Ruhrtal

IGA soll Rad, Bahn und Fluss im mittleren Ruhrtal verknüpfen

Mögliches Entree zum Muttental: Der Weg über die Nachtigallbrücke führt bis aufs Gelände von Zeche Nachtigall. An der Schnittstelle entsteht ein Besucherzentrum, Radweg, Bahn und Schwalbe treffen sich.Grafik:

Mögliches Entree zum Muttental: Der Weg über die Nachtigallbrücke führt bis aufs Gelände von Zeche Nachtigall. An der Schnittstelle entsteht ein Besucherzentrum, Radweg, Bahn und Schwalbe treffen sich.Grafik:

Foto: DTP Landschaftsarchitekten Essen

Witten.   Vier Ruhrtal-Städte wollen gemeinsam bei der Internationalen Gartenbauausstellung antreten. Zugang zum Muttental in Witten ist ein Leitprojekt.

Mit einer „Perlenkette“ von Projekten entlang der Ruhr wollen Witten, Herdecke, Wetter und Hattingen gemeinsam bei der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 2027 glänzen. Der Zugang zum Muttental in Witten ist eins der Leitprojekte, mit denen die vier Städte im mittleren Ruhrtal auf den IGA-Zug aufspringen möchten.

Das Essener Landschaftsarchitektenbüro „dtp“ hat jetzt vor Lokalpolitikern der vier Städte zum ersten Mal Einzelheiten seiner Machbarkeitsstudie „Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“ vorgestellt. Städteübergreifend soll dabei laut Geschäftsführer Martin Richardt auch die „lineare Infrastruktur einen Qualitätssprung machen.“ Also: Radweg, Bahn, Wasser- und Wanderweg.

Der Ruhrtalradweg soll überall eine Mindestbreite von 3,50 Metern bekommen, in viel befahrenen Bereichen sogar von fünf, und einen getrennten Fußweg. Ortseingangsschilder am Radweg sollen verhindern, dass Radler mit Tunnelblick an den Attraktionen der Anrainerstädte vorbeirauschen.

Die Ruhrtalbahn soll im höheren Takt und möglichst rund ums Jahr fahren. Die Haltepunkte sollen optimiert werden, ein neuer könnte oben in Bommern liegen. Dort könnte der Wendepunkt sein, um dann über das Viadukt ein neues Streckennetz auf der anderen Ruhrseite zu erschließen.

Der südlich verlaufende Ruhrhöhenweg soll aus seinem Schattendasein geholt, vielleicht näher an die Ruhr geholt und als „Ruhrsteig“ vermarktet werden, mindestens aber besser angebunden werden.

Städte „an den Fluss zu holen“, und mehr Umstiegsmöglichkeiten zu schaffen, sind Kernanliegen der vier Kommunen und ihrer gemeinsamen IGA-Bewerbung: Radler oder Wasserwanderer (ruhr­aufwärts) sollen mal für eine Etappe die Bahn nehmen können, Ausflügler von der Bahn aufs Fahrgastschiff wechseln und umgekehrt.

Als Musterbeispiel einer solchen Schnittstelle gilt das vorgeschlagene neue Entree zum Muttental. Die ganze Achse soll aufgewertet werden: Besucherparkplatz und Wohnmobilparkplatz am Ruhrdeich, Verschönerung des Zugangs über die Nachtigallbrücke und dessen Verlängerung über die Nachtigallbrücke über die Nachtigallstraße hinaus. Dort soll die bisher hinter Bäumen „versteckte“ Zeche Nachtigall durch einen Durchstich geöffnet und am heutigen hinteren Ende des LWL-Industriemuseums einen neuen Eingang bekommen – der dann näher am Bahnhaltepunkt, am Schiffsanleger und an den Parkplätzen ist. Ein Besucher-zentrum an der Schnittstelle soll über alle saisonalen Angebote im Muttental informieren.

Grünes Licht in Witten, Wetter, Herdecke und Hattingen

Fast einstimmig – eine Gegenstimme (Linke), eine Enthaltung aus Witten – begrüßten Politiker der Städte die Studie im Wittener FEZ. Sie gaben den Verwaltungen das politische Signal für eine gemeinsame IGA-Bewerbung. Prioritäten sind noch nicht gesetzt. Die Metropole Ruhr hat vom Land den Zuschlag für die IGA 2027 unter RVR-Regie. Hauptspielorte: Duisburg, Dortmund. Das Finanzvolumen ist noch nicht geklärt.

Weitere Leitprojekte sind in Herdecke: Breiterer Radsteg und Fähre am Koepchenwerk (Hengstey­see), touristische Nutzung des Schrägaufzugs hoch zum Schieberhaus. In Wetter: Zugang zur Ruhrinsel am Laufwasserkraftwerk Bruno Taut, Kulturlandschaftspfad, Sanierung der Schrägseilbrücke. In Hattingen: Ruhrpromenade am Nordufer mit Flussbadestelle und neuem Brückenschlag zur Henrichshütte.

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