Lokalpolitik

Große Tonnen seltener abholen: FDP will Müllgebühren senken

Wenn die Tonnen größer werden und seltener abgeholt werden, spart das Lkw-Fahrten: Eine Idee der Liberalen im EN-Kreis.

Wenn die Tonnen größer werden und seltener abgeholt werden, spart das Lkw-Fahrten: Eine Idee der Liberalen im EN-Kreis.

Foto: Thomas Nitsche / Waz/Fotopool

Witten.  Die FDP macht klimafreundliche Vorschläge, die in Witten Kosten sparen sollen: Größere Mülltonnen, weniger Betriebshöfe, mehr Biomüll.

Die FDP hat das Thema Nachhaltige Klimapolitik für sich entdeckt. Bei einer Veranstaltung der Kreisliberalen bei der AHE im Bebbelsdorf diskutierte die Partei, welchen Maßnahmen sich fürs Klima positiv auswirken und dabei Kosten für die Bürger sparen. Die Vorschläge: Größere Mülltonnen, weniger Betriebshöfe, mehr Biomüll.

Denn: „Die Höhe der Müllgebühren im EN-Kreis variiert enorm zwischen den kreisangehörigen Kommunen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Michael Schwunk. Die günstigsten Müllgebühren im Kreis hat Witten. Kämmerer Matthias Kleinschmidt lobt das Wittener Erfolgsmodell, das auf ein bewährtes Gebührenmodell setze und kostengünstig und effektiv arbeite.

Um weiterhin Gebühren zu sparen, schlägt die FDP eine Absenkung der Standards vor. Durch größere Tonnen und längere Intervalle könnten Kosten und Lkw-Fahrten eingespart werden. Auch sollten alle Kreisstädte einheitliche Tonnen und Müllfahrzeuge vorhalten. Ferner möchte die Partei Betriebshöfe zusammenlegen. Es würden allein Wege eingespart, wenn nach Absprachen zwischen den Kommunen der Betriebshof die Fahrt übernehme, der den kürzesten Weg zu den Umladestationen habe. Ohnehin würde der Müll dorthin gebracht. „Warum richten wir diese nicht zentral gemeinsam ein?“, fragte der Landtagsabgeordnete Bodo Middeldorf.

Große Biotonnen für jeden Bürger

Besonders könnte man aber Müllgebühren sparen, wenn die Vergärungsanlage im Bebbelsdorf stärker ausgelastet wäre. Heißt: wenn die Bürger besser trennen würden. Um 50 Prozent könnte der Restmüll verringert werden, wenn der Biomüll nur noch in der Biotonne lande. Die Anlage könnte so ihre Stromproduktion entsprechend erhöhen. Anreiz hierzu schaffen aber auch Gebührenmodelle, die für jeden Haushalt entsprechend große Biotonnen bereitstellen. Der Kreis solle zudem auf Innovationen setzen, so die Liberalen: Die Abwärme der Vergärungsanlage könnte man auch zum Trocknen und Sortieren des Restmülls nutzen, statt sie in die Luft zu blasen.

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