Kommentar

Mehr als ein dummer Jungenstreich

Susanne Schild kommentiert den Buttersäure-Anschlag im Wittener Rathaus.

Susanne Schild kommentiert den Buttersäure-Anschlag im Wittener Rathaus.

Foto: Thomas Nitsche / WAZ

Witten.  Wie soll man diese ätzende Stinkbombe im Wittener Rathaus bewerten? Bloß ein Dummejungenstreich? Nein, es ist mehr als das.

Buttersäure, sagen manche Ältere, das waren die üblichen Stinkbomben, die gern mal im Klassenzimmer zum Einsatz kamen. Da hatte wohl ein Beamter Lust auf einen freien Tag, spotten andere. Aber hat diese Tat nicht einen anderen Beigeschmack, wenn die Säure auf die Treppe vor die Sitzungssäle im Rathaus gekippt wird? Dort, wo Lokalpolitiker über die Zukunft unserer Stadt debattieren, wo Bürgermeisterin und Parteien ihre Räume haben? Das ist mehr als ein dummer Jungenstreich.

Er passt in die heutige Zeit, in der die Hemmungen so gesunken sind. Wo man andere in sozialen Medien, versteckt hinter einem Phantasienamen, beleidigt und auch gern mal auf offener Straße anschnauzt. Es ist eine Art, seine Meinung mitzuteilen. Eine ätzende – und ziemlich asoziale.

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