Gericht

Immer mehr Anklagepunkte gegen 19-jährigen Syrer aus Witten

Wegen inzwischen neun Delikten – vom Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte bis zur Vergewaltigung – muss sich ein Syrer (19) vor dem Landgericht Bochum verantworten. Hier eine Aufnahme des neuen Justizzentrums.

Wegen inzwischen neun Delikten – vom Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte bis zur Vergewaltigung – muss sich ein Syrer (19) vor dem Landgericht Bochum verantworten. Hier eine Aufnahme des neuen Justizzentrums.

Foto: Ingo Otto

Witten.   Die Liste der Anklagepunkte gegen einen 19-jährigen Syrer, der einen Polizisten auf dem Rathausplatz verprügelt haben soll, wird immer länger.

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Nachdem er letztes Mal einen Verhandlungstag geschwänzt hatte und deshalb in Untersuchungshaft gekommen war, wurde der 19-jährige Syrer am Donnerstag (15.3.) von zwei Justizbeamten vorgeführt.

Der als Intensiv-Straftäter polizeibekannte Flüchtling muss sich wegen eines gewalttätigen Angriffs auf einen Polizisten am Rathausplatz, wegen Vergewaltigung einer Frau in einer Flüchtlingsunterkunft, mehrerer Körperverletzungsdelikte sowie Beleidigungen, Drogenbesitz und Computerbetrug vor dem Landgericht Bochum verantworten.

Zu den acht Anklagepunkten kam jetzt ein weiterer wegen gefährlicher Körperverletzung hinzu. Der Mann soll am 29. Oktober mit zwei Mittätern in einer S-Bahn auf der Fahrt nach Dortmund einen Fahrgast verprügelt haben. Dem Opfer wurde ein Zahn abgebrochen. Außerdem mussten laut Anklage fünf Stiche am Hinterkopf genäht werden.

Opfer: „Ich traue mich abends nicht mehr raus“

Die Richter interessierten sich am Donnerstag aber mehr für eine Gewalttat vom 17. September auf der Körnerstraße. Da soll der Syrer völlig grundlos einen jungen Mann geschlagen und zu Boden geworfen haben. Das Opfer erlitt ein Hals-Wirbelsäulen-Trauma. „Ich nehme bis heute Schmerzmittel und traue mich abends nicht mehr raus“, sagte der Mann als Zeuge. Von der Arbeit lasse er sich seit dem Vorfall abholen.

Er habe an diese konkrete Tat keine Erinnerung, behauptete der Angeklagte. „Ich entschuldige mich aber aus tiefstem Herzen.“ Er habe ein Alkohol- und Drogenproblem und bitte um eine Entzugstherapie. „Die Tränen des Selbstmitleids habe ich satt. Der Angeklagte lügt“, regte sich daraufhin der Staatsanwalt auf. Ein Gutachter soll den Mann demnächst im Gefängnis untersuchen und feststellen, wie es um seine angebliche Drogensucht steht.

Zeugen droht Verfahren wegen Falschaussage

Eine Begleiterin (23) des Opfers von der Körnerstraße sagte aus, der Angeklagte sei auf sie zugerannt und habe sie gepackt. Er sei aggressiv gewesen, habe ihren Begleiter auf den Boden geworfen und über die Straße gezerrt. Ein weiterer Zeuge, ein anderer Syrer (31), der damals angeblich dazwischenging, sagte dagegen, es sei nichts passiert.

Der Angeklagte habe sich beim Opfer entschuldigt und wolle die Tat nicht mehr abstreiten, gab der Vorsitzende Richter zu bedenken. Doch der Zeuge blieb bei seiner Aussage. Daraufhin kündigte der Staatsanwalt an, er werde jetzt ein Verfahren wegen uneidlicher Falschaussage gegen ihn einleiten. Schließlich sei bekannt, dass der Angeklagte auf Zeugen eingewirkt habe, nichts Belastendes auszusagen.

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