Nach dem Brand in Paris

Kaum Brandschutzanlagen in Wittener Kirchen

Auch sie hat einen Dachstuhl aus Holz: die Johanniskirche, Wittens ältester Kirchbau.

Auch sie hat einen Dachstuhl aus Holz: die Johanniskirche, Wittens ältester Kirchbau.

Foto: Jörg Schimmel

Witten.   Für Kirchbauten gelten Sonderregelungen: Deswegen gibt es auch in den Wittener Kirchen kaum Feuerschutztüren oder Brandmelder.

Die Bilder von der brennenden Pariser Kirche Notre-Dame haben viele Menschen geschockt. Wie ist es aber um den Brandschutz in den Wittener Kirchen bestellt?

Historische Gebäude seien Sonderfälle und fallen auch nicht unter die Richtlinien für Versammlungsstätten, sagt Dirk Lieder, stellvertretender Leiter der Wittener Feuerwehr, die solche Gebäude regelmäßig besichtigt. „Die Bestandsgarantie hat bei so alten Gebäuden Vorrang.“ Dirk Lieder nennt ein Beispiel: „Eine historische Eichentür reißt man nicht für eine Feuerschutztür raus.“ Es liege in der Hand der Eigentümer, also den Bistümern, Schutzmaßnahmen zu ergreifen – es gebe sie in Witten aber kaum.

Feuerwehr: Brandgefahr in Kirchen eher gering

Die Gefahr für eine Brandentstehung sei in den Gotteshäusern relativ gering. „Problematisch wird es bei Bauarbeiten, wenn etwa im Dachstuhl geschweißt wird, oder bei Blitzschlag“, sagt Lieder. Die Benutzung von Kerzen sei eher ungefährlich. „Wenn eine Kerze auf den Steinboden kippt, löst das nicht direkt ein Feuer aus.“ Außerdem sei der Luftraum in einem Mittelschiff so hoch, dass Besucher genug Zeit haben, im Ernstfall den Raum zu verlassen.

Wittens ältester Kirchbau ist die Johanniskirche. Küsterin Blazenka Weber-Lorenz weiß um die Probleme: „Wir haben ein Dach aus Holz, das regelmäßig gewartet wird. Arbeiten dort geschehen mit besonderer Vorsicht.“ Bei Gottesdiensten mit vielen Kerzen würden Wassereimer und Feuerlöscher bereitgestellt. „Und es gibt vier, fünf Leute, die auf die Sicherheit achten.“

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