Großes Treffen

Oldtimer locken 2000 Besucher zur Zeche Nachtigall in Witten

Alles so schön bunt hier: Beim Oldtimerfestival auf Zeche Nachtigall in Witten ist die Farbpalette breit. Die froschgrüne Ente mit dem Plüschtier am Scheinwerfer gefällt auch jungen Besuchern.

Alles so schön bunt hier: Beim Oldtimerfestival auf Zeche Nachtigall in Witten ist die Farbpalette breit. Die froschgrüne Ente mit dem Plüschtier am Scheinwerfer gefällt auch jungen Besuchern.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Ente, Käfer, Ami-Schlitten: Das Wittener Oldtimerfestival ist eine feste Größe im Programm der Zeche Nachtigall. Denn es gibt viel zu sehen.

Manche sind quietschgrün, zitronengelb, knallig blau oder leuchtend rot. Deshalb begeistern die Autos beim elften Oldtimerfest auf Zeche Nachtigall auch eine der jüngsten Besucherinnen. Lenia, sechs Monate, guckt interessiert umher. „Alles, was schön bunt ist und knattert, gefällt ihr“, sagt Papa Thomas Mankiewicz, der sein Töchterchen auf dem Arm trägt. Oldtimer sind halt für jedes Alter was.

Mittags ist das Zechengelände schon fast voll mit alten Schätzchen

Am Sonntagmittag (14.7.) steht der Platz auf dem Zechengelände gegen halb zwölf fast voller alter Schätzchen von nah und fern. Wobei: Die meisten Oldtimer kommen doch eher aus der Region. Die Kennzeichen verweisen auf Essen, Gelsenkirchen, Bottrop, Hagen – und natürlich sind viele aus Witten und dem Rest des EN-Kreises dabei. Thomas Schmidt vom Wittener Stadtmarketing freut sich. Denn tags zuvor seien es – wohl angesichts des schlechter vorhergesagten Wetters – deutlich weniger Besucher gewesen.

Gerade rumpelt ein Hummer herbei, der mal ein amerikanisches Militärfahrzeug mit entsprechendem Tarnmuster war. „Vor ein paar Jahren ist auch schon mal ein Panzer gekommen“, erinnert sich Schmidt. Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt: Ami-Schlitten steht neben Mini-Fiat, Ente neben Käfer, Trecker neben Moped.

Familie Müller-Huth aus Rüdinghausen ist mit ihrem weißen Mercedes Benz angereist. Mama Jennifer Huth (38) hat es sich auf einem Campingstuhl vor dem Wagen bequem gemacht. Die Töchter Jill (8) und Celinas (9) futtern Pommes. Papa Christian (42) ist fürs Fachsimpeln zuständig. Erst vor drei Jahren hat er den Benz, Baujahr 1974, gekauft. Seitdem fährt er regelmäßig zu Oldtimertreffen.

Besitzer der Oldtimer geraten schnell ins Schwärmen

Er schwärmt vom „entspannten Gleiten“ und dass der Wagen von innen „groß wie ein Wohnzimmer“ sei. Seine kleinen Mädels verdrehen die Augen. Sie würden lieber schwimmen gehen. Auf Zeche Nachtigall wartet immerhin eine Hüpfburg auf die jüngsten Besucher.

Ein paar Oldtimer weiter stehen alte Bekannte. Die Spellys aus Lüdenscheid sind mit ihrem Fiat 500 L, Baujahr 1970, regelmäßig dabei. Doch etwas ist neu. Der Wagen hat jetzt eine Anhängerkupplung. „Das ist sehr selten“, sagt Marion Spelly (52). Auf dem Hänger haben sie nun ihre hellblaue Vespa im Schlepptau. Das ganze Ensemble, inklusive Ehepaar, verströmt das Flair der 60er Jahre. Sie habe mehrere Outfits, verrät Marion und schwenkt ihr Handtäschchen.

Ford Taunus hat die Rallye gewonnen

Inzwischen ist die Oldtimer-Schlange vor dem Zechengelände ordentlich lang. Anmelden musste sich hier keiner. Aber alle wollen ihre Karossen präsentieren. Immer mal rollt einer aufs Gelände, wenn ein anderer genug hat.

Die Utermanns waren auch am Samstag (13.7.) zur Rallye schon da. Das Paar aus Bochum hat mit seinem gold-metallic glänzenden Ford Taunus 20m bei der 50 Kilometer langen Tour in und um Witten mitgemacht – und gewonnen. „War ganz schön schwierig“, sagen beide.

Jede Menge Fragen mussten sie beantworten. Etwa, wie laut Hupe oder Auspuff am eigenen Fahrzeug sind. Rafael Utermann entschied sich für den Auspuff und „90 Dezibel“ als tatsächlich richtige Antwort. Das empfindet das menschliche Ohr normalerweise nicht mehr als angenehm. Doch Utermanns Augen glänzen.

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