel in Witten macht dabei mit. Diese Woche standen die ersten Gäste mit ihrem Wagen vor der Tür. Da bekommt der Name Parkhotel eine ganze neue Bedeutung.

Christoph Jochheim-Wirtz und seine Frau Anne waren begeistert, als sie bei Facebook das Angebot entdeckten. Die beiden wollten den Donnerstagabend möglichst angenehm verbringen – schließlich war es der 63. Geburtstag des Dortmunders. „Eigentlich wäre es ein Tag für die Familie gewesen“, sagt das Geburtstagskind. Aber weil er sich konsequent an die Corona-Empfehlungen halten wolle, musste die Feier mit Kindern und Enkeln ausfallen. Zum Glück habe seine Frau dann die neue Gruppe „Wohnmobildinner“ im Netz entdeckt. Dort stellen sich Restaurants vor, die in diesen speziellen Zeiten ganz spezielle Angebote für Gäste machen, die in ihren Wohnzimmern auf vier Rädern speisen möchten.

Über die Umgebungs-Suche fanden die Dortmunder das Angebot des Parkhotels in Witten . „Nein, da waren wir noch nie“, gibt Christoph Jochheim-Wirtz zu. Und wahrscheinlich wäre er auch so bald nicht hingefahren. Aber jetzt sei das einfach das ideale Ziel: „Wir schlagen drei Fliegen mit einer Klappe: Wir helfen den Restaurants , können schön essen gehen und mit dem Wohnmobil fahren “, sagt der 63-Jährige.

In den Harz, nach Slowenien und jetzt nach Witten

Schließlich seien die Touren mit dem erst im Frühjahr angeschafften Wagen im Corona-Jahr auch zu kurz gekommen. „Wir konnten vieles nicht machen, was wir uns vorgenommen hatten.“ Immerhin: Mit dem 6,40 langen Kastenwagen sind die beiden begeisterten Mountainbiker in den Harz und nach Slowenien gekommen. Und jetzt nach Witten.

Um kurz nach sechs reiste das Ehepaar an der Bergerstraße an und stellte den Wagen 50 Meter vom Hotel entfernt ab. So will es die Corona-Schutzvorschrift : Essen in der Nähe des Restaurants ist bekanntlich nicht erlaubt. Ob das auch für Essen im Auto gilt? Hoteldirektor Lukas Zeuch weiß es nicht genau. „Deshalb gehen wir lieber auf Nummer sicher – zum Glück ist unser Parkplatz ja lang genug“, so der 32-Jährige.

Was es zu essen geben würde, das hatten sich die Gäste schon auf der Online-Speisekarte ausgesucht. Ein schickes Menü sollte es sein. Das viergängige Candlelight-Dinner vielleicht? Das bietet das Parkhotel schließlich auch für Wohnmobilisten an. „Dann decken wir den Tisch auch schön ein, bringen einen Kerzenleuchter mit,“ so der Hoteldirektor. Auch fürs passende Ambiente sorgen Zeuch und seine Mitarbeiter: „Den schönen Blick in den Park gibt es abends zwar nicht, aber dafür stellen wir Windlichter und Fackeln hin“, hat er sich überlegt.

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Die Jochheims haben sich schließlich für ein Fischmenü entschieden, mit Kürbissuppe, Lachstartar und Zanderfilet. Dafür, dass das Essen heiß bei den Gästen ankam, sorgten die Servicekräfte vom Haus – und Thermoboxen sowie Wärmeglocken. „Das hat gut geklappt. Alles war noch richtig heiß und sehr lecker“, sagt das Geburtstagskind.

Geschmeckt hat auch der Wein – wobei: Mehr als ein Gläschen war nicht drin. Schließlich mussten die Jochheims nach gut zwei Stündchen wieder fahren. Übernachten sei in diesen Zeiten nicht erlaubt, auch nicht für die sonst möglichen elf Stunden, so Zeuch. Die Gäste aus Dortmund bedauern das: „Schade, dabei hätten wir unser Bett ja dabeigehabt.“

„Das hat richtig Spaß gemacht, alle haben sich viel Mühe gegeben“

Trotzdem: Sie haben den Abend genossen. Alle hätten sich „echt viel Mühe“ gegeben. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt Christoph Jochheim-Wirtz. Er könnte sich vorstellen, noch einmal zu einem Wohnmobildinner zu fahren, auch mit mehreren Wagen, Freunden – und Abstand natürlich. Und vielleicht kommt er mit seiner Frau auch noch mal nach Witten ins Parkhotel. Dann vielleicht sogar ins Restaurant.

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