Die Partei

Noch ein Kandidat fürs Bürgermeister-Amt in Witten

Sven Busch (29) aus Witten tritt im September als Bürgermeisterkandidat für Die Partei in Witten an.

Sven Busch (29) aus Witten tritt im September als Bürgermeisterkandidat für Die Partei in Witten an.

Foto: Funke Foto Services

Witten.  Sven Busch will für „Die Partei“ Nachfolger von Sonja Leidemann werden. Auf seinem Wahlprogramm stehen eine Achterbahn und Grüne Ampeln für alle.

Und noch ein Bürgermeister-Kandidat: Für „Die Partei“ möchte Sven Busch ins Rathaus einziehen. Sein Programm liest sich abenteuerlich: Achterbahn statt Straßenbahn etwa. Doch der 29-Jährige versichert: Alles habe einen ernsten Kern. „Mit Satire wollen wir wieder mehr Interesse für die Politik wecken.“ Die Wunden suchen, Salz rein streuen: „Wenn heutzutage noch über den Ausbau von völlig unzeitgemäßen Straßenbahnlinien diskutiert wird und das Land sogar Töpfe für Seilbahn-Förderung bereitstellt – dann drehen wir das Thema eben einfach weiter.“

Erst im letzten Sommer hat der IT-Administrator der Stadtwerke die Wittener Ortsgruppe der Partei gegründet, die 2004 von Redakteuren des Satiremagazins Titanic ins Leben gerufen worden war und seitdem bereits einige Mandate – etwa fürs EU-Parlament – errungen hat. Die Zahl der Mitglieder in Witten ist überschaubar: Sechs sind es bislang. „Aber wir haben mit fünf angefangen, also schon einen dazugewonnen“, sagt Busch, und er scheint tatsächlich stolz zu sein.

Den Wählern eine Alternative bieten

Warum er damit in den Wahlkampf zieht? „Wenn man eine Partei gründet, will man auch bei Wahlen mitspielen.“ Vor allem aber gehe es darum, den Wittenern eine Alternative zu bieten. „In Zeiten der GroKo ist doch eh egal, was man wählt. Und bei einem Wahlkampf zwischen SPD und SPD erst recht.“ Den Kampf der Genossen um die Bürgermeisterkandidatur findet Busch lachhaft: „Was da im Moment in Witten abgeht, das können wir mit Satire eigentlich gar nicht mehr toppen.“

Ernsthafte Chancen auf einen Sieg rechnet sich der Satire-Kandidat nicht aus – auch wenn sein Wahlziel „100 Prozent plus x“ heißt. Und wenn doch, wird dann ernsthaft gearbeitet? Die Frage empört den zweifachen Familienvater: „Wir arbeiten auch jetzt ernsthaft. Wir setzen uns mit den Themen durchaus auseinander.“

Neubau als „Gläserner Bierkrug“

Die Themen: Das sind etwa der Abriss des Rathauses und ein Neubau als „Gläserner Bierkrug“ – „bei dem, was die Sanierung kostet, lohnt sich das“. Oder grüne Ampeln immer und überall. „Bei der heutigen Technik müssten die Straßen Wittens nicht so verstopft sein.“ Was das Erste wäre, das Busch verändern würde, wenn er gewählt wird? „Verändern? Sie meinen wirklich, der Bürgermeister könnte etwas verändern?“

So oder so: Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Busch sammelt jetzt die nötigen 360 Unterstützer-Unterschriften. 40 hat er beisammen, „ohne auf die Straße zu gehen“. Busch ist überzeugt, dass der Rest noch kommt. „Denn mit 163 cm Größe bin ich das kleinste Übel bei dieser Bürgermeisterwahl.“

Kontakt: sven@die-partei-witten.de

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