Erlebnisaktion

Hobby-Detektive gehen auf Zeche Nachtigall auf Mörderjagd

Ist er der Täter? „Angestellter“ Uwe Kühn (r.) wird von Floris (9) und seiner Familie befragt. „Bobby“ Kim Aufermann (r.) beobachtet das Geschehen – samt originalgetreuen britischen Aufseher-Helm

Ist er der Täter? „Angestellter“ Uwe Kühn (r.) wird von Floris (9) und seiner Familie befragt. „Bobby“ Kim Aufermann (r.) beobachtet das Geschehen – samt originalgetreuen britischen Aufseher-Helm

Foto: Barbara Zabka

Witten.   43 Teilzeit-Kriminologen suchen beim Mitspiel-Krimi „Kohle, Ziegel, Tod“ den Killer eines Museumsführers. Erlös ist für guten Zweck bestimmt.

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Jonas Schmidt ist tot. Der Museumsführer wurde in der Ausstellung im Ziegelofen auf Zeche Nachtigall gefunden, erschlagen mit einem Ziegelstein. Die Kripo ist überfordert, Verstärkung kommt von Krimi-Fans, die sich am Samstag für zwei Stunden als Hobby Detektive verdingen.

„Kohle, Ziegel, Tod“ heißt die spannende Geschichte, an der 43 „Teilzeit-Kriminologen“ teilnahmen. Aufgeteilt in neun Gruppen mussten sie an verschiedenen Stationen der Zeche Nachtigall Verdächtige verhören, Indizien sammeln, Schlüsse ziehen. „Selber mal Polizistin spielen – das macht unheimlich Spaß“, sagt Michaela Schütz aus Wattenscheid.

Tatwaffe verbirgt sich in den Steinhöhlen

Sie hat den blutverschmierten Ziegelstein gefunden, mit dem Jonas Schmidt erschlagen wurde. Auch bei Floris ist die Suche erfolgreich. „Ich dachte mir, wir gehen in den Wald und suchen in den Steinhöhlen“, sagt der Neunjährige, der mit seiner Familie unterwegs ist.

Ausgedacht hat sich den Krimi der umtriebige Wittener Natur- und Landschaftsführer Uwe Kühn. Die Teilnehmer werden von seinem Team eingewiesen, erhalten Ermittlerausweise, einen Lageplan, ein Clipboard mit Zusatz-Infos.

Offenbar konnte Kühn nicht anders, als bei so einem durchorganisierten Spaß selbst in eine Rolle zu schlüpfen: als ehrgeiziger Museumspädagoge Uwe Krawowski ist er einer der Hauptverdächtigen. Kurz vor dem Mord prügelte er sich mit dem Opfer, eine Keilerei aus Eifersucht.

Gewinn kommt gutem Zwecke zugute

Am Ende ist es die Kassiererin, die des Mordes überführt wird. Sie hatte ein Verhältnis mit dem Toten und erschlug ihn, als der sich nicht von seiner Ehefrau trennen wollte. Sieben der neun Gruppen identifizieren sie nach zwei Stunden schweißtreibender Spurensuche als Täterin, eine Gruppe tippt auf den unschuldigen Schmied, eine andere tappt völlig im Dunkeln.

Mit Erlebnisaktionen wie dieser verdient Kühn normalerweise sein Geld. Diesmal aber nicht. „Das mache ich heute eher als Werbung, der Erlös kommt einem guten Zweck zugute“, sagt er. Unlängst war das Auto einer Mitarbeiterin der Zeche Nachtigall auf der Heimfahrt nach Dortmund von einem Ast getroffen worden, den eine Person von einer Brücke geworfen hatte. Sie selbst blieb unverletzt, das Auto erlitt Totalschaden, der, so Kühn, von der Versicherung nicht bezahlt werde. Die Einnahmen sollen in die Anschaffung eines neuen Pkw fließen.

>>> INFO: Erlebnisagentur lässt sich mieten

  • Uwe Kühn betreibt die Erlebnis-Agentur „Outdoor Ruhr“, die zuletzt Aktionen wie die „Schatzsuche auf Zeche Nachtigall“ oder den „Erlebnisspaziergang in Herbede“ durchführte.
  • Gruppen können Kühn und sein Team auch für private Veranstaltungen buchen, Absprache unter 17 64 081 oder per Mail info@outdoor-ruhr.com.

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