Literatur

Kurze Geschichten, die lange in den Köpfen wirken

Der Wittener Autor Peter Coon liest am heutigen Freitag (24. November) im Oberdorf aus seinem neuen Buch „Weltfrieden ist aus“.

Der Wittener Autor Peter Coon liest am heutigen Freitag (24. November) im Oberdorf aus seinem neuen Buch „Weltfrieden ist aus“.

Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Autor Peter Coon hat sein zweites Buch veröffentlicht. Es sind wieder Kurzgeschichten – dabei hatte er die doch gehasst...

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Was passiert eigentlich, wenn man beim Bäcker ein halbes Kasseler bestellt – und dazu „Einmal Weltfrieden bitte?“ Peter Coon erzählt es in seinem neuen Kurzgeschichten-Buch „Weltfrieden ist aus“. Am Freitag (24. November) liest er daraus im Gemeindehaus im Oberdorf 10 vor.

Der Wittener hatte vor zwei Jahren seinen ersten Band mit Kurzgeschichten veröffentlicht. Zuvor war er bei mehreren Literaturwettbewerben ausgezeichnet worden. „Das hatte mir Mut gemacht, es mit dem Buch zu versuchen“, sagt der 50-Jährige. „Und den Mut brauchte ich – ich hatte nämlich nicht geglaubt, dass meine Geschichten anderen gefallen.“

In der Schule hat er Kurzgeschichten gehasst

Coon liebt Kurzgeschichten. Allerdings war das nicht immer so: „In der Schule bin ich daran verzweifelt.“ Deprimierende Kriegs-Erzählungen von Wolfgang Borchert: „Ich habe sie gehasst. Und nun schreibe ich selber welche.“

Warum er so für diese Art von Literatur schwärmt? „Wenn Kurzgeschichten gut geschrieben sind, dann bleiben für den Leser Rätsel. Das macht es so spannend.“ Man werde in die Erzählung hineingeworfen, müsse sich erst einmal zurechtfinden, die Zusammenhänge entdecken. Die Form lasse viel Platz für Fantasie. „Und oft bleibt das Ende offen, sodass das Gelesene noch lange in den Köpfen nachwirken kann.“

„Die Welt besteht aus Gegensätzen“

Peter Coons 15 Geschichten – ein paar davon sind schon in Anthologien erschienen – erzählen von tiefgreifenden gesellschaftlichen Themen, von Frieden und sozialer Gerechtigkeit, von Menschen mit Handicap etwa. Seine Helden sind normale Menschen, mal gut, mal böse, oder beides. „Denn die Welt besteht aus Gegensätzen.“ Der Wittener Autor, der als Tontechniker sein Geld verdient, schreibt auch die ernsten Themen mit Humor und Leichtigkeit. „Eine Geschichte fängt fröhlich an und endet in einer Katastrophe – das muss mein Leser aushalten.“ Als Zugabe schildert Coon übrigens noch, wie das Symbol der weiß-blauen Friedenstaube entstanden ist.

„Alles wird immer kürzer – also bin ich im Trend“

Ob das Buch ein Erfolg wird? Coon schmunzelt: „Ich hoffe es. Denn eigentlich müssten Kurzgeschichten doch ein Renner sein: Alles wird immer kürzer – Radiobeiträge, Lieder, Artikel.“ Da passten Kurzgeschichten doch genau in den Trend. Und als Gute-Nacht-Lektüre seien sie auch ideal.

Von daher hat Coon auch schon Ideen fürs dritte Buch. „Mir fehlt eigentlich nur die Zeit, sie umzusetzen.“ Doch trotz aller Liebe zur Kurzgeschichte: Pläne für einen Roman hat der Wittener Autor auch.

>>>LESUNG MIT MUSIK

Die Lesung in der Gemeinde im Oberdorf 10 beginnt am heutigen Freitag um 20 Uhr.

Der Eintritt ist frei. Zusätzlich zu den Geschichten gibt es Musik von Liedermacher Mario Bierhoff, Coons Frau spielt zudem Klavier. Außerdem tritt das Duo Lennardt+Lennardt auf.

„Weltfrieden ist aus“ gibt es im Buchhandel als Taschenbuch (8 Euro) oder gebundene Ausgabe (16 Euro).

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