Unglück

Toter Mann im Gleisbett des Wittener Hauptbahnhofs entdeckt

Der Zugang zu den Gleisen 1 und 2 auf dem Wittener Hauptbahnhof wurde am Dienstag nach dem Leichenfund gesperrt.

Foto: Stefanie Wand

Der Zugang zu den Gleisen 1 und 2 auf dem Wittener Hauptbahnhof wurde am Dienstag nach dem Leichenfund gesperrt. Foto: Stefanie Wand

Witten.  Im Hauptbahnhof ist am Dienstagmorgen ein Toter im Gleisbett 1 entdeckt worden. Der Mann wurde morgens nicht von einem Zug überrollt.

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Im Wittener Hauptbahnhof ist am Dienstagmorgen gegen 9.15 Uhr eine Leiche im Gleisbett 1 entdeckt worden. Der Mann sei morgens nicht von einem Zug überrollt worden, sagte ein Bahnsprecher in Düsseldorf auf Anfrage der WAZ. Zwischen 9.20 Uhr und 10.50 Uhr gab es keinen Zugverkehr von und nach Witten. Wie es genau zu dem Todesfall kam, ist bislang noch unklar. Die Kripo ermittelt, schließt aber einen Suizid nicht aus. Bei dem toten Wittener Senior wurden Ausweispapiere gefunden.

Feuerwehr mit 17 Männern vor Ort

Betroffen von der Sperrung des Hauptbahnhofs waren laut Bahn die S5, die zwischen Mönchengladbach, Hagen und Dortmund pendelt, sowie die RE4, die zwischen Dortmund und Aachen unterwegs ist, und zumindest anfangs auch die Abellio-Bahn in Richtung Bochum und Essen. Gegen Mittag hatte sich der Zugverkehr wieder normalisiert.

Die Polizei hatte gegen 9.15 Uhr Kenntnis von dem Leichenfund. Die Wittener Feuerwehr, die mit 17 Männern vor Ort war, traf kurz vor 9.30 Uhr am Bahnhof ein.

„Immer mehr Leute haben den toten Mann erblickt“

Shefqet Kuka war einer der Zugreisenden, die den toten Mann am Dienstagmorgen im Gleisbett liegen sahen. „Ich kam von meinem Nachtdienst aus Hagen und wollte nach Hause, nach Bottrop fahren.“ Im Wittener Hauptbahnhof war die Reise für Kuka dann beendet, der als Sicherheitsmann im Auftrag der Bahn arbeitet. „Als wir auf Gleis 2 in den Bahnhof einfuhren, habe ich zunächst nichts gesehen. Dann haben immer mehr Leute den toten Mann erblickt.“

Auch für den 21-Jährigen ein Schock. „Rund zehn Minuten später war die Polizei vor Ort.“ Diese habe Zugreisende dann vom Bahnsteig verwiesen. Shefqet Kuka behielt einen kühlen Kopf, stellte sich in die Bahnhofsvorhalle und gab Menschen, die nicht zu ihrem Gleis gehen durften, rund eine Stunde lang Auskunft zur Sperrung. „Dass kein Zug fuhr, hat trotzdem nicht jeder verstanden“, berichtet der junge Mann.

Notfallseelsorger war vor Ort

Nach Auskunft von Rüdiger Besser, Einsatzleiter der Feuerwehr, war auch ein Notfallseelsorger vor Ort. Denn den Toten hätten ja einige Menschen im Gleisbett liegen sehen.

Als Züge wieder den Wittener Hauptbahnhof ansteuern durften, wurden diese zunächst auf das Gleis 3 umgeleitet. Der Düsseldorfer Bahnsprecher: „Das war erst eine Nadelöhr-Situation. Denn Gleis 4 ist ja seit dem 3. November gesperrt.“ Dort laufen bis zum Ende der Woche Gleis-Bauarbeiten, alte Gleise werden entfernt, neue eingebaut. Am kommenden Montag sollen die Arbeiten am Gleis 4 abgeschlossen sein.

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Der Mann, der am Dienstag tot in einem Gleisbett am Hauptbahnhof gefunden worden ist, hat laut Polizei „eindeutig“ Suizid begangen. In einer ersten Meldung hatte es am Dienstag (8.) noch geheißen, dass die Todesursache unklar sei.

  • Falls Sie Suizid-Gedanken haben oder jemanden kennen, der Suizid-Gedanken hat, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge: 0800/1110111 oder 0800/1110222. Die Anrufe sind kostenlos, die Nummern sind rund um die Uhr zu erreichen.
  • Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet im Internet einen Selbsttest, Wissen und Adressen zum Thema Depression an. Im Online-Forum können sich Betroffene und Angehörige austauschen. Für Jugendliche gibt es ein eigenes Forum.
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