Menschen mit Behinderung

Inklusiver Sportverein geht in Witten an den Start

Auch beim Ballett können Mädchen mit und ohne Behinderung mitmachen. Und das klappt ziemlich gut.

Auch beim Ballett können Mädchen mit und ohne Behinderung mitmachen. Und das klappt ziemlich gut.

Foto: Barbara Zabka

Witten.   Der Inklusive Sportclub Witten feierte sein erstes Sportfest bei der Lebenshilfe. Das Angebot richtet sich an Menschen mit und ohne Behinderung.

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Bei strahlendem Wetter verwandelt sich das Gelände der Lebenshilfe an der Dortmunder Straße in einen großen und bunten Parcours. Zahlreiche Besucher sind der Einladung zum ersten Sportfest des neu gegründeten „ISC“ (inklusiver Sportclub Witten) gefolgt und probieren mit viel Eifer die Schnupperangebote des Vereins aus.

„Wir haben dieses Gründungsfest mit Absicht auf den heutigen Tag gelegt“, erklärt Marika Wollschläger, erste Vorsitzende des Vereins. „Heute ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.“ Den Vereinsvorsitz teilt sich die Bereichsleiterin der ALW gGmbH der Lebenshilfe mit Jürgen Zerbin, Leiter des Ambulant Betreuten Wohnens beim Verein Integra, und Andreas Blappert, der im Christopherushof wohnt und arbeitet. Der Verein ist eigenständig und an keine bestehende Organisation gebunden.

Die Idee zur Gründung hatte Dr. Dieter König, Geschäftsführer der Lebenshilfe Witten. Anlass sei ein überregionaler Workshop zahlreicher Werkstätten Deutschlands gewesen, der sich mit der möglichen Inklusion im Fußballsport beschäftigte. „Wir merkten aber schnell, dass das viel zu kurz gegriffen war.“ Ein leistungsorientierter Sport wie Fußball bot zu wenig gemeinsame Ansätze: „Niederschwellige Sportarten ohne Leistungsgedanken bilden nun die Basis für das Angebot des Vereins“, so Dieter König.

Und wie so etwas aussehen kann, zeigte das Angebot vor Ort: Walking, Boule, Step-Aerobic, Entspannung, Ballett für Groß und Klein – der Vielfalt sind kaum Grenzen gesetzt.

„Mauern in den Köpfen einreißen“

Cäcilie Szonn (62) und Tochter Carmen (34) versuchen sich gerade an der Torwand. Was bedeutet für sie das neue Angebot? „Ängste abbauen und Mauern in den Köpfen einreißen“, ist für die Mutter sofort klar. Carmen wohnt in der Wohngemeinschaft an der Dortmunder Straße und ist in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung beschäftigt. „Es ist mir sehr wichtig, dass sie auch Kontakt zu Menschen ohne Handicap hat. Nur im Miteinander lassen sich Vorbehalte abbauen.“ Richtig viel Spaß hat auch Jeanette Kleffmann. Boule hat sie bereits ausprobiert, nun ist sie auf dem Weg zum Step-Aerobic. „Da macht mein Freund Sascha mit – ich will ihn dabei filmen“, lacht die 44-Jährige.

Um dem Verein Starthilfe zu geben, stellt die Lebenshilfe ihre Infrastruktur und erste finanzielle Hilfen zur Verfügung. Es ist geplant, das Angebot durch zahlreiche Kooperationen fortlaufend zu erweitern. Elke den Brave, Leiterin der Vereins Wildwasser in Bochum, ist begeistert von dem neuen Verein und kann sich sehr gut die Zusammenarbeit vorstellen: „Wir bieten Drachenbootpaddeln an, natürlich inklusiv.“ Und was würde besser zu dem neuen Verein passen als das Motto der Paddler: „Wir sitzen alle in einem Boot!“

>> Kontakt zum neuen Sortverein

Der Inklusive Sportclub Witten e.V. geht mit 17 Gründungsmitgliedern an den Start. Fördermittel erhält der Verein aus dem Programm „Demokratie leben“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Geschäftsführerin des ISW, Judith Wagner, koordiniert die Angebote des neuen Vereins. Bei ihr erfährt man Einzelheiten über bestehende und geplante Angebote und eine Mitgliedschaft im Verein: 2895 401 oder Mail: info@isc-witten.org.

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