Medizin

Kaiserschnitt im Ennepe-Ruhr-Kreis besonders beliebt

Im EN-Kreis werden – im Vergleich zum restlichen NRW – besonders viele Babys per Kaiserschnitt auf die Welt geholt.

Im EN-Kreis werden – im Vergleich zum restlichen NRW – besonders viele Babys per Kaiserschnitt auf die Welt geholt.

Foto: Arno Burgi / picture alliance/ dpa

Witten/EN-Kreis.  Im EN-Kreis kommt jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt, hat die Untersuchung einer Krankenkasse ergeben. Das kann Folgen haben.

Jedes dritte Kind im Ennepe-Ruhr-Kreis kommt per Kaiserschnitt zur Welt. Im Jahr 2018 waren das laut der Krankenkasse IKK classic 1698 von insgesamt 4856 Geburten. „Damit liegt der Kreis deutlich über dem NRW-Durchschnitt von 29,9 Prozent. Die natürliche Methode wird durch den Kaiserschnitt immer mehr verdrängt“, sagt Stefanie Weier von der IKK classic. Viele Frauen glaubten, ein Kaiserschnitt sei sicherer. Doch auch bei dieser Entbindungsmethode könne es Komplikationen geben.

Warum immer mehr Entbindungen per Kaiserschnitt erfolgen, ist nicht eindeutig geklärt. „Es gibt Situationen, in denen ein Kaiserschnitt medizinisch unumgänglich ist, beispielsweise um das Leben von Mutter und Kind zu schützen“, so Stefanie Weier. „In den meisten Fällen gibt es jedoch einen Ermessensspielraum, der von Ärzten und Krankenhäusern offensichtlich ganz unterschiedlich genutzt wird.“

Krankenkasse: Viele Frauen haben Angst vor den Schmerzen einer natürlichen Geburt

Hinzu kommt, dass viele Frauen den Kaiserschnitt einer natürlichen Geburt vorziehen. Beispielsweise weil sie glauben, dies sei die sicherere Methode und sie Angst vor Schmerzen und Komplikationen haben, oder weil sie so an einem bestimmten Termin entbinden können.

Zwar sind die Komplikationen bei einem Kaiserschnitt dank des medizinischen Fortschritts zunehmend gesunken, trotzdem handelt es sich bei dieser Methode immer noch um einen großen medizinischen Eingriff, der nicht gefahrlos ist. So haben beispielsweise Frauen schon nach einer natürlichen Geburt ein erheblich gesteigertes Risiko, eine Thrombose oder eine Lungenembolie zu bekommen, durch einen Kaiserschnitt steigt dieses Risiko aber noch weiter an.

Außerdem haben Kaiserschnittkinder ein höheres Risiko, später an Diabetes Typ 1, Allergien, Asthma und Zöliakie, eine Überempfindlichkeit gegenüber Weizenbestandteilen in der Nahrung, zu erkranken. Zudem wirkt sich ein Kaiserschnitt auf zukünftige Schwangerschaften aus. Durch die Narbe ist die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter häufiger beeinträchtigt.

„Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf sollte deshalb die Notwendigkeit eines Kaiserschnitts immer gut abgewogen und mit dem Arzt und der Hebamme besprochen werden“, so Stefanie Weier.

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