Foto-Rätsel

Hier rollten Tränen der Trauer und der Freude

DasLuftbild zeigt das neue Ev. Krankenhaus 1974 in der Bauphase. Es wurde 1976 eingeweiht. Dann folgte der Abriss der Gebäude vorne an der Pferdebachstraße. Diese waren bis 1976 in Betrieb. Es handelte sich um Nachkriegsbauten, die auf den Grundmauern des zerstörten ursprünglichen Krankenhauses (Postkarte unten) errichtet worden waren.   Foto:Stadtarchiv Witten.

DasLuftbild zeigt das neue Ev. Krankenhaus 1974 in der Bauphase. Es wurde 1976 eingeweiht. Dann folgte der Abriss der Gebäude vorne an der Pferdebachstraße. Diese waren bis 1976 in Betrieb. Es handelte sich um Nachkriegsbauten, die auf den Grundmauern des zerstörten ursprünglichen Krankenhauses (Postkarte unten) errichtet worden waren.  Foto:Stadtarchiv Witten.

Foto-Rätsel:Mit dem Ev. Krankenhaus sind viele Erinnerungen verbunden.Hier erblickten Leser das Licht der Welt. Hier starben liebe Angehörige.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Witten. Evangelisches Krankenhaus, Diakonissenhaus, Diakonissenkrankenhaus oder kurz: EvK. Die Leserinnen und Leser hatten dieses Mal wenig Mühe die bis heute „lebenswichtige Einrichtung“ zu erkennen, die die Postkarte von etwa 1900 zeigte. Und sie kramten wieder gerne in Erinnerungen. Auszüge aus den 16 Zuschriften:

Schöne Spaziergänge im Schwesternpark

Es handelt sich um das ehemalige ev. Diakonissen-Krankenhaus an der Pferdebachstraße. Heute heißt es offiziell Evangelisches Krankenhaus Witten, wird im Volksmund aber immer noch Diakonissenhaus genannt. Meine Mutter lag dort 1971 sechs Wochen bis zu ihrem Tod im Krankenhaus. Der Neubau war in vollem Gange. Der Krankenhausbetrieb lief aber normal weiter. Wenn meine Mutter sich wohl fühlte, gingen wir nachmittags bei schönen Wetter in den benachbarten Schwesternpark. Dort trafen wir oft ältere Diakonissen und führten mit ihnen viele schöne Gespräche. Thea Klaes, 88

Dort war ich in der Kindheit des öfteren Patientin. Schon im Eingangsbereich roch es stark nach Desinfektionsmittel oder ähnlichem. Rosemarie Dörner

Das Bild zeigt das alte Diakonissenhaus. Meine Mutter und mein Opa wurden dort behandelt und sind dort auch verstorben. Ich selbst habe dort in den 60er Jahren gewohnt, gelernt und gearbeitet. Brigitte Schubert

Nach der Fertigstellung kam die Abrissbirne

Hier handelt sich um das alte Diakonissenkrankenhaus, in dem ich am 11. 11. 1959 zur Welt kam. Das heutige Krankenhaus wurde später hinter dem alten gebaut. Nach Fertigstellung kamen die Bagger mit der Abrissbirne, und der Altbau verschwand nach und nach. Jede freie Minute, die ich damals hatte, bin ich mit dem Fahrrad dort hingefahren und habe mir das Spektakel angesehen. Martin Grahe

Die Postkarte zeigt das Ev. Krankenhaus, links den Haupteingang, in der Mitte das Mutterhaus und rechts die Kirche.
Monika Bruchsteiner

Die Kirche gehörte auch dazu

Das abgebildete Gebäude ist das Ev. Krankenhaus, im Volksmund Diakonissenhaus genannt. Im linken Gebäudeteil befand sich der Haupteingang, die Zugangstreppe und das Eingangsportal sind zu erkennen. In den beiden rechts anschließenden Gebäuden waren die Stationen mit den Krankensälen. Die Kirche gehörte auch zum Diakonissenhaus. In den 1930er Jahren habe ich manches Mal meine Mutter besucht, als sie dort Patientin war. An der gegenüber liegenden Straße, die auf den Betrachter zuführt, hatten die Chefärzte Dr. Heuß (Chirurgie) und Dr. Böckheler (Innere) ihre Wohnhäuser, hier nicht zu sehen.
Gisela Göttig, Jahrgang 1924

