VERHANDLUNG

Massenschlägerei: Mehrmonatige Strafen für Wittener Kicker

Auf dem Kunstrasenplatz des Wullenstadions trugen sich die befremdlichen Ereignisse zu. Jetzt wurden die Beteiligten mit Strafen belegt.

Auf dem Kunstrasenplatz des Wullenstadions trugen sich die befremdlichen Ereignisse zu. Jetzt wurden die Beteiligten mit Strafen belegt.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Nach Schlägerei bei B-Jugend-Spiel zwischen FSV Witten und JSG Herbede/Heven werden lange Strafen verhängt. Nur ein Spieler zeigt sich reuig.

Witten. Zum Teil mehrmonatige Sperren und vergleichsweise empfindliche Geldstrafen bekamen die Beteiligten an der Massenschlägerei beim B-Jugend-Kreisligaspiel zwischen dem FSV Witten II und der JSG Herbede/Heven aufgebrummt. Bei der Verhandlung des Kreisjugendsportgerichts am Mittwochabend wurde so ein Zeichen gesetzt gegen derartige Gewaltexzesse.

„Wir mussten da klare Verhältnisse schaffen“, sagt der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses, René Schrader. Insgesamt seien zehn Jugendliche identifiziert worden, die Hauptbeteiligte der wüsten Keilerei auf dem Nebenplatz des Wullenstadions am 28. September waren. Maximal seien Sperrstrafen von drei Monaten für die Jugendlichen verhängt worden, darüber hinaus müssen die jeweiligen Fußballclubs Ordnungsstrafen zahlen. Auch die Trainer wurden belangt, erhielten Ordnungsstrafen in Höhe von jeweils 100 Euro.

FSV Witten hat das Urteil noch nicht akzeptiert

„Das Verfahren gegen einen Offiziellen wurde von diesem Verfahren abgetrennt – da ist die Entscheidung noch offen“, sagt René Schrader. Dabei handelt es sich um den Co-Trainer der JSG Herbede/Heven, der maßgeblich an den Auswüchsen beteiligt gewesen sein soll, wie auch der Vorsitzende des TuS Heven 09, Peter Kluth, bestätigte.

Das Urteil allerdings ist noch nicht rechtskräftig, wird den Vereinen in den nächsten Tagen noch schriftlich ausgehändigt. „Außerdem hat der FSV Witten das Urteil auch noch nicht akzeptiert“, so Schrader. Der Verein wolle sich in der zehntägigen Frist nun erst entsprechend beraten, wie FSV-Jugendkoordinator Johannes Gabriel mitteilte. „Es sind eine Reihe von Einzelurteilen gefällt worden. Wir warten auf deren Zustellung und wollen sie erst prüfen und intern beraten.“

„Alle waren überfordert“

Bei der Verhandlung im Vereinsheim der DJK TuS Hordel in Bochum waren die beteiligten Spieler, Trainer, Vereinsverantwortliche sowie die Kreisaufsicht zu Wort gekommen. „Mit der Situation, die sich in diesem Spiel entwickelt hat, waren offenbar alle überfordert“, so René Schrader.

Nach Abschluss der Verhandlung könne der Fußballkreis Bochum aber nun die nächsten Schritte in die Wege leiten. Man wolle konkret mit den Vereinen sprechen, ihnen u. a. Qualifizierungs-Maßnahmen für Jugendtrainer anbieten. „Wir müssen uns auch Gedanken machen, wie wir uns in Zukunft bei einigen Jugendspielen verhalten“, sagt Schrader. Partien könnten künftig in Gespann gepfiffen werden und nicht mehr von einem Unparteiischen alleine. Zudem ist eine häufigere Aufsicht bei Spielen durch den Fußballkreis Bochum im Gespräch.

Hevens Vorsitzender kündigt interne Konsequenzen an

Wie Hevens Vorsitzender Peter Kluth bestätigte, habe nur einer der Jugendlichen seine Tat eingestanden. „Alle anderen haben alles abgestritten und dem anderen Team die Schuld zugewiesen“, so Kluth. Beim TuS Heven werde man nun gezielt das Gespräch mit dem SV Herbede über das weitere Vorgehen suchen. „Ich gehe davon aus, dass da noch Konsequenzen gezogen werden“, schloss Kluth nicht aus, dass man sich für die B-Jugend einen neuen Co-Trainer suchen werde.

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