Verkehr

Markierung für Radweg in Witten endet an Gefahrenstelle

Die kritische Stelle: Die gestrichelte Linie, die den Radweg markiert, endet kurz vor der Verkehrsinsel – es wird eng für Radfahrer Rainer Schoppol.

Die kritische Stelle: Die gestrichelte Linie, die den Radweg markiert, endet kurz vor der Verkehrsinsel – es wird eng für Radfahrer Rainer Schoppol.

Foto: Jürgen Theobald

Witten.   Radler Rainer Schoppol staunte nicht schlecht, als er die frisch ausgebaute Stockumer Straße entlangfuhr. Denn plötzlich wurde es eng.

Rainer Schoppol wohnt am Vöckenberg und fährt regelmäßig Rad. Gerade hat er sich noch gefreut, dass die Bauarbeiten an der Stockumer Straße beendet sind, da gibt es schon wieder was zu meckern: „Der Fahrradweg hört plötzlich auf“, sagt der 69-Jährige. Und zwar genau dort, wo es ohnehin brenzlig wird, weil die Straße sich an einer Verkehrsinsel verengt.

Seit vergangenem Dezember gilt auf der Direktverbindung zwischen Annen und Stockum wieder freie Fahrt. Nur die Markierungen für die Radstreifen auf dem etwa 500 Meter langen Stück zwischen Autobahnbrücke und den ersten Stockumer Häusern fehlten noch und wurden erst kürzlich aufgemalt. Schoppol traute seinen Augen kaum, als er sah, das die gestrichelte Linie plötzlich endete. Vom Vöckenberg Richtung Stockum aus sei das umso gefährlicher, weil die Stelle in einer Senke liegt und für Autofahrer von Weitem nicht erkennbar ist. „Viele verlangsamen erst im letzten Moment. Wenn man da als Radfahrer unterwegs ist, kann es knapp werden.“ Zumal die meisten Autofahrer sich auch nicht an Tempo 30 halten.

Des Rätsels Lösung: die Mindestbreite

Henning Fort vom Planungsamt hat eine Erklärung für das abrupte Ende der Radstreifen. „Die Schutzstreifen müssen jeweils mindestens 1,25 m breit sein, der Rest der Fahrbahn 4,50 m.“ Insgesamt sind das sieben Meter. Und so breit ist die Stockumer Straße nicht an den jeweiligen Ausbauenden.

Rainer Schoppol, der seit zehn Jahren am Vöckenberg wohnt, ist passionierter Radler. Früher fuhr er 3000 bis 4000 Kilometer im Jahr. Nach zwei OPs reichen ihm 30 Kilometer pro Tag – bei schönem Wetter. Gern fährt er zum Kemnader Stausee. Da muss er über die Dortmunder Straße. Schoppol: „Die Kreuzung Ardeystraße ist eine der gefährlichsten in Witten.“ Niemals würde er sich dort auf dem Radstreifen zwischen Geradeaus- und Rechtsabbiegerspur einordnen, wenn neben ihm ein Lkw stünde. Auch die Fahrt entlang der Husemannstraße sei wegen der vielen Nebenstraßen schwierig. „Oft fahren Autofahrer zu weit vor und behindern so die Radfahrer.“

Ansonsten gibt der ehemalige Lehrer den Verkehrsplanern aber keine allzu schlechten Noten: „Die bemühen sich schon, was für die Radfahrer zu tun.“ Was ihn dennoch nervt: der verheerende Zustand vieler Straßen – und Hundebesitzer. „Kommt mir im Wald ein Hund entgegen, dann steige ich meistens ab.“

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