Brandschutz

Nur jeder zweite Haushalt in Witten hat Rauchmelder

Die Wittener Feuerwehr rät, seine Wohnung mit Feuermeldern auszustatten.

Die Wittener Feuerwehr rät, seine Wohnung mit Feuermeldern auszustatten.

Foto: NRZ_KaiKitschenberg

Witten. Beim Brandschutz haben die Wittener noch Nachholbedarf. „Über Feuermelder machen sich viele keine Gedanken“, stellt Dirk Lieder (47) fest, der für die Abteilung „Vorbeugender Brandschutz“ bei der Feuerwehr arbeitet. In Witten hat etwa jeder zweite Haushalt keins der kleinen Warngeräte. „Dabei können sie Leben retten.“

Lieder weiß wovon er spricht. Im letzten Jahr musste die Feuerwehr 241 Mal wegen eines Brandes ausrücken, 41 Mal öfter als im Jahr davor.Sechs Menschen starben 2011 dabei. „Gerade in der Nacht werden viele vom Rauch überrascht und kommen ums Leben.“ Klar, dass sich der 47-Jährige über die eingeführte Feuermelderpflicht freut. „Ein wichtiges Signal.“

Auch im Rathaus reagiert man zurzeit und bringt die Sicherheitsanlage auf Vordermann. Seit vier Jahren, als die Feuerwehr bei einer Routinekontrolle Mängel beim Brandschutz entdeckte, kann jeder Mitarbeiter von seinem Arbeitsplatz den Feueralarm auslösen. Auf dem Computerbildschirm der Kollegen erscheint dann ein Warnhinweis mit der Bitte, das Haus zu verlassen. Das Problem: „Bislang hat es lange gedauert, bis die Warnung bei jedem im Rathaus ankam“, sagt Lieder. „Das Programm hat Abteilung für Abteilung abgeklappert.“

Mehr Tempo beim Feuerschutz im Rathaus

Im Rathaus arbeitet man deshalb fieberhaft daran, für mehr Tempo im Feuerschutz zu sorgen. Am Ende der Sommerferien, so heißt es, soll es soweit sein. Was den Mitarbeitern aber weiterhin nicht erspart bleiben wird: sie müssen die Feuerwehr „von Hand“ rufen, sprich: zum Telefonhörer greifen. Automatisch geht das nicht.

Experte Dirk Lieder betont aber: „Die Sicherheitsstandards, die für das Rathaus gelten, werden erfüllt.“ Wenn es neu gebaut werden würde, würden schärfere Richtlinien gelten. „Alarmierungsknöpfe auf den Fluren wären Standard.“ Spätestens im Falle einer Rathaussanierung soll der Brandschutz „auf den neuesten Stand“ gebracht werden, kündigt Kämmerer Matthias Kleinschmidt an. „Was genau geändert wird, ist aber noch nicht klar.“

Computer-Server sind am besten geschützt

Doch auch mit alten Vorschriften hat sich in der Verwaltung in den letzten Jahren einiges getan. Seit über zehn Jahren gibt es Brandschutztüren, die automatisch zu gehen und die Treppenräume abschotten, wenn ein Feuer ausbricht. An den Fluren sind Notknöpfe installiert, die Fenster öffnen und für den Rauchabzug sorgen. Dazu kommen Feuerlöscher und – zumindest in Teilbereichen – Rauchmelder. Doch besonders geschützt ist ein anderer Bereich.

Vier riesige Flaschen gefüllt mit Stickstoff stehen im Keller für den Notfall bereit. Hier arbeiten die Server des Rathauses, die die Computerdaten speichern. „Bei einem Brand wird Stickstoff in den Raum geblasen“, erklärt Dirk Lieder. Das Prinzip: Mit dem Sauerstoff verschwindet auch das Feuer. Ohne Stickstoff geht übrigens nichts. „Wenn man mit Wasser löschen würde“, so Dirk Lieder, „wären die Computer-Server Schrott.“

Verhaltens-Tipps vom Fachmann 

Damit es erst gar nicht zu Bränden kommt, und wie man sich im Notfall richtig verhält, erklärt Dirk Lieder (47) von der Abteilung „Vorbeugender Brandschutz“ der Feuerwehr:

Was sollte man tun, damit es überhaupt nicht zum Brand kommt?

Die Fahrlässigkeit der Menschen ist Brandursache Nummer eins. Meist geht es um brennende Kerzen und Zigaretten, oder verbranntes Essen. Mein Rat: Jeder sollte vor dem Schlafengehen nicht mehr im Bett rauchen, kontrollieren, ob keine Kerzen mehr brennen und darauf achten, dass alle Geräte wie Fernseher komplett ausgeschaltet sind. Unzählige Kurzschlüsse haben schon für Brände gesorgt.

Wie sollten Wohnungen ausgestattet sein?

Rauchmelder sind wichtig und können Leben retten – gerade nachts, wenn die Leute schlafen. Deshalb sollten sie in Schlafräumen und Kinderzimmern, aber auch im Flur angebracht werden. Außerdem ist es wichtig, dass die Kellertür geschlossen ist. Ratsam wäre, wenn es eine Brandschutztür ist. Die Haustür sollte dagegen offen bleiben, um im Notfall schnell flüchten zu können.

Was zu tun ist, wenn es brennt?

Zunächst sollte man Angehörige zügig in Sicherheit bringen, weil sich der Rauch schnell ausbreitet. Wenn man den Brand nicht selbst löschen kann, auf jeden Fall die Wohnung schnellstmöglich verlassen und die Tür schließen, damit das Treppenhaus nicht verraucht. Dann: Feuerwehr anrufen, mit dem Handy oder beim Nachbarn. Den sollte man ohnehin über den Brand informieren.

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