Internet-Kriminalität

Hacker kopieren Facebook-Profil der Wittener Bürgermeisterin

Achtung, Fälschung: Mit diesem scheinbaren „Chat“ von der Facebook-Seite Leidemanns traten die mutmaßlichen Betrüger in Kontakt mit Freunden der Bürgermeisterin im sozialen Netzwerk, um deren Telefonnummern abzuschöpfen. Aber das Opfer ist zumindeset in diesem abgebildeten Fall nicht darauf hereingefallen, so dass kein Geld floss.

Foto: Borggraefe

Achtung, Fälschung: Mit diesem scheinbaren „Chat“ von der Facebook-Seite Leidemanns traten die mutmaßlichen Betrüger in Kontakt mit Freunden der Bürgermeisterin im sozialen Netzwerk, um deren Telefonnummern abzuschöpfen. Aber das Opfer ist zumindeset in diesem abgebildeten Fall nicht darauf hereingefallen, so dass kein Geld floss. Foto: Borggraefe

Witten.   Kriminelle haben zweimal versucht, über einen falschen Account von Sonja Leidemann an Telefonnummern zu kommen. Welche Absicht verfolgten sie?

Sonja Leidemann ist in einer Woche gleich zweimal Opfer von Internet-Kriminalität geworden. Unbekannte hatten am Montag und Donnerstag das Facebook-Profil, also die eigene Seite der Bürgermeisterin in dem sozialen Netzwerk, kopiert. Anschließend schickten sie in ihrem Namen Anfragen an deren virtuelle Freunde: Sie sollten ihre Telefonnummern herausgeben. Das Ziel der Hacker war offenbar, über deren Handyrechnungen Geld abzukassieren.

Internet-Experte: Das ist immer die gleiche Masche

Auf den Betrug aufmerksam wurde Leidemann durch Hinweise ihrer Facebook-Kontakte, denen die Anfrage komisch vorkam. „In beiden Fällen haben mich Bekannte auf den Fake hingewiesen“, sagt sie. Eben diese Bekannte seien es auch gewesen, die den Hinweis an Facebook gegeben hätten, die falschen Profile zu sperren. „So etwas ist eine Schweinerei“, findet die Bürgermeisterin. Sie habe aber schon öfter von Personen des öffentlichen Lebens gehört, denen so etwas passiert sei. Leidemann: „Man kann es offenbar leider nicht verhindern.“

Dass der Vorgang gang und gäbe ist, bestätigt Computerexperte Stefan Borggraefe von den Piraten. „Das ist immer die gleiche Masche: Kriminelle kopieren Facebook-Profile von Leuten mit sehr vielen Freunden, bei denen die Freunde öffentlich einsehbar sind. An diese Freunde werden dann Anfragen geschickt – erst eine Freundschaftsanfrage, dann die Frage nach der Telefonnummer.“

Hacker wollen Zugang zu Handyrechnungen

Ziel sei, über die Kontaktdaten Zugang zu den Handyrechnungen zu bekommen. Borggraefe: „Spätestens, wenn jemand nach einem SMS-Pincode fragt, sollte man misstrauisch werden.“ Mit diesem Code könnten Fremde die Telefonrechnung belasten. Borggraefe: „Bei so einer Anfrage kann man sich fast sicher sein, dass es sich um ein falsches Profil handelt.“ Auch die Polizei warnt vor Betrug im Netz. „Die Fälle nehmen stetig zu“, sagt Sprecher Volker Schütte. Und: „Wir raten dringend dazu, diese Delikte anzuzeigen.“ Die Polizei Bochum hat eine eigene Abteilung, die sich mit Internet-Kriminalität beschäftigt.

Die Bürgermeisterin, die täglich selbst auf ihrem Facebook-Profil postet und dort 2500 „Freunde“ hat, bleibt trotz des Vorfalls eine überzeugte Nutzerin. Leidemann: „Ich habe mit Facebook durchweg positive Erfahrungen gemacht. Meine virtuellen Freunde machen mich auf viele Probleme in der Stadt aufmerksam. Und aus vielen virtuellen Freundschaften sind inzwischen gute Bekannte geworden.“

>>> So vermeidet man, dass ein Profil kopiert wird:

Wer vermeiden möchte, dass das eigene Facebook-Profil von Kriminellen kopiert wird, sollte seine Freundesliste unsichtbar machen, rät Stefan Borggraefe.

Klicken Sie in Ihrem Profil auf den Link „Freunde“. Rechts über den Bildern von ihren Freunden taucht ein Link „Freunde finden“ auf. Daneben steht ein kleiner Bleistift.

Klicken Sie auf den Bleistift, dann öffnet sich die Option „Privatsphäre bearbeiten“. Bei der Frage „Wer kann meine Freundesliste sehen?“ klicken Sie „nur ich“.

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