Kommunalpolitik

Grüne: Stadt Witten soll Waldbesitzern Pflegekosten zahlen

Gerade kleine Waldbesitzer sind mit der Pflege ihres Flurstücks überfordert. Ihnen sollte die Kommune helfen, finden die Wittener Grünen.

Gerade kleine Waldbesitzer sind mit der Pflege ihres Flurstücks überfordert. Ihnen sollte die Kommune helfen, finden die Wittener Grünen.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Wenn private Waldbesitzer mit der Pflege ihres Flurstücks überfordert sind, soll ihnen die Stadt helfen, so die Grünen. Notfalls auch finanziell.

Die Wittener Grünen möchten sich für die Besitzer kleiner Waldflächen in Witten engagieren. Damit reagiert die Partei auf die Beschwerde von Wilfried Böckmann aus dem Papenholz. Dieser überlegt, sein 2200 qm großes Flurstück abzuholzen, da er die Pflegekosten seines Waldes nicht mehr stemmen kann. Um der „Verkehrssicherungspflicht“ zu genügen, müsste er zweimal pro Jahr einen Baumdienst beauftragen, um Spaziergänger vor herunterfallenden Ästen zu schützen.

Im nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU, 14.11.) soll diskutiert werden, ob nicht die Stadt diese Kontrollen durchführen könnte. Ihr Angebot richten die Grünen an die Besitzer von Waldflächen, die kleiner als drei Hektar sind. Auch sei es denkbar, dass die Stadt die Pflegearbeiten übernimmt und die Kosten durch die Vermarktung des abgeernteten Holzes kompensiert.

Die Grünen erwägen sogar die Gründung einer Wittener Forstbetriebsgemeinschaft. Ähnliche Situationen wie bei Wilfried Böckmann vermuten sie bei vielen anderen Kleinwaldbesitzern. „Wir schlagen vor, hier gemeinsam mit der Verwaltung nach Lösungen zu suchen, um den klimaschädlichen letzten Ausweg zu vermeiden – ein Fällen der Bäume“, so der stv. Fraktionsvorsitzende Jan Richter.

Gesunde Bäume schützen das Klima

Als Gründe für einen Kommunalwald nennt seine Partei den Klimawandel. Durch diesen haben in den letzten Jahren Dürreperioden den heimischen Wald immer stärker belastet und machen ihn anfällig für Borkenkäferbefall. „Die Konsequenzen werden schon als Waldsterben 2.0 diskutiert“, so Richter. Gleichzeitig seien mehr und gesunde Bäume ein wichtiges Mittel im Kampf gegen den Klimawandel.

Laut Landesumweltministerium besitzen rund 148.000 Menschen in NRW Waldflächen, die kleiner als 30 Hektar sind. Für diese wurde festgestellt: „Infolge dieser kleinflächigen Besitzstrukturen sind viele Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ohne forstliche Fachausbildung auf eine sachkundige Betreuung angewiesen. Eine wirkungsvolle Maßnahme zur Überwindung der Strukturschwäche ist für viele Waldbesitzende die Mitgliedschaft in einem der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse. Mit der gemeinsamen Durchführung von Maßnahmen zur Bewirtschaftung der Grundstücke sowie einer besseren Abstimmung und Zusammenarbeit bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen kann so den Nachteilen gegenüber der einzelbetrieblichen Bewirtschaftung der kleinen Waldflächen wirkungsvoll begegnet werden.“

Auch beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW macht man sich für Waldgenossenschaften stark. Zurzeit läuft ein Verfahren, die Flächen von 25 privaten Eigentümern und der Stadt zu einem Bürgerwald am Wartenberg zu vereinigen. Die Neugründung scheint jedoch komplizierter zu sein als zunächst angenommen. Zurzeit wird jedes einzelne Flurstück von einem Sachverständigen bewertet.

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