Verkehrs-Chaos

Großbaustelle an der Kreuzung Ardeystraße nervt Autofahrer

Großbaustelle trifft Autoverkehr: hier ein Blick in die Husemannstraße, auf der die Autofahrer sich gerade aus Richtung Innenstadt kommend auf die Kreuzung zubewegen.

Foto: Thomas Nitsche

Großbaustelle trifft Autoverkehr: hier ein Blick in die Husemannstraße, auf der die Autofahrer sich gerade aus Richtung Innenstadt kommend auf die Kreuzung zubewegen. Foto: Thomas Nitsche

Witten.   An der Kreuzung der Ardey- mit der Dortmunder und der Husemannstraße staut sich der Verkehr – trotz der Ferien. Viele biegen einfach falsch ab.

An dieser Großbaustelle kommt derzeit kaum ein Autofahrer vorbei: Es stockt und staut sich an der Kreuzung Ardey-, Dortmunder- und Husemannstraße. Selbst außerhalb der Stoßzeiten steht der Verkehr jetzt oftmals lange still – trotz der Ferienzeit. Autofahrer reagieren genervt und mit verbotenen Abbiegemanövern. Wer sich auskennt, nutzt Schleichwege.

Mittwochvormittag gegen 11 Uhr. Auf der Dortmunder Straße staut sich der Verkehr Richtung Kreuzung bis zur Feuerwehr, auf der Husemannstraße steht die Autoschlange bis zur Bachstraße. Mehrere Ampelphasen lang tut sich gar nichts. Das Gefühl, das die Situation sich in den Osterferien verschlimmert hat, trügt nicht. Denn die Ampelphasen haben sich tatsächlich verändert, bestätigt Stadtsprecherin Lena Kücük.

Das allerdings hat nichts mit den eigentlichen Bauarbeiten zu tun, die sich aktuell auf die Ecke vor dem Bestattungsinstitut konzentrieren, wo der Gehweg gebaut wird. Sondern: „Die Telekom verlegt im Bereich der Ardeystraße derzeit Leitungen.“ Deshalb ist bis Ferienende nur noch eine Spur des Kreuzungsarms Ardeystraße frei, die nur abwechselnd stadtein- oder stadtauswärts befahren werden kann. Währenddessen müssen die Autofahrer an den drei anderen Kreuzungsästen warten.

Eva Dannenberg, Jahrgang 1945, fährt mehrmals pro Woche mit dem Auto zur Engel-Apotheke an der Ardeystraße. „Die Situation ist schlimm“, sagt sie. „Und wenn man ungünstig parkt, schimpfen alle.“ Hupkonzerte sind ohnehin an der Tagesordnung. Nämlich dann, wenn jemand nach links abbiegt, was an allen vier Kreuzungsarmen verboten ist.

Sporadisch, aber tagtäglich kontrolliert deshalb der Verkehrsdienst der Bochumer Polizei die Lage an der Großbaustelle. „Innerhalb von einer bis anderthalb Stunden gibt es im Schnitt 20 Verkehrsverstöße dieser Art“, sagt Polizeihauptkommissar Frank Müller. Selbst Einheimische und Anwohner würden falsch abbiegen, hat er festgestellt. Wiederholungstäter seien keine Seltenheit – obwohl der Verstoß mit zehn Euro geahndet wird.

Übrigens: Auch wer, aus Richtung Innenstadt kommend, dem Stau an der Husemann- zum Beispiel über die Röhrchenstraße ausweicht, biegt unten an der Ardeystraße oft unerlaubt nach links ab – um dann rechts in die Annenstraße zu fahren. Wer dort angelangt ist, hat zumindest gute Karten, endlich schneller voran zu kommen.

Hans Hindemith (75) ist einer der wenigen, der angesichts des Chaos’ gelassen bleibt: „Baustelle ist Baustelle“, sagt der Wittener. „Das muss eben gemacht werden.“

>> INFORMATIONEN

  • Weil Autofahrer an allen vier Kreuzungsarmen nicht nach links abbiegen dürfen, gibt es vier Umleitungen (U 1-4): Richtung Zentrum, Bochum, Dortmund, Herdecke. Wer z.B. die Ardeystraße stadtauswärts fährt und nach Dortmund möchte, folgt der U 3.

  • Der mit 1,25 Mio veranschlagte Umbau der Kreuzung soll im November beendet sein und die Rückstaus in der Husemannstraße verkürzen. Die Husemannstraße bekommt drei Spuren und die Ardeystraße eine eigene Linksabbiegerspur Richtung Feuerwehr.

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