HANDY-SPIEL

Legendäre Taschenmonster erobern Wittens Innenstadt

Eine Schar begeisterter Spieler kommt an der Ecke Körnerstraße/Ruhrstraßezusammen, um gemeinsam die begehrtesten Monster zu fangen.

Foto: Michael Vaupel

Eine Schar begeisterter Spieler kommt an der Ecke Körnerstraße/Ruhrstraßezusammen, um gemeinsam die begehrtesten Monster zu fangen. Foto: Michael Vaupel

witten.   Das Spiel Pokémon Go feiert Comeback: Ein Jahr nach Veröffentlichung schaltet Hersteller neue Fabeltiere frei. In Witten gibt’s besonders viele.

Die Pokémon sind wieder los. Arktos, Lavados und Lugia: Das sind einige der „Legendären“, die es seit Neuestem in dem Kultspiel „Pokémon Go“ zu fangen gibt. Der Hersteller Niantic hat diese seltenen Kreaturen seit dem Sommer durch ein neues Update freigeschaltet. Das Ungewöhnliche: Die „legendären“ Wesen kann man nur in einer Gruppe fangen – nicht alleine. In sogenannten Raid-Kämpfen kommen so bis zu 20 Spieler zusammen, um die begehrtesten Pokémon zu besiegen und einzufangen.

Seit der Veröffentlichung des Handy-Spiels im vergangenen Sommer schien es, der Hype sei längst wieder vorbei. Doch das Update belebt das Spiel wieder: Vernarrte Taschenmonster-Sammler treiben sich in allen Ecken der Stadt herum. An Kampf-Arenen und Pokestops tummeln sich die meisten Spieler – da gibt es entweder besondere Pokémon zu fangen oder Gegenstände zu sammeln.

Der zwölfjährige Luis hat bei seinem Besuch in Witten mehrere „besonders gute“ Pokémon gefangen: Phanpy, ein kleiner Elefant mit roten Flecken auf Ohren und Rüssel, oder Remoraid, ein grau-blaues, fischähnliches Pokémon, und Wiesenior, ein braun-beiges Tier, das wie ein Luchs aussieht. Auch diese Fantasiemonster gehören zu der zweiten Generation, die von Niantic diesen Sommer freigeschaltet wurden. Ganze zehn seiner insgesamt 50 Pokémon hat Luis hier gefunden. Hier hat er mehr von den Exoten entdeckt als anderswo.

Längst hat der Zwölfjährige aber nicht alle gefangen. Insgesamt 248 Taschenmonster existieren im Spiel. Das höchste Level, das man erreichen kann, ist 40. Je erfahrener ein Spieler – das heißt, je mehr Arenen er besucht und Kämpfe er gewonnen hat – desto höher kann er aufsteigen. Das heißt nicht unbedingt, dass er sich alle 248 bereits geschnappt hat. „Aber es ist wahrscheinlich, dass man dann so gut wie alle hat“, sagt der Schüler. In Deutschland haben diesen Sommer die ersten Spieler das höchste Level erreicht, also ein Jahr nach Erscheinen des Spiels.

Manchmal fangen 20 Leute gemeinsam kein Pokémon

Luis selbst ist auf Level 26. Er sei eher ein mittelmäßiger Spieler. Alle zwei Tage geht er mal raus, um neue Monster zu fangen. Richtig fortgeschrittene Spieler gehen mehrmals täglich raus. Die Exemplare, die er gefangen hat, seien für diese Spieler nicht mehr zu gebrauchen.

Bei diesen Profis sind die Raid-Arenen besonders beliebt: Hier tauchen die legendären Poké-Monster auf. Ganz zufällig, man weiß es vorher nicht. Oftmals geschieht es an öffentlichen Plätzen wie Parks, Kirchen oder Kindergärten. Dann hat man zwei Stunden Zeit, um den Eisvogel Arktos oder den Lavavogel Lavados zu fangen. Manchmal schaffen es sogar 20 Leute zusammen nicht, die begehrten Exemplare zu fangen. Nach zwei Stunden verschwinden sie wieder, wie kürzlich nahe der Pestalozzischule.

In Witten lässt sich Pokémon Go besonders gut spielen, meint der Gymnasiast Luis. Die Pokestops seien nicht so weit voneinander entfernt, nach 500 Metern findet man meist den nächsten. In anderen Städten müsste er teilweise einen Kilometer laufen, bis der nächste Stop kommt. Wobei das Laufen an sich für Luis kein Problem ist: „An dem Spiel macht ja gerade Spaß, dass man sich bewegt und an die frische Luft kommt.“

>>> Mit erweiterter Realität auf dem Handy spielen

Pokémon Go ist ein Smartphone-Spiel, in dem das Prinzip der sogenannten erweiterten Realität (engl. „augmented reality“) genutzt wird.

Elemente aus realer und virtueller Umgebung vermischen sich und bilden die Spielumgebung.


Die US-amerikanische Firma Niantic wurde erst durch die Entwicklung dieses beliebten Spiels bekannt.

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