Kabarett

Kernige Sprüche vom „sächsischen Sexsymbol“ Olaf Schubert

Olaf Schubert mag’s auch ganz gern musikalisch an seiner Gitarre.

Olaf Schubert mag’s auch ganz gern musikalisch an seiner Gitarre.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Mit seinem Programm „Sexy forever“ trat Kabarettist Olaf Schubert im Saalbau auf. Zotige Anmachtipps und eigenwillige Musikstücke.

Mal Hand aufs Herz: Wenn es um „über zwei Stunden knisternder Sinnlichkeit“ geht, wer würde dahinter schon einen Auftritt von Olaf Schubert vermuten? Doch es war tatsächlich der kleine Sachse mit dem Flodderlook und dem immer gleichen Dress (mit gelbem Pullunder in Argyle-Optik), der auf der Saalbau-Bühne sein Programm „Sexy forever“ zum Besten gab.

Warum er seine Show, mit der er seit 2016 durchs Land tourt, mit einem englischen Titel versehen hat? „Wir wollen jetzt auch auf den amerikanischen Markt. Also erstmal nach Rumänien – und da ist Witten ja ein guter Einstieg“, sonderte der 51-Jährige erstmal eine kleine Frotzelei ab. Die nächste bekam die Spielstätte ab: „Im Saalbau sind wir hier? Na ja, mehr Bau als Saal.“

Seitenhieb gegen „Defensiv-Uschi“

Dass sich der Dresdner gerne selbst auf die Schüppe nimmt, kennt man von diversen TV-Auftritten. Als „Sexsymbol meiner sächsischen Heimat“ sieht sich Schubert, aber wohl eher als „kleiner Hüne, gewissermaßen ein Hühnchen.“ Seine zotigen Anmach-Tipps sorgen immerhin allein schon ob der schwülstigen Formulierungen („oh Holde, heut’ Nacht komm’ ich dir anbei“) für Schenkelklopfer. Eher gedämpft reagiert das Wittener Publikum auf Schuberts derbe Gags zum Thema Kinderarbeit („das Zeugs in Bangladesch wird ja so lieblos zusammengeklöppelt – das kann man nicht alles auf die Beleuchtungsverhältnisse schieben“).

Seine Stärken hat der Sachse in seinem Wortwitz, stetig wandelt er hin und her zwischen geistreich und albern. Trifft mit politischen Themen zu „Defensiv-Uschi“ und ihrem morschen Bundeswehr-Gerät sowie Dieselfahrverbot und Migration bisweilen sehr wohl den Nerv bei seinen Anhängern. Die musikalischen Einlagen und das ewige Mobbing in Richtung seines Gitarristen Jochen Barkas sind indes auf Dauer eher strapaziös. Oder wie Schubert sagen würde: „Toleranz hat Grenzen.“

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