Stadtfinanzen

Kanalnetz bleibt in Händen der Stadt Witten

Die Abwasserbeseitigung bleibt in Witten Sache der Stadt.

Die Abwasserbeseitigung bleibt in Witten Sache der Stadt.

Foto: Oliver Schlappat

Witten.   Andere Kommunen vergeben den Betrieb ihres städtischen Kanalnetzes, wodurch viel Geld ins Stadtsäckel fließt. In Witten ändert sich nichts.

Eine Betriebsübertragung des städtischen Kanalnetzes auf den Ruhrverband wird es in Witten vorerst nicht geben. Der Hattinger Stadtrat hatte in der vergangenen Woche beschlossen, sein Kanalnetz für 110 Millionen Euro an den Ruhrverband zu übergeben. Die Nachbarkommune will damit Lücken im Haushalt stopfen.

Mit der Möglichkeit, es dem Hattinger Beispiel gleich zu tun, habe man sich schon „abstrakt“ beschäftigt, sagt Stadtkämmerer Matthias Kleinschmidt. „Wir wollen aber erstmal die Erfahrungen der ersten Kommunen abwarten, die diesen Schritt gegangen sind“, so Kleinschmidt. Neben Hattingen hatte etwa auch die Kommune Nordkirchen im Kreis Coesfeld ihre Abwasserbeseitigung auf den dort zuständigen Lippeverband übertragen.

Wittener Kanalnetz müsste erst bewertet werden

4,5 Millionen Euro würden jährlich von der Entwässerung der Stadt (ESW) als interne Gewinnausschüttung in die städtische Kasse fließen. „Wenn man verkauft, fehlt natürlich dieser Gewinn“, so Kleinschmidt.

Auch Witten müsste den Erlös des Verkaufs in den Abbau seiner Schulden investieren. „Aber bei 310 Millionen Schulden würde das sicher nicht den gesamten Betrag tilgen.“ Wieviel das Wittener Netz überhaupt wert ist, weiß Kleinschmidt nicht. „Dazu müsste das Netz erst technisch und wirtschaftlich bewertet werden.“

Insgesamt hätte die Stadt mit ihrem neuen Abwasserbeseitigungskonzept nun „keinen großen Nachholbedarf“, was den technischen Zustand der Leitungen angehe. „Wir brauchen keinen starken Partner, der investiert“, so der Kämmerer. Auch deshalb könne man nun erstmal abwarten.

Seitens des Ruhrverbandes heißt es, es habe vor rund zwei Jahren erste, unverbindliche Gespräche mit der Stadtverwaltung gegeben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben