Trauerfeier

Hunderte nehmen Abschied von Ringerin Yvonne Englich

Die Wittener Ringerin Yvonne Englich wurde am Freitag auf dem evangelischen Friedhof auf dem Schnee beigesetzt. Hunderte ihrer Freunde und Weggefährten kamen zur Trauerfeier.

Foto: Svenja Hanusch

Die Wittener Ringerin Yvonne Englich wurde am Freitag auf dem evangelischen Friedhof auf dem Schnee beigesetzt. Hunderte ihrer Freunde und Weggefährten kamen zur Trauerfeier. Foto: Svenja Hanusch

Witten.   Auf ihrem letzten Weg begleiteten Ringerin Yvonne Englich Hunderte von Freunden und Feuerwehrkollegen. Die Trauerrede verfasste sie selbst.

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Mit einer bewegenden Trauerfeier haben Freunde und Bekannte am Freitag auf dem evangelischen Friedhof am Hackertsbergweg Abschied von Yvonne Englich genommen, der dreimaligen Deutschen Meisterin im Ringen. Mehrere hundert Trauergäste erwiesen der mit nur 38 Jahren verstorbenen gebürtigen Schwäbin die letzte Ehre.

Den Friedhof oben auf dem Schnee hatte sich Yvonne Englich, die den zweijährigen Kampf gegen den Krebs in der Nacht zum Montag verloren hatte, selbst als letzte Ruhestätte ausgewählt. Rundherum ging am Freitagnachmittag auf der schmalen Straße nichts mehr - eine Vielzahl von Freunden, Weggefährten aus dem Sport und Kollegen der Dortmunder Feuerwehrwache 1, auf der Yvonne Englich ihren Dienst als Brandmeisterin verrichtet hatte, wohnte der Zeremonie bei.

Trauerredner zitiert aus Grönemeyer-Lied „Der Weg“

Der Hattinger Trauerredner zitierte zunächst aus dem Grönemeyer-Lied „Der Weg“, in dem der Bochumer Sänger seinerzeit den Tod seiner ebenfalls an Krebs gestorbenen Frau verarbeitete. „Deine sanftmütige Güte, dein unbändiger Stolz - das Leben ist nicht fair“, lautet eine Textpassage – und die gab genau das wieder, was Yvonne Englich bewegte. Sie hatte eine eigene Rede für die Trauergemeinde verfasst, in der sie ihr sportliches und privates Leben noch einmal Revue passieren ließ. „So lange ich weiter trainieren und arbeiten kann, sterbe ich nicht“, hieß es da. Und dass sie oft den schweren Weg in ihrem Leben gewählt habe.

Doch sie war auch dankbar, vor allem für ihren Ehemann Mirko Englich, den die leidenschaftliche Ringkämpferin am Rande eines Wettkampfes kennengelernt hatte. Und für ihre beiden Kinder, Sohn Noah und Tochter Lotta. „Wenn ihr mal hinaufschaut zum Himmel – der hellste Stern da oben, das bin ich“, gab sie ihnen mit auf den Weg.

Überwältigende Anteilnahme

Ihre schwäbische Heimat, „meine Weinberge und meinen Dialekt“, habe sie im ihr anfangs so fremden Ruhrgebiet vermisst. Ganz oder gar nicht habe sie zeitlebens die Dinge in Angriff genommen, bezeichnete sich selbst als „rebellische, aber auch irgendwie unvollendete Sportlerin“.

Die als Jugendtrainerin beim KSV auch streng war, dem Nachwuchs viel abverlangte. „Wer aber nicht bereit ist, alles zu geben, wird nie erfolgreich sein, nie Medaillen gewinnen“, schrieb sie den vielen Jugendringern des Clubs ins Stammbuch, die mit schwarzen T-Shirts mit der Aufschrift „In memoriam Yvonne“ rund um den Sarg standen und Luftballons in den Vereinsfarben in den Himmel steigen ließen.

Beeindruckt von der überwältigenden Anteilnahme, wirkte Mirko Englich nach der Trauerfeier beinahe gelöst. „Ich bin jetzt einfach nur glücklich und stolz – und ich denke, Yvonne ist es auch.“

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