Kirchenkreis

Im Reformations-Garten wird Luthers Leben lebendig

Mit großem Ernst spielen die Schüler ihre Rollen.

Mit großem Ernst spielen die Schüler ihre Rollen.

Foto: Manfred Sander

Witten.   Rund 20 Oberstufenschüler gestalten ab Sonntag ein ungewöhnliches Theaterprojekt in der Johanneskirche. Täglich gibt es mehrere Aufführungen.

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Luther ist mehr als trockener Unterrichtsstoff – Luther ist spannende Geschichte. Das will das ungewöhnliche Theaterprojekt „Reformations-Garten“ zeigen, das ab Sonntag eine Woche lang in der Johanniskirche zu sehen ist. Wittener Abiturienten inszenieren darin acht Stationen aus dem Leben Martin Luthers und lassen die Zeit der Reformation lebendig werden.

Das Prinzip ist dabei ähnlich wie bei dem bekannten „Passions-Garten“: Erzählt wird nicht ein durchgehendes Stück auf einer Bühne, stattdessen werden Szenen nach verschiedenen Orten in der Kirche aufgeführt. Eine „Reiseleitung“ nimmt die Besuchergruppe – maximal 30 Zuschauer pro Aufführung – vorab an der Tür in Empfang und geleitet sie durch die Szenen, nimmt sie also quasi mit durch das Leben des Reformators.

Am Ende darf auch diskutiert werden

Von der Schule geht es über seine Klosterzeit zum Marktplatz Wittenberg und zum Thesenanschlag, dann weiter zum Reichstag in Worms, zur Wartburg und zu Luthers Hochzeit. Doch damit ist nicht Schluss. An der letzten Station darf diskutiert werden – auch über die Situation der Kirche heute.

Das Stück wurde nicht für Witten entwickelt. Pfarrerin Julia Holtz hatte es vor einiger Zeit entdeckt. Was in Witten zu sehen sein wird, steht so allerdings nicht im Skript: Schauspielerin Britta Lennhardt hat den Reformations-Garten für Witten überarbeitet und neu interpretiert. „Ich habe Ideen der Schüler aufgegriffen und mit eingearbeitet“, sagt sie.

Die Inszenierung sei zwar sehr atmosphärisch, aber voller ironischer Brechungen. „Denn das ist das, was die Schüler fasziniert: Reformation ist Revolution, Reformation ist wirklich Rock’n’Roll.“

Menschen mit Behinderungen spielen mit

Seit den Osterferien arbeitet die Theater-Pädagogin mit den rund 20 Oberstufen-Schülern und -Schülerinnen von verschiedenen Schulen der Stadt, die sich bereit erklärt haben, in der Kirche mitzumachen. Auch die Lebenshilfe beteiligt sich: Menschen mit Behinderungen werden bei den Aufführungen mitspielen und -musizieren.

Am Sonntag ist Premiere, jetzt laufen intensive Proben, nächste Woche wird es dann täglich mehrere Aufführungen geben, anschließend geht es in der Woche drauf in Hattingen weiter.

Eine Mammutaufgabe für die Schüler

Eine Mammutaufgabe also für die Schüler, doch sie sind mit Feuereifer bei der Sache: „Es ist sehr beeindruckend, mit welcher Ernsthaftigkeit die Jugendlichen die Stationen gestalten“, so Pfarrerin Sabine Grünschläger-Brenneke vom Schulreferat des Kirchenkreises. Die Geschichte werde tatsächlich lebendig, die Zuschauer würden in die Erlebniswelt der Geschichte hineingezogen. „Ich bin sehr gespannt auf die Aufführungen.“

Wer dabei sein will, kann am Sonntag zu einer der drei Premieren kommen, um 19, 20 und 21 Uhr. Falls es Wartezeiten gibt: Es werden Getränke und Essen angeboten. Der Eintritt ist frei.

>>>ES GIBT NOCH FREIE TERMINE

Viele der 45-minütigen Aufführungen sind schon ausgebucht. Es gibt aber noch einige Termine, die von Schulklassen besucht werden können. Der Kalender steht unter reformations-garten.de.

Einzelpersonen können zur Premiere am Sonntag kommen, freie Termine gibt es auch am Dienstagabend um 18 Uhr, außerdem am Dienstag und Mittwoch, jeweils um 11 Uhr. Am Donnerstag gibt es – anders als zunächst angekündigt – keine Aufführung. Um Wartezeiten zu verhindern, wird um eine Anmeldung gebeten: Tel. 279 395.

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