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Grün-Experte: „Hobbygärtner sollten Bienenfreunde sein“

Roman Senekovic bei der Arbeit in seinen Bommerholzer Baumschulen in Witten. Die wurden 1964 von seinem Vater gegründet, der aus dem damaligen Jugoslawien geflohen war und sein Geld im Ruhrgebiet zunächst als Bergmannverdiente.Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Roman Senekovic bei der Arbeit in seinen Bommerholzer Baumschulen in Witten. Die wurden 1964 von seinem Vater gegründet, der aus dem damaligen Jugoslawien geflohen war und sein Geld im Ruhrgebiet zunächst als Bergmannverdiente.Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.   Gärtnermeister Roman Senekovic ist seit 33 Jahren Chef der Bommerholzer Baumschulen. Er betont: „Hobbygärtner sollten Bienenfreunde sein.“

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Es soll Menschen geben, die auf dem Betriebsgelände von Roman Senekovic in Bommerholz nur spazieren gehen. Weil man dort Glanzmispeln mit dem Namen Dicker Toni sieht, Lebensbäume, die Smaragd heißen, Apfelbäume, deren Früchte Discovery, Nele oder Topez genannt werden. Senekovic ist seit 33 Jahren Chef der Bommerholzer Baumschulen. Ein Familienbetrieb, den sein Vater, der einst vor dem Tito-Regime in Jugoslawien flüchtete, 1964 in Bommerholz gegründet hat. Heute eine weit über den EN-Kreis hinaus bekannte Adresse für Gartenfreunde.

Alla Fritzler schaut gemeinsam mit Tochter und Mann vorbei, die drei sind auf der Suche nach einer japanischen Kirsche. Fritzlers sind Mitglieder des Kleingartenvereins Haßlinghausen. Auf ihrer 300-Quadratmeter-Parzelle stand schon einmal eine japanische Kirsche. „Der Baum ist uns leider kaputt gegangen“, erzählt die 55-Jährige, die im Garten auch Gemüse zieht – „Tomaten, Gurken, Rote Bete“.

Produktion auch in Sprockhövel

Kleingärtner wie Familie Fritzler machen rund zehn Prozent seiner Kundschaft aus, schätzt Gärtnermeister Roman Senekovic. „Der Rest sind Privatleute mit Gärten hinterm oder Terrassen am Haus.“ Auch umliegende Stadtverwaltungen kauften Bäume bei ihm ein. „Aber immer weniger, das Geld ist ja bekanntlich knapp.“

Der 60-Jährige führt den Betrieb zusammen mit seiner Frau Sabine, einer ehemaligen Arzthelferin, auch Tochter Lina (30) ist mit von der Partie. Mit 25 Mitarbeitern wird die grüne Ware – Obst- und Beerenobstgehölze, Laubbäume und Nadelhölzer – auf einer Fläche von insgesamt 8,5 Hektar produziert, die zum größten Teil nicht in Witten, sondern in Sprockhövel-Hiddinghausen liegt.


Welche Pflanze gedeiht in meinem Garten?

Bei Menschen mit einem grünen Daumen sind die Bommerholzer Baumschulen nicht nur für ihr großes Sortiment bekannt, zu dem auch Rosen, Gräser, Bambus, Stauden, Schling- und Kletterpflanzen gehören. Es gibt vor Ort auch eine fachliche Beratung. Etwa, wenn es um die Frage geht, welche Pflanze gedeiht in meinem Garten und welche nicht? Oder: Wie verhindere ich, dass Tiere oder Pflanzenkrankheiten dem liebevoll gepflegten Grün den Garaus machen?

Der Betrieb hat sich auf die Produktion von Containerpflanzen spezialisiert. Meint: Pflanzen, die nicht im Boden heranwachsen, sondern in einem Behältnis. Der Vorteil gegenüber der sogenannten „Ballenware“: Diese Bäume und Sträucher, die Senekovic als kleine Pflanzen einkauft und dann „aufzieht“, können ganzjährig in den Garten gepflanzt werden. „Nur nicht, wenn der Boden gefroren ist.“ Apropos: Nach den langen kalten und grauen Wintermonaten haben Pflanzenfreunde Lust auf Frühling und decken sich jetzt vor Ostern – auch in Bommerholz – mit Hornveilchen, Primeln und Narzissen ein. „Die kaufe ich selber ein, man kann als Gärtner nicht alles machen“, erklärt der Chef.

Der Tulpenbaum ist des Gärtners Favorit

Was dem Grün-Experten am Herzen liegt: „Die Menschen sollten sich wieder mehr auf Pflanzen besinnen, die unseren Bienen Nahrung bieten – wie etwa Sommerflieder, ungefüllte Rosen oder blühende Stauden.“ Um Bienen ganzjährig Nahrung anzubieten, sollten die verschiedenen Blühzeiten berücksichtigt werden. Ein Staudenbeet etwa könne so angelegt werden, dass zwischen März und Oktober immer etwas blühe.

Roman Senekovics Lieblingsbaum? „Der Tulpenbaum. Er hat im Alter runde weiße Blüten, war der erste Baum, den ich in meinem Garten gepflanzt habe.“ Ehefrau Sabine begeistere sich privat für ihren Gemüsegarten. „Sie sagt, das, was dort wächst, schmeckt besser als aus dem Supermarkt. Da widerspricht man nach vielen Ehejahren nicht.“

>>> DIE BLUMEN-FAVORITEN IN ANDEREN GARTENBETRIEBEN

Auch andere Wittener Gartenbetriebe freuen sich in diesen Tagen über viel Kundschaft, die sich den Frühling auf den Balkon oder in den Garten holen möchte. So auch Björn Overhoff, der seine Ware auch ab Hof (Witten, Schneer Weg) verkauft. Primeln, Hornveilchen, Ranunkeln, Narzissen und Tulpen würden derzeit stark nachgefragt. „Unsere Schnitttulpen produzieren wir selbst in rund 20 Farben“, so der Gärtnermeister.

Bei Gärtner Thomas Skierka vom Gartencenter Dehner werden neben den Frühlingsblumen Obstbäume nachgefragt. „Man kann jetzt auch Hängeweiden und blühende Gartensträucher – wie Forsythien – auspflanzen.“

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