super_filme

Geld der Kulturstiftung fließt für Kunst im Netz nach Witten

Pujan Karambeigi vom Verein „super_filme“ mit der Website „warehouse“.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Pujan Karambeigi vom Verein „super_filme“ mit der Website „warehouse“. Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.   Die Bundes-Kulturstiftung unterstützt den Verein „super_filme“ mit 59 000 €. Der will untersuchen, wie Beziehungen im digitalen Raum aussehen.

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Der Wittener Verein „super_filme“ kann sich freuen: Sein Projekt „warehouse“ wird von der Bundes-Kulturstiftung mit 59 000 Euro gefördert. Bei dem Projekt soll untersucht werden, wie Menschen in digitalen Räumen leben – und ob das Internet wirklich menschliche Beziehungen zerstört.

Dies ist nicht das erste Projekt der jungen Leute: Schon vor drei Jahren wurden leerstehende Geschäftsräume in der City mit Filmen bespielt – so fing es an. Anschließend gab es eine Reihe mit Filmen in Haus Witten, im letzten Jahr wurde dann der „Television Space“ an der Bahnhofstraße aufgebaut: Sieben Wochen lang wurden acht Stunden täglich Filme gezeigt, dazu gab’s Café, Talk, Ausstellung.

Wie ein Forscher in Papua-Neuguinea

Inzwischen ist aus dem losen Zusammenschluss von Studenten und Absolventen der Uni Witten/Herdecke ein eingetragener Verein mit 30 Mitgliedern geworden. Der Vorsitzende, Pujan Karambeigi, hatte schließlich die Idee zu „warehouse“. So wie einst Forscher in Papua-Neuguinea fremde Völker erforschten, so will der Verein sich digitalen Räumen nähern und schauen, wie die Menschen darin leben.

„Und zwar wie bei einer ,teilnehmenden Beobachtung’: Ohne Vorab-Kritik oder -Begeisterung, wir wollen schauen, ohne gleich zu urteilen“, erklärt Karambeigi die Methodik. Es solle erforscht werden, ob Facebook, Tinder und Co. wirklich menschliche Beziehungen zerstören – wie oft behauptet wird – oder ob durchs Netz vielleicht auch neue Formen von Nähe und Intimität entstehen. „Wir wollen weg von dieser Apokalypse-Stimmung.“

Abschlussfestival soll im Oktober steigen

Weil aber der digitale Raum im Gegensatz zu Papua-Neuguinea nicht auf der Landkarte zu finden ist, findet auch das Projekt selbst im Netz statt: Unter der Adresse warehouse.industries ist im Juni die Website des Vereins online gegangen. Darauf zu sehen sind Kunstfilme, Texte und Gedichte mit unterschiedlichen künstlerischen Positionen. Doch es bleibt nicht virtuell, es wird auch reale Veranstaltungen geben – etwa ein Abschlussfestival im Oktober, wenn das Projekt ausläuft.

Aber auch jetzt am Wochenende findet ein Workshop mit Performance- und Videokünstlerin Samira Elagoz statt, am morgigen Samstag wird um 20 Uhr zudem im Burg-Kino ihr Film „Craigslist Allstars“ gezeigt. Die Vorstellung ist öffentlich, auch die Teilnahme am Workshop ist noch möglich: Interessenten melden sich bitte per Mail an ao@super-filme.de.

VIRTUELLES BEGEHREN IM CAFE RAUM

Der Workshop mit Samira Elagoz unter dem Titel „Virtual desires“ findet am Wochenende 15./16. Juli im Café Raum an der Wiesenstraße 25 statt. Der Film läuft dann in der Burg.

Weitere Veranstaltungen des Vereins werden bei Facebook unter dem Namen „Super Filme“ angekündigt.

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