Geocaching

Lehrer klären Mordfall auf

Die Lehrer ließen sich von Charlotte Vehoff (re.), Mitarbeiterin bei „Outdoor Ruhr“, die GPS-Geräte erklären. Mit ihrer Hilfe machten sich Chistian Benning  und Stephan Dohlen (v.li.) auf die Suche nach dem Täter

Foto: Thomas Nitsche

Die Lehrer ließen sich von Charlotte Vehoff (re.), Mitarbeiterin bei „Outdoor Ruhr“, die GPS-Geräte erklären. Mit ihrer Hilfe machten sich Chistian Benning und Stephan Dohlen (v.li.) auf die Suche nach dem Täter Foto: Thomas Nitsche

Mitarbeiter einer Schule in Bochum-Langendreer gingen in Witten aufKrimi-Schnitzeljagd. Koordinaten führen zu Hinweisen und Zeugen.

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Ein kniffliger Mordfall im beschaulichen Witten hat am Freitag 70 Lehrer und Mitarbeiter der Schule am Leithenhaus aus Langendreer beschäftigt. Einen echten Toten gab es allerdings nicht. Die Pädagogen aus der Nachbarstadt nutzten ihren Betriebsausflug für eine Krimi-Geocaching-Tour. Das ist eine Art moderne Schnitzeljagd.

Erlebnisführer Uwe Kühn vom Veranstalter „Outdoor Ruhr“ hatte die klassischen Zutaten für einen Krimi ausgewählt. Ein Opfer, das es mit der Treue nicht ganz so genau nahm, eine trauernde Witwe und eine eifersüchtige Geliebte. Ganz so einfach war dieses Puzzle jedoch nicht zusammenzusetzen.

Geocaching-Touren hat Uwe Kühn schon häufiger veranstaltet. Mit Hilfe von GPS-Geräten geht es dabei auf die Jagd nach sogenannten Caches (Verstecken), in denen sich kleine Schätze befinden. Dieses Prinzip hat Kühn nun mit einem fiktiven Kriminalfall verknüpft. „In den Verstecken befinden sich Anweisungen und Hinweise, die bei der Suche nach dem Mörder helfen.“

Fünf Stationen suchten die Lehrer auf, an denen es jeweils einen Zeugen zu befragen galt: die Ehefrau im Fitnessstudio, die Hausärztin im Schwesternpark, die Arbeitskollegin im Lutherpark, den Pathologen im Marien-Hospital und die Auszubildende im Ardey Hotel. Einige sichergestellte Beweisstücke, etwa die Kreditkartenabrechnung des Opfers, gab es mit auf den Weg.

„Wie war Ihre Ehe denn?“, fragte eine Hobbydetektivin prompt die Gattin des Opfers. Die berichtete von einer glücklichen Beziehung. Lediglich auf die Schwangerschaft hätte ihr Mann seltsam reagiert. Na klar, da muss doch eine Geliebte im Spiel sein. Das war den Lehrern aus Langendreer, für die der Unterricht am Freitag nach der dritten Stunde endete, schnell klar. Zumal die Kreditkartenabrechnung regelmäßige Übernachtungen im Ardey Hotel aufwies.

Naheliegend war nun, dass der Getötete ein Verhältnis mit seiner Arbeitskollegin hatte. Doch die bestritt das vehement. Über den Köpfen der Lehrer bildeten sich Fragezeichen. Ob das glaubhaft ist? „Es war gar nicht so einfach, die richtigen Fragen zu stellen“, sagte Lehrerin Friederike Maletz. Manches sei einem erst viel später eingefallen. Ihr Team „Miss Marple“ rief den Pathologen daher nach der Befragung noch einmal an. Wichtig: Das Opfer starb an einer Überdosis Insulin. Wer die Ehefrau danach befragte, wusste, dass sie Diabetes hat – sich aber kein Insulin spritzt.

Nach dem dreistündigen Rundgang hatten alle einen Tipp. Wirklich sicher waren sich aber nur wenige. Team „Miss Marple“ legte sich schließlich auf die Hausärztin fest – und lag damit richtig. Sie war die Geliebte, die nach der Schwangerschaft der Ehefrau verlassen werden sollte. Ein echter Krimi.

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