Kunst

Maler Peter Kosch ärgert sich über den EN-Kreis

Kratzer an seinen Bildern beklagt der Wittener Maler Peter Kosch nach der Ausstellung in Breslau.

Kratzer an seinen Bildern beklagt der Wittener Maler Peter Kosch nach der Ausstellung in Breslau.

Foto: FUNKE Foto Services

Witten.  Der EN-Kreis hat ihm 2013 seinen Kunstpreis verliehen. Doch jetzt ist der Wittener Maler Peter Kosch gar nicht mehr gut auf den Kreis zu sprechen.

Der Maler Peter Kosch ist „stinksauer“ auf den EN-Kreis. „Erst schmückt er sich mit seinen Künstlern, dann lässt er sie hängen“, sagt der 64-Jährige. Die Geschichte fing mit einem Preis an und endete mit vier beschädigten Kunstwerken.

Der Wittener hatte 2013 den unter dem damaligen Landrat Arnim Brux ausgelobten EN-Kunstpreis gewonnen. Dazu gehörte ein Ausstellungsprojekt mit der Kunstakademie Breslau, laut Kosch ebenso Kooperationspartner wie der Landkreis Görlitz. Die internationale Schau, die 2014 in Blankenstein und 2015 in Görlitz zu sehen war, kam im April/Mai 2016 nach Breslau, der europäischen Kulturhauptstadt. Kosch war mit drei Arbeiten aus der Serie „Vulkanquellen“ und einer Skulptur vertreten. Alle drei Bilder seien beschädigt zurückgekommen.

„Bilder sind offenbar über einen rauen Boden geschoben worden“

„Sie waren verkratzt. Offenbar sind sie über einen rauen Boden geschoben worden“, sagt Kosch. Auch der Holzsockel für die Skulptur sei total verkratzt gewesen. Ihn konnte der Künstler schon reparieren. Mit 900 Euro halte sich auch der Schaden an den Bildern in Grenzen. Insofern glaubte Kosch an einen „läppischen Versicherungsfall“, den der Veranstalter – die Kunstakademie – problemlos übernimmt. Doch Breslau habe die Angelegenheit ausgesessen. Nach seinen vergeblichen Schreiben mit der Bitte um Schadensregulierung schaltete er einen Anwalt ein.

Außerdem erhoffte er sich Unterstützung vom Kreis, „weil der mich ja schließlich eingeladen hatte, an der Ausstellung teilzunehmen“. Doch auch von dieser Seite sei keine Hilfe gekommen. Als er gar nicht mehr weiterwusste, habe er die mit dem Projekt vertraute Frau des damaligen Landrats, Ulrike Brux, eingeschaltet. Kosch: „Sie hat mir zu verstehen gegeben, dass das eine rechtliche Sache zwischen mir und Breslau sei. Und ich sollte mich an Thomas Strauch wenden.“

„Man hätte mich zumindest moralisch unterstützen können“

Der Wittener Wabe-Chef hatte den Transport laut Kosch organisiert. „Aber die Verpackung war ja unbeschädigt. Das muss in Polen passiert sein“, so Kosch. Er hätte sich nur gewünscht, dass der Kreis etwas Druck bei den Vertragspartnern von der Akademie macht. Insofern sei es eine gute Idee von Ex-Landrat Brux gewesen, wenn die Landräte dorthin schrieben. Doch passiert sei nichts. „Man hätte mich zumindest moralisch unterstützen können. Erst geben sie mit ihren Künstlern an. Und dann lassen sie sie hängen, wenn ein Schaden entsteht.“ EN-Kreis und Ex-Landrat waren noch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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