Parkplatznot

Park-Chaos an der Pferdebachstraße

Lebensgefährliches Park-Chaos für Passanten an der Pferdebachstraße: Der schwarze Wagen links steht sogar auf dem Fußgängerüberweg. Um die Not zu lindern, plant das Ev. Krankenhaus (hinten) ein neues Parkhaus.

Foto: Thomas Nitsche

Lebensgefährliches Park-Chaos für Passanten an der Pferdebachstraße: Der schwarze Wagen links steht sogar auf dem Fußgängerüberweg. Um die Not zu lindern, plant das Ev. Krankenhaus (hinten) ein neues Parkhaus. Foto: Thomas Nitsche

witten.   Schon vor dem großen Umbau Anfang 2018 herrscht Not. Deshalb hat die Stadt im Umfeld Anwohnerparken eingerichtet. Krankenhaus plant ein Parkhaus.

Parken in Witten? Davon können die meisten Bürger ganze Liederbücher vollsingen. Besonders angespannt ist die Lage schon seit Jahren an der Pferdebachstraße und in ihrer Nachbarschaft, etwa der Diakonissen- und der Westfalenstraße. Mit dem Großumbau der Pferdebachstraße, der Anfang 2018 starten soll und wohl zwei Jahre dauert, dürfte das Verkehrschaos noch dramatischer werden.

Vor allem Anwohner der Diakonissenstraße hatten sich wiederholt bei der Stadt beschwert, dass Mitarbeiter des nahen Evangelischen Krankenhauses (EvK) während der Arbeitszeit vor ihrer Tür parkten und ihnen so die Plätze wegnehmen würden. Daraufhin hat die Stadt die Notbremse gezogen und Mitte Juni die Bewohnerparkzone „P“ im Bereich Pferdebachstraße eingerichtet.

Sie umfasst auch Teile der Diakonissen- und Westfalenstraße, die Rheinische Straße und den Johannes-Busch-Weg. „Aber wir haben hier bewusst eine Mischung aus Anwohnerparken, Parken mit Parkscheibe und einigen wenigen ganz freien Plätzen gewählt“, sagt Stadtplaner Andreas Müller. Noch gelte eine Gewöhnungsphase. „Aber irgendwann fangen die Kollegen an, auch zu kontrollieren.“

Bauantrag ist gestellt, Entscheidung der Stadt steht aus

Das EvK bleibt in Sachen Parkplatznot ebenfalls nicht untätig. So wurden 35 zusätzliche Plätze im Bereich des ehemaligen Frauengartens errichtet und im Mai in Betrieb genommen. Außerdem ist ein Parkhaus mit 174 Stellplätzen auf dem Krankenhausgelände an der Pferdebachstraße geplant, 60 zusätzliche für Mitarbeiter. Zudem plant die Diakonie Ruhr einen weiteren Mitarbeiterparkplatz mit 150 Stellplätzen am Altenzentrum am Schwesternpark Feierabendhäuser nahe der Bahnlinie. „In beiden Fällen ist der Bauantrag gestellt, die Entscheidung der Stadt steht aber noch aus“, sagt Diakoniesprecher Jens-Martin Gorny.

Derzeit stehen am EvK rund 200 Parkplätze für Patienten und Besucher sowie 160 für Mitarbeiter zur Verfügung. Insgesamt sind auf dem Gelände am Schwesternpark etwa 850 Mitarbeiter beschäftigt, über 600 davon am EvK. Zwar zeigt sich dessen Geschäftsführer Heinz-Werner Bitter erleichtert über die voraussichtliche Linderung der Parkplatznot auf dem Campus. Er sagt aber auch: „Wir sind mehr als enttäuscht, dass die Stadt Witten mit der Bewirtschaftung des Parkraums an der Pferdebachstraße zum jetzigen Zeitpunkt beginnt und die Situation dadurch unnötig verschärft.“

Karawane der Parkplatzsucher zieht weiter

und um die Pferdebachstraße wird um jeden Parkplatz gekämpft. Bis sich das neue Ärztezentrum und das Busunternehmen Killer kürzlich zwischen altem Güterbahnhof und Firma ZF ansiedelten, parkten viele Mitarbeiter umliegender Unternehmen und des Krankenhauses dort. Zwangsläufig wurden sie bei ihrer Parkplatzsuche in die Nebenstraßen verdrängt.

Doch mit den neuen Parkbeschränkungen in der Pferdebach-, Diakonissen- und Westfalenstraße sowie der Rheinischen Straße und dem Johannes-Busch-Weg zieht die Karawane der Parkplatzsuchenden weiter. „Wo sind die auf einmal alle geblieben?“, wundert sich auch Christian Krone, der in der Diakonissen-/Ecke Rheinische Straße wohnt. Der 49-Jährige profitiert vom neuen Anwohnerparken. „Vorher waren die Straßenränder brechend voll. Wenn die Müllwagen kamen, herrschte reines Chaos. Keiner kam vorbei, der Rückstau reichte bis runter zum Backhaus an der Dortmunder Straße“, erzählt seine Frau Susanne.

Auch das Güterbahnhof-Gelände wird auf absehbare Zeit verkauft. Nach Bau des Ärztezentrums ist der Parkplatz für Mitarbeiter und Mieter des Boni-Centers dorthin gezogen. Für die 70 Plätze hinter der Schranke wurden 120 Verträge geschlossen. Das heißt, es gibt keine festen Stellplätze, sondern jeder muss sich einen freien suchen. Boni hat das städtische Gelände auf unbestimmte Zeit, aber mit kurzer Kündigungsfrist angemietet.

Und was passiert beim Güterbahnhofsverkauf? „Dann hat die Stadt zugesagt, gemeinsam mit uns einen neuen Platz zu suchen. Darauf setzen wir“, so Geschäftsführer Gerfried Scholz. Diese Krisensituation könnte allerdings schon vor dem Geländeverkauf eintreten: „Wenn der Umbau der Pferdebachstraße voraussichtlich Anfang 2018 losgeht, müssen auch die dafür notwendigen Baustoffe irgendwo gelagert werden. Das Güterbahnhofsareal erscheint uns als gute Alternative“, so Stadtplaner Andreas Müller.

Beim Großumbau der Pferdebachstraße sollen aber auch ganz neue Parkplätze entstehen: Zum einen zwischen den beiden neuen Verkehrskreiseln. Zum anderen beidseitig auf dem rund 200 Meter langen Abschnitt zwischen Bahnübergang/Ziegelstraße und der Leostraße.

Heftig gebaut wird seit einiger Zeit bekanntlich an der Diakonissenstraße, kurz vor Einmündung Pferdebachstraße. Auf der einen Seite sind fünf Reihenhäuser entstanden, schräg gegenüber steht der Rohbau eines Energiesparhauses mit 34 Wohneinheiten. Zum Glück verschärfen diese Bauten die Parknot nicht: Die künftigen Bewohner haben eigene Stellplätze im Hof.

Insgesamt macht Stadtplaner Andreas Müller der Karawane der Parkplatzsuchenden wenig Hoffnung: „Die Bebauung in Witten wird immer dichter. Dadurch wird der Platz fürs Parken immer weniger und teurer, weil man mit der Fläche anders Geld verdienen will.“

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