Kaufhof

Kaufhof in Witten: Beim Ausverkauf drängen sich die Kunden

Mit voller Einkaufstasche auf dem Rückweg: Eine Kundin der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filiale hat beim Ausverkauf in Witten zugeschlagen.

Mit voller Einkaufstasche auf dem Rückweg: Eine Kundin der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filiale hat beim Ausverkauf in Witten zugeschlagen.

Foto: Kim Kanert / FUNKE Foto Services

Witten.  Galeria Kaufhof in Witten schließt womöglich schon Mitte Oktober. Der Ausverkauf lässt zurzeit die Kassen klingeln. Aber was passiert danach?

Ach, hätten die Wittener ihren Kaufhof doch immer so gut besucht wie in diesen Tagen. Die Filiale hat nur noch wenige Wochen geöffnet, voraussichtlich bis Mitte Oktober, der Ausverkauf läuft seit Ende Juli. Mittlerweile gleicht das Warenhaus einem riesigen Wühltisch. Hohe Rabatte sorgen für lange Schlangen an den Kassen. Und: Es gibt erste Pläne für eine Folgenutzung.

In den Regalen, an Kleiderständern oder in großen grauen Plastikkisten wird alles auf die Verkaufsflächen geschoben, was offenbar noch im Lager lag. Bis zu 50 Prozent ist das Angebot reduziert, so dass Eltern schon Tornister für den nächsten Sommer kaufen, Ehepaare Reisekoffer, Wäsche, Töpfe, notfalls werden einfach Socken im Fünferpack mitgenommen.

Vor den Kassen bei Galeria Karstadt Kaufhof in Witten bilden sich lange Schlange

Alle Kassen haben geöffnet und trotzdem bilden sich lange Schlangen. 21 Kunden stehen an diesem Dienstagvormittag (8.9.) – mit Sicherheitsabstand – vor der zentralen Kasse im Erdgeschoss. Über die Wartezeit ärgert sich niemand, eher freut man sich über Schnäppchen.

Das Angebot ist schon gut geräubert. Überall da, wo die Regale und Wände leergefegt sind und keine bunten Waren den Blick ablenken, fällt einem erst ins Auge, wie heruntergekommen das Kaufhaus mittlerweile aussieht.

Schließung schon Mitte Oktober?

Und wann ist nun endgültig Schluss? Offiziell spricht Galeria Karstadt Kaufhof von Ende Oktober. Aus Mitarbeiterkreisen heißt es, schon Mitte Oktober werde Witten dichtmachen. Eine externe Firma regele die letzten Tage. Schon jetzt kann man das Wittener Warenhaus nicht mehr telefonisch erreichen. Man landet in einem Callcenter, das keine Möglichkeit habe, weiterzuverbinden.

Mitarbeiter des Gebäudebesitzers, Saller Immobilien aus Weimar, waren in der letzten Woche in Witten, um mit Mietinteressenten und der Bürgermeisterin zu sprechen. Nach Informationen unserer Redaktion gibt es Pläne des Besitzers, das 15.000 m² große Gebäude neu zu strukturieren und in einzelne Geschäfte zu gliedern. Die Rede ist von einem „Fachmarktzentrum“, mit Supermarkt und Geschäften aus verschiedenen Branchen wie Drogeriemarkt oder Schuhhandel, aber keinen Modeshops. Spruchreif sei dies aber noch nicht.

Hohe Glasfassade gibt den Blick auf einzelne Shops frei

Käme es so, würde an der oberen Bahnhofstraße zunächst eine große Baustelle entstehen. Das Warenhaus, das noch wie ein Betonklotz aus den 70er Jahren anmutet, soll optisch komplett verändert werden. Ideen gibt es für eine Glasfassade über zwei Etagen am Eingang Bahnhof-/Heilenstraße. Durch sie könne man weit ins Gebäude hineinblicken, jeder Shop solle „einsehbar“ sein. Mit Helligkeit und Tageslicht würde man sich von manch anderer Shoppingmall absetzen.

Die oberen Etagen müssten dann anderweitig genutzt werden. Pläne aus der Politik reichen über ein Spiel- und Betreuungsangebot für Kinder (CDU) bis zu Büroflächen für die Digitalwirtschaft und einer kleinen Markthalle (Grüne). Bürgermeisterin Sonja Leidemann hatte – neben der Unterbringung der städtischen EDV-Abteilung – jüngst sogar die „verwegene Idee“, eine Turnhalle einzurichten. Und ganz oben vielleicht eine Gastronomie, sozusagen „über den Dächern von Witten“.

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