Kultur

Junge Leute machen Theater im Wiesenviertel

Das Frederick-Ensemble probt das pantomimische Zeitunglesen. Die Darsteller entdeckte unser Fotograf auf einer  Mauer an der Gerichtsstraße . Foto:Jürgen Theobald

Das Frederick-Ensemble probt das pantomimische Zeitunglesen. Die Darsteller entdeckte unser Fotograf auf einer Mauer an der Gerichtsstraße . Foto:Jürgen Theobald

  An vier Abenden wird das Quartier zu Bühne. Darsteller führen zu den Spielorten und der Lichtkünstler Jörg Rost illuminiert verschiedene Plätze

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Wer in den letzten Tagen durchs Wiesenviertel ging, dem werden vielleicht Menschen aufgefallen sein, die sich ungewöhnlich verhalten: Die auf dem Brunnen an der Casinostraße tanzen oder so tun, als würden sie Zeitung lesen. Der Hintergrund: Aktuell probt das Frederick-Ensemble für sein neues Stück „Ein Viertel fürs Ganze“. Interessierte können sich auf einen inszenierten Rundgang zu verschiedenen Spielorten freuen. Als besonderes Highlight wird das Quartier zudem eine Woche lang von Lichtkünstler Jörg Rost ins rechte Licht gerückt.

„Ein Viertel fürs Ganze“

Das Frederick Ensemble ist eine Gruppe erwerbsloser junger Leute, die über das Theater neue Perspektiven für ihr Leben suchen. Die Kurt und Maria Dohle Stiftung finanziert diesen Zweig der Projektfabrik. Das Schauspiel scheint Gutes zu bewirken – denn die Inszenierung von Goethes „Faust“ im letzten Sommer und des Bilderbuchs „Frederick“ beeindruckten. Nun folgt „Ein Viertel fürs Ganze“, Premiere ist am Samstag, 23. Juni.

Unterhaltsam und überraschend soll es werden, versprechen die Akteure. Gemeinsam mit den Zuschauern zieht die Truppe durchs Wiesenviertel. An ungewöhnlichen Orten werden Situationen gespielt oder Geschichten erzählt. 90 Minuten dauert die Reise durchs Quartier, bei der auch bekannte Akteure des Viertels mitwirken – zum Beispiel Bärbel Wolfes-Maduka, Inhaberin des Hutsalons. Die Reise endet im ehemaligen Café Leye an der Bahnhofstraße. Dort spielt die „Fredband“ ein Minikonzert, es gibt Bratwurst, Bier und WM live: Denn an diesem Abend spielt auch die deutsche Mannschaft, was den Kartenverkauf erschweren könnte.

Viertel im Scheinwerferlicht

Ein besonderes Highlight des Projektes folgt zwischen den beiden Auftrittswochenenden vom 25. bis 29. Juni. Dann illuminiert Lichtkünstler Jörg Rost das Wiesenviertel. Ausgesuchte Orte wird er mit Beginn der blauen Stunde bis Mitternacht in Szene setzen. „Jeden Abend zeigt sich das Quartier in einem anderen Bild“, verspricht der Schwerter, der seit 28 Jahren mit seiner Illumination international erfolgreich ist.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit? „Das Wiesenviertel ist über Witten hinaus in Sachen Kulturarbeit ein Vorzeigestadtteil“, betont er. Gerade hier könne er sein Prinzip umsetzen, „die Aufmerksamkeit auf öffentliche Räume zu lenken, auf Dinge, die sonst unbeachtet bleiben“. Am Montagabend habe er sich bereits markante Punkte in Witten ausgesucht. Wo die sind, verrät er nicht. „Ich möchte, dass die Wittener vor die Tür gehen und sich überraschen lassen.“

>> Termine und Preise

Premiere ist am Samstag, 23. Juni, um 18 Uhr. Weitere Vorstellungen: Sonntag, 24.6., um 18 Uhr, Samstag, 30.6., und Sonntag, 1.7., um 19.30 Uhr. Treffpunkt ist jeweils der Sackträgerbrunnen an der Casinostraße.

Das Projekt „Ein Viertel fürs Ganze“ wird finanziell gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW sowie durch das Programm „Kreativ.Quartiere Ruhr“, einem Projekt der ecce GmbH. Jenes Dortmunder „european centre for creative economy“ hat das Ziel, die Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet zu stärken, die ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sei.

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