Politik

JU-Vorsitzender: „Wir sind nicht alle Merkel-Freunde“

Jan Herbrechter aus Heven ist Vorsitzender der Jungen Union.

Foto: Barbara Zabka

Jan Herbrechter aus Heven ist Vorsitzender der Jungen Union.

Witten.   Jan Herbrechter, neuer Vorsitzender der Jungen Union Witten, spricht über die Bundespolitik, den Traum vom Naturfreibad in Bommern und die WM.

In der Jungen Union (JU) Witten bläst seit drei Monaten ein „frischer Wind“, wie es der neue Vorsitzende Jan Herbrechter formuliert. Er freut sich über jüngere Mitglieder und spannende Ziele für die Zukunft. Der 26-Jährige aus Heven, der an der Ruhr-Uni Elektrotechnik studiert, kam zum Antrittsbesuch in die Redaktion – ganz locker in Jeans und Hemd. Im Interview spricht er über den Wunsch nach einem Naturfreibad, über Heimat, Angela Merkel und Fußball.

Seit wann gehören Sie der Jungen Union an und warum?

Jan Herbrechter: Ich bin seit 2014 dabei und 2015 dann auch in die CDU eingetreten. Man sitzt ja irgendwann zuhause, guckt sich die Politiker im Fernsehen an und denkt: Das kann ich ja alles viel besser. Ein Kommilitone, der schon aktiv in der JU war, hat mich dann mal zu einem Treffen mitgenommen. Und da merkt man: So einfach ist das alles gar nicht. Aber auf lokaler Ebene kann man schon was bewirken. Da unterstützt uns unsere Partei super, aber wir sind ja auch deren Motor, sehen vieles mit anderen Augen.

„Wir wollen etwas gegen das Insektensterben tun“

Was denn zum Beispiel?

Tja, unser Projekt, das wir seit Jahrzehnten verfolgen, ist sicher nicht das beste Beispiel. Aber jetzt wollen wir endlich mit den Plänen für das Naturfreibad in Bommern vorankommen, obwohl der Beschlussvorschlag 2016 von der Verwaltung abgelehnt wurde. Doch wir finden, was am Baldeneysee möglich ist, muss auch für Witten funktionieren. Auf der Wiese dort herrschen bei gutem Wetter ohnehin freibadähnliche Zustände. Die Wasserqualität stimmt auch. Fehlen noch Mülleimer und eine Aufsicht. Für die Wittener würde das die Lebensqualität sicher erhöhen. Wir planen dazu demnächst einen Stand in der Innenstadt, außerdem hat die Fraktion eine entsprechende Anfrage vorbereitet.

Welche Schwerpunkte werden Sie noch setzen?

Den Begriff Heimat werden wir in den Mittelpunkt stellen, denn jeder braucht Heimat, einen Ort, an dem er sich wohlfühlt, für den er brennt. Vorträge mit namhaften Rednern sind für Ende des Jahres geplant, als Zugpferd wird etwa Paul Ziemiak kommen, der Bundesvorsitzende der JU. Den könnte man auch schon mal in der Talk-Runde bei Anne Will gesehen haben. Umweltschutz wird uns beschäftigen, speziell wollen wir etwas gegen das Insektensterben tun, haben dazu gerade eine Arbeitsgruppe gegründet, denn wir haben auch ein paar Biologen unter uns.

„Wir sind eine lustige Runde, aber trotzdem effektiv“

Wer macht noch mit in der JU?

Wir sind derzeit 77: Schüler, Studenten, Sozialarbeiter, Schichtarbeiter, von 16 bis Mitte 30. Neulich haben wir ein paar Frauen dazu bekommen, aber die Jungs sind in der Überzahl. Wir sind eine lustige Runde – aber trotzdem effektiv.

Was halten Sie von Frau Merkel?

Nur weil wir in der JU sind, sind wir nicht alle Merkel-Freunde. Sie hat vieles erreicht, aber unumkehrbare Fehler gemacht, etwa die offenen Grenzen seit der Flüchtlingswelle vor drei Jahren. Wir haben kein Problem mit Flüchtlingen, waren damals auch in der Jahnhalle, aber irgendwann läuft das Glas über.

Soll heißen?

Wir als Bewohner des Landes müssen mehr zu uns selber stehen und unsere Lebenskultur verteidigen, dann passieren andere Dinge gar nicht. Integration ist nicht, 20 Burkinis für den Schwimmunterricht an einer Schule zu kaufen.

Studium, politisches Engagement. Haben Sie noch Zeit für anderes?

Fußball. Ich habe eine Dauerkarte für den BVB, Südtribüne. Und ich bin Schiri beim TuS Heven, pfeife die Herren und auch schon mal den Nachwuchs des VfL Bochum.

Dann sind Sie bestimmt im WM-Fieber. Gewinnt Deutschland?

Ja, oder? Auf jeden Fall hat unsere Mannschaft gute Aussichten. Und ja, langsam steigt das WM-Fieber.

>> INFORMATION

  • Im März hat die Junge Union ihren neuen Vorstand gewählt. Vorsitzender ist Jan Herbrechter, seine Stellvertreter sind Kevin Jakubowski und Adnan Laidi. Schriftführer ist Dominik Dzimballa. Es gibt mehrere Beisitzer.
  • Wer sich für die JU interessiert: Auf Facebook, aber auch auf Instagram oder über ju-witten.de kann man sich informieren. Dort werden auch Termine für die monatlichen Treffen (meist im Ratskeller) veröffentlicht.

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