Flut

Kirchen in Witten läuten Glocken für Hochwasser-Opfer

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Unter Wasser stand der Bauwagen einer Kita-Naturschutzgruppe im Kirchenkreis Hattingen-Witten. Er war auf einem Campingplatz an der Ruhr in Hattingen-Niederwenigern abgestellt.

Unter Wasser stand der Bauwagen einer Kita-Naturschutzgruppe im Kirchenkreis Hattingen-Witten. Er war auf einem Campingplatz an der Ruhr in Hattingen-Niederwenigern abgestellt.

Foto: Niki

Witten.  Betroffen von den Folgen der Flut zeigt sich Julia Holtz, Superintendentin im Kirchenkreis Hattingen-Witten. Die Gemeinden selbst hatten Glück.

Die Flut hat auch viele Menschen im Evangelischen Kirchenkreis Hattingen-Witten getroffen. Die Gemeinden selbst verzeichnen aber relativ wenig Schäden.

Keller des Gemeindehauses in Witten-Rüdinghausen stand unter Wasser

In Rüdinghausen stand der Keller des Gemeindehauses unter Wasser. Dank des beherzten Eingreifens mehrerer Gemeindeglieder sei die Jugendetage inzwischen wieder wasserfrei und es habe Schlimmeres verhindert werden können, erklärt Kirchenkreis-Sprecherin Nicole Schneidmüller-Gaiser.

Die alte Dorfkirche in Wetter-Wengern sei wie durch ein Wunder verschont geblieben, obwohl der Dorfkern von der normalerweise sanft dahinplätschernden Elbsche überschwemmt worden sei. Ein umgebauter Bauwagen, den die Naturgruppe einer evangelischen Kita auf einem Campingplatz in Hattingen-Niederwenigern nutzt, wurde geflutet, aber nicht von der Ruhr weggeschwemmt.

Ungleich größere Verluste haben viele andere Menschen erlitten. „Dass wir in Deutschland bei einer Hochwasserkatastrophe einmal so viele Tote zu beklagen haben, hätte ich mir bis vor kurzem nicht vorstellen können“, sagt Superintendentin Julia Holtz. Die vergangenen Tage hat sie damit zugebracht, sich einen Überblick über die Situation in den Gemeinden zu verschaffen.

Pfarrerinnen und Pfarrer spenden Trost

Auch wenn kirchliche Gebäude weitestgehend verschont geblieben sind, gebe es natürlich Menschen in den Gemeinden, die durch das Hochwasser schwer getroffen sind. Holtz: „Die sintflutartigen Regenfälle haben Existenzen zerstört und uns auf brutale Weise mit der Zerbrechlichkeit unserer gewohnten Sicherheit konfrontiert.“

Die Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenkreis seien gerade überall im Einsatz, um den Menschen beizustehen und Trost zu spenden. Notfallseelsorger Oliver Gengenbach kümmert sich auch um die vielen Helferinnen und Helfer, ob bei Feuerwehr, DRK, ASB oder DLRG. „Es ist jetzt für alle wichtig, die Trauer und das Entsetzen nicht zu verdrängen. Wir dürfen, ja wir sollen unsere Verzweiflung aussprechen, nicht nur untereinander, sondern auch Gott gegenüber“, sagt Julia Holtz, Chef-Geistliche im Kirchenkreis.

Benefizkonzert für Flutopfer am Freitag in der Johanniskirche in Witten

Berührt sei sie von der Welle der Hilfsbereitschaft. „Menschen packen an, helfen einander, spenden Lebensmittel und Kleidung. Und viele wollen noch mehr tun.“ So hat die Johannisgemeinde in Witten spontan ein Benefizkonzert auf die Beine gestellt. Am Sonntag (25. Juli) tritt die Wittener Sängerin Dagmar Linde mit Organistin Niona Aristova ab 18 Uhr zugunsten der Flutopfer in der Johanniskirche auf.

Als Zeichen der Solidarität mit den Opfern der Hochwasserkatastrophe lassen evangelische Gemeinen wie Johannis am Freitag um 18 Uhr die Glocken läuten. Dazu hatte Präses Annette Kurschuss aufgerufen.

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