Psychiatrie

Kompromiss zu neuer Psychiatrie in Witten gescheitert

Die Tagesklinik für Psychiatrie auf dem Gelände des Ev. Krankenhauses (EvK) an der Pferdebachstraße könnte laut EvK-Chef Bitter bestehen bleiben, wenn statt 79 nur 50 vollstationäre Plätze in Witten entstehen.

Die Tagesklinik für Psychiatrie auf dem Gelände des Ev. Krankenhauses (EvK) an der Pferdebachstraße könnte laut EvK-Chef Bitter bestehen bleiben, wenn statt 79 nur 50 vollstationäre Plätze in Witten entstehen.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten/Hattingen.  Die Kliniken Herdecke und Hattingen sollen einen Kompromiss im Streit um eine Psychiatrie in Witten abgelehnt haben. Die Ärzte sind auf dem Baum.

Im Streit um eine neue Psychiatrie in Witten zeichnet sich nach zwei weiteren Gesprächen keine einvernehmliche Lösung ab. Nach Informationen der Wittener WAZ lag zwar ein Kompromiss auf dem Tisch. Doch er soll am Veto von Konkurrenzkliniken aus Hattingen und Herdecke gescheitert sein.

Die Verwaltungsleiter beider Krankenhäuser sollen einen Kompromissvorschlag des Gesundheitsministeriums abgelehnt haben, statt der geplanten 79 nur 50 vollstationäre Plätze in Witten zu schaffen und statt 21 nur 20 Tagesklinikplätze. „Die Kompromissbereitschaft des EvK Witten wurde nicht akzeptiert“, so Werner Bitter, der das Evangelische Krankenhaus Witten (EvK) leitet, wo die neue Psychiatrie gebaut werden soll. Das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke und das Elisabeth-Krankenhaus in Hattingen wollen selbst jeweils um rund 40 Betten erweitern. Der Kompromissvorschlag soll vorgesehen haben, dass sie jeweils nur die Hälfte bekommen.

EvK-Geschäftsführer: Herdecker Tagesklinik könnte bestehen bleiben

Laut Bitter könne bei einer reduzierten Zahl neuer Psychiatrie-Betten auf dem EvK-Gelände in Witten die dort bestehende Tagesklinik der Herdecker erhalten bleiben. Doch auch das konnte die Verwaltungschefs der Nachbarstädte offenbar nicht überzeugen. Nun ist die Sorge in Witten groß, dass die neue Psychiatrie gar nicht kommt.

Scharfe Kritik übt die Ärztliche Qualitätsgemeinschaft Witten (ÄQW), die rund 120 niedergelassene Ärzte vertritt. „Hier soll die dezentrale „Zwangsversorgung unserer hochsensiblen Wittener Patientengruppe dauerhaft in der Peripherie festgeschrieben werden“, schreiben die Sprecher Koch und Meinshausen. Sie werfen Herdecke und Hattingen „egoistisches Kirchturmdenken“ vor, „um den eigenen Standort vor den momentan diskutierten Krankenhausschließungen zu schützen“. Erwartet wird nun eine zeitnahe Entscheidung des Gesundheitsministeriums. Es hatte die Pläne für Witten ursprünglich unterstützt.

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