Vorne links ist die heutige Diakonissenstraße – früher Feldstraße – zu sehen. Die Nachkriegsbauten kenne ich noch von Krankenbesuchen. Rainer Kracht, 61


In dem nach dem Krieg wieder errichteten Gebäude lag ich als Kind von zwei bis drei Jahren (1961/62) auf der Kinderstation wegen eines Leistenbruchs. Erinnerlich bleibt mir ein größerer Raum mit vielen Kinderbetten. Eltern und Besucher konnten nicht einfach zu uns, sondern mussten durch eine Scheibe in den Raum auf uns schauen. Da war das Geplärr natürlich groß, wenn vertraute Gesichter gesehen wurden. Bernd-Peter Remmers


Sehr eingeschränkte Besuchszeiten

Als Acht- oder Neunjähriger war ich beim Schiedsrichter spielen zu Hause mit der Flöte im Mund aufs Gesicht gefallen. Ich hatte mich schwer am Gaumen verletzt, musste genäht werden und eine ganze Woche im Krankenhaus bleiben. Als Kind war es immer schwer und es rollten Tränen, wenn der Besuch wieder gehen musste. Anders als heute waren die Zeiten um 1949 sehr begrenzt: dienstags, donnerstags und sonntags, 14 bis 16 Uhr. Erich Reichan, 75 Jahre

Es handelt sich um das ehemalige Evangelische Diakonissenhaus mit der zugehörigen Anstaltskirche. Beide Gebäude wurden 1976 abgerissen und machten einem modernen Krankenhausneubau Platz. Manfred Schwandt

>> Chronik des Krankenhauses im Zeitraffer

Leser Bernhard König hat eine Chronik zur Geschichte des Krankenhauses zusammengestellt:
1.7.1862: Baubeginn Ev. Krankenhaus der Mark Witten (bis 1890 im Besitz der Ev. Johanniskirchengemeinde Witten, d. Red.)
25.10.1863: Einweihung Ev. Krankenhaus mit 20 Betten
1875: Vergrößerung des Evangelischen Krankenhauses
19.10.1890: Gründung Diakonissenhaus für die Grafschaft Mark
19.10.1890: Gründung Diakonissen-Mutterhaus
16.3.1899: Grundstein für „Vollendungsbauten“ im Krankenhaus
16.3.1899: Grundsteinlegung Krankenhaus-Anstaltskirche, Architekt Friedrich Däche, Witten
3.5.1900: Anstaltskirche erhält eine Glocke aus der Wittener Glockengießerei Munte
19.10.1900: Einweihung „Voll-
endungsbauten“ des Ev. Krankenhauses, 274 Betten
19.10.1900: Einweihung der Anstaltskirche
1904: Ev. Krankenhaus wird um ein Stockwerk erhöht
1905: Erweiterungsbau Ev. Krankenhaus, 333 Betten
31.12.1917: Ev. Krankenhaus hat 592 Diakonissen-Schwestern
12.12.1944: Dachstühle des Krankenhauses durch Luftangriff in Flammen, Haus zu 80 % zerstört
12.12.1944: Anstaltskirche brennt durch Luftangriff völlig aus
18.12.1949: Einweihung der im Krieg beschädigten Anstaltskirche
Bis ca. 1950: Wiederaufbau des Krankenhauses auf den alten Grundmauern (Ergänzung d. Red)
26.6.1972: Erster Spatenstich für Neubau des Ev. Krankenhauses
1.7.1973: Ev. Krankenhaus für die Grafschaft Mark heißt nun Diakoniewerk Ruhr
11.6.1976: Einweihung des neuerbauten Ev. Krankenhauses (Diakonissenhaus)
12.7.1976: Beginn der Abbrucharbeiten am Ev. Krankenhaus


Quellen: Diakoniewerk Ruhr, Museum und Archiv; Der Samariter 05/1900 und 12/1949; Gerrit Haren: Geschichte der Stadt Witten; Bruno Sobotka: Witten an der Ruhr

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik