Nikolauskonzert

Großes Musikfest an der Uni Witten hilft Kindern in Peru

Nikolauskonzert fürs Peru-Projekt: Helge Antoni und Franca Damsch (23) laden ein.

Nikolauskonzert fürs Peru-Projekt: Helge Antoni und Franca Damsch (23) laden ein.

Foto: Barbara Zabka

Witten.   Kammermusik mit Klavier und Gesang erklingt am Nikolaustag in der Uni. Der Erlös fließt in den Verein „Jugendförderung Cusco“.

Ein großes Benefiz-Musikfest für junge Menschen in den peruanischen Anden ist das diesjährige Nikolauskonzert an der Universität. Helge Antoni, Konzertpianist und Gastdozent im Studium Fundamentale, hatte spontan die Idee dazu, als ihm seine Studentin Franca Damsch (23) von ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in einem kleinen Andendorf und ihren Plänen mit dem Verein „Jugendförderung Cusco - Peru“ erzählte.

„Meine Frau Marissa ist Peruanerin und ich bin tief im Herzen selbst Peruaner“, erzählt der Schwede Helge Antoni. „Ich liebe das Land und kenne die Armut der Menschen dort oben in den Bergen. Ganz im weihnachtlichen Sinn machen wir am Nikolaustag ein großes Benefiz-Konzert für dieses Projekt.“

„Bei dem Verein passte alles für uns“

Doch was führte die junge Franca Damsch vor vier Jahren eigentlich in das 1000-Seelen-Dorf Quiquijana auf 3000 Meter Höhe – so ganz am Rande der Welt? „Eigentlich war es Zufall, dass ich damals den Verein Kinderhilfe Cusco Peru fand“, erinnert sie sich. „Meine Musikerfreundin und ich waren auf der Suche nach einem FSJ-Platz. Und bei dem Verein passte alles für uns. Und so kamen wir nach Quiquijana und ins Jugendhaus in den Anden.“

In dieser einfachen Herberge – nahe der alten Inka-Hauptstadt Cusco – wohnen und leben rund 80 Kinder und Jugendliche. Sie absolvieren dort ihre Schulzeit. Lernen schreiben, lesen und rechnen. Diese Chance hätten sie in ihren heimatlichen Dörfern, rund 1500 Meter höher gelegen, nie bekommen.

„Alles, einfach alles, ist so erschreckend weit weg“

„Es ist eigentlich unvorstellbar, aber dort oben gibt es kein fließendes Wasser, keinen Strom, keine Schule. Es gibt vor allen Dingen sehr viel Nichts. Die Menschen leben von der harten Arbeit auf den kargen Feldern. Sie sind in jeder Hinsicht Selbstversorger. Alles, einfach alles, ist so erschreckend weit weg“, schildert Franca Damsch ihre Eindrücke.

Zurück in Deutschland traf sie mit voller Wucht ein etwas anderer Kulturschock – angesichts unseres „luxuriösen“ Lebensstandards und des unermesslichen Überflusses. Gemeinsam mit anderen Rückkehrern aus Quiquijana gründete Franca Damsch vor zwei Jahren den Verein „Jugendförderung Cusco - Peru“. Um die Hoffnung dieser jungen Menschen nicht zu enttäuschen.

„Daher glaube ich auch wieder an die Zukunft der Welt“

Der Verein unterstützt die Schul-Absolventen des Jugendhauses mit Stipendien zur Finanzierung ihrer Ausbildung oder gar Studiums. Momentan werden zwei Schulabsolventen gefördert. Delia lernt in einer Bäckerei, Valerie in der Hotelbranche. Betreut werden sie von ihrer Lehrerin Pavela und dem Schwestern-Orden „Siervas de Cristo Sacerdote“.

Das Anliegen dieses Vereins brachte die Psychologie-Studentin mit an die Wittener Universität. Als Klavierschülerin bei Helge Antoni fand sie in der Studierenden-Initiative „Verein für musikalische Praxis“ tatkräftige Mitstreiter. Der Pianist Antoni selbst ist von diesem Plan begeistert: „Dass die Studierenden spontan die Paten für das Projekt geworden sind, finde ich unglaublich toll. Aus diesen Gründen glaube ich auch wieder an die Zukunft der Welt.“

>>>KAMMERMUSIK MIT KLAVIER UND GESANG

Das Nikolauskonzert findet statt am Mittwoch, 6. Dezember, um 19.30 Uhr in der Halle der Uni, Alfred-Herrhausen-Straße.

Die Besucher erwartet mehr als Klavier, Gesang und Kammermusik. „Denn die Musik öffnet die Herzen und hoffentlich auch die Brieftaschen der Zuhörer“, so Helge Antoni. „Unser Konzert ist ein Herzensprojekt. Für die Zukunft der jungen Menschen in Quiquijana.“

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