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G8 oder G9? Gymnasien vertagen Entscheidung

Herausdestillieren, welche Schule die richtige ist: Chemielehrerin Dagmar Wiethoff (li.) und Schulleiter Ulrich Janzen (re.) im Chemieraum des Ruhr-Gymnasiums. Foto:STEFAN AREND/archiv

Herausdestillieren, welche Schule die richtige ist: Chemielehrerin Dagmar Wiethoff (li.) und Schulleiter Ulrich Janzen (re.) im Chemieraum des Ruhr-Gymnasiums. Foto:STEFAN AREND/archiv

Witten.   Zwar laden Ruhr- und Schillerschule zum Tag der offenen Tür ein – sagen aber nicht, ob sie das Abitur nach acht oder neun Jahren machen können.

In den nächsten Wochen entscheiden viele Viertklässler, auf welche Schule sie demnächst gehen möchten. Eine wichtige Information wäre, ob die Wittener Gymnasien künftig das Abitur nach acht oder neun Jahren anbieten. Doch allein das AMG verspricht Eltern und Schülern, sich zeitnah festzulegen.

Die jetzigen Viertklässler sind, so will es die schwarz-gelbe Landesregierung, der erste Jahrgang, der wieder G9 machen wird. Gymnasien werden automatisch auf die längere Schulzeit umgestellt. Die jeweilige Schulkonferenz – Vertreter von Lehrern, Eltern, Schülern – kann aber auch G8 beantragen.

AMG tendiert zu G9

„Aus Gründen der Fairness ist es wichtig, eine Entscheidung vor dem Tag der offenen Tür zu fällen. Den Eltern soll klar sein, ob sie ihr Kind zu G8 oder G9 anmelden“, sagt Dr. Norbert Kiesow, Schulleiter am Albert-Martmöller-Gymnasium. Am 14. November wird „nach einem langen Diskussionsprozess“ und einzelnen Abstimmungen am AMG diese Entscheidung getroffen. Wie die ausfallen wird, ist offen, Kiesow sieht aber „eine leichte Tendenz zu G9“.

Ruhr- und Schiller-Gymnasium machen bis zu den Anmeldeterminen im Februar 2018 keine konkreten Aussagen – und begründen dies mit den noch immer fehlenden Angaben der Landesregierung. „Wir wollen keinen Schnellschuss“, sagt Gerhard Koch vom Schiller-Gymnasium, „weil wir im Moment nicht wissen, wohin die Reise geht.“ Am 4. Dezember werde ein Vertreter vom Ministerium die Wittener Schulleiter über die Rahmenbedingungen für das „neue G9“ informieren. Danach werde man am Schiller mit dem Meinungsbildungsprozess beginnen. „Ich hätte mir seitens der Landesregierung früher klare Vorgaben gewünscht“, sagt Koch. Eine Tendenz will er nicht nennen: „Es gibt Stimmungen in beide Richtungen.“

Auch am Ruhr-Gymnasium, betont Schulleiter Ulrich Janzen, wolle man „eine ehrliche Entscheidung in Ruhe treffen“. Automatisch zu G9 übergehen, das schließt Janzen aber aus: „Wir wollen auf jeden Fall die Chance zum Nachdenken nutzen.“

G9 würde für Raumprobleme sorgen

Gerüchte sehen alle drei Gymnasien bei G9 – weil sie in der Oberstufe ja kooperieren. Dieses Argument gelte aber nicht, so Norbert Kiesow vom AMG: Denn die Oberstufe beträgt sowohl bei G8 als auch bei G9 drei Jahre – eine Kooperation sei weiterhin möglich. Schüler eines G8-Gymnasiums wären dann eben jünger.

Für einen Verbleib bei G8 spräche in einigen Fällen auch die Raumsituation: So hätte man ohne Neubaumaßnahmen am AMG und am Ruhr-Gymnasium keinen Platz für eine weitere Jahrgangsstufe: Bei der Schulzeitverkürzung auf G8 in 2005 wurden Klassenräume zu Mensa und Nachmittagsbetreuung umgebaut. Am AMG wurde erst kürzlich ein Pavillon mit einstigen Klassenräumen abgerissen.

>> Tage der offenen Tür

Die Tage der offenen Tür: Schiller-Gymnasium: Samstag, 18. November, 10 bis 13.30 Uhr. Albert-Martmöller-Gymnasium: Samstag, 2. Dezember, 9 bis 13 Uhr. Ruhr-Gymnasium: Samstag, 9. Dezember, 9.30 bis 13.30 Uhr.

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