Bürgermeister

Frust und Freude: Reaktionen auf die Stichwahl in Witten

Der schwarze Balken war von Anfang an höher: Bei der Bürgermeister-Stichwahl lief früh alles auf Lars König (CDU) hinaus.

Der schwarze Balken war von Anfang an höher: Bei der Bürgermeister-Stichwahl lief früh alles auf Lars König (CDU) hinaus.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Lars König hat die Stichwahl gewonnen. Wie seine ehemaligen Mitbewerber auf seinen Sieg reagieren – und wie sie in die Zukunft blicken.

Lars König hat am Sonntagabend die Sensation geschafft. Der CDU-Politiker wird neuer Bürgermeister von Witten und löst damit nach 16 Jahren Sonja Leidemann (SPD) ab. Die Redaktion sammelte am Montag weitere Reaktionen auf seinen Sieg.

Besonders die Grünen hat die Niederlage von Amtsinhaberin Leidemann schwer getroffen. Schließlich hatten sie die 60-Jährige in letzter Minute doch noch offiziell unterstützt und für sie geworben. Doch die Partei zeigt sich als guter Verlierer. „Wir gratulieren Lars König zur Wahl zum Bürgermeister und wünschen ihm eine glückliche Hand in diesem Amt“, schreiben die Grünen noch am Wahlabend auf ihrem Facebook-Profil.

Grüne in Witten: „Haben Wechselstimmung falsch eingeschätzt“

„Natürlich sind wir enttäuscht, weil wir mit der SPD deutlich mehr Schnittmengen haben“, sagt Christian Walker, künftiges Ratsmitglied der Grünen. Seine Fraktion wird im neuen Rat 13 Sitze haben. Dennoch sei man natürlich an einer ergebnisorientierten Zusammenarbeit interessiert. „Mit einer links-progressiven Mehrheit im Rat wird es nicht leicht für einen konservativen Bürgermeister.“

Die Niederlage sei „überdeutlich“ gewesen, räumt Walker ein. Man habe in der Partei die Wechselstimmung in der Bevölkerung falsch eingeschätzt. „Im Nachhinein betrachtet ist es mehr als schade, dass wir selbst niemanden im Rennen hatten“, so der 31-Jährige. Aber nun blicke man nach vorne und wolle sich an die Arbeit machen.

Piraten vom Ausgang der Stichwahl in Witten überrascht

Pirat Stefan Borggraefe, der im ersten Wahlgang um das Bürgermeisteramt mit elf Prozent der Stimmen auf Platz drei landete, zeigt sich überrascht vom Ausgang der Stichwahl. „Ich hätte mit dem umgekehrten Ausgang gerechnet“, so der 44-Jährige. Auch er wünscht dem künftigen Bürgermeister ein „glückliches Händchen im Amt“. „Inhaltlich sind wir natürlich sehr weit auseinander“, räumt der Pirat ein. Er hofft, dass durch die neuen Mehrheitsverhältnisse im Rat nun „mehr Sachpolitik möglich wird“.

„Hoffnungsvoll“ blickt Martin Strautz vom Bürgerforum auf die kommende Zeit. „Ich freue mich, dass der Wechsel jetzt da ist, dass was passiert“, sagt der 55-Jährige, der im ersten Durchgang selbst 6,3 Prozent der Stimmen als Bürgermeisterkandidat erhalten hatte. Nun habe die CDU die Chance zu zeigen, was sie leisten will und kann. Und er ist zuversichtlich: „Wir werden für die lokalen Probleme gemeinsame Lösungen finden.“

Linke: Wunsch nach Veränderung war wahlentscheidend

Der Wunsch nach Veränderung sei in der Bevölkerung sehr groß gewesen und habe die Wahl letztendlich entschieden, findet Linken-Politikerin Ulla Weiß. „Die deutliche Entscheidung der Wähler hat mich dann aber doch überrascht“, so die Ratsfrau. „Nun muss sich Herr König beweisen und dieser Verantwortung gerecht werden.“ Aus der Zusammenarbeit im Rat kenne sie ihn als freundlichen und auf Ausgleich bedachten Politiker. Sie hoffe, dass das weiterhin so bleibe. „Denn die Zusammenarbeit im Rat wird schwierig.“

Freude herrscht bei Hans-Peter Skotarzik (Witten Direkt). „Das war mein Wunschergebnis“, sagt der Chef der Ruhrtalengel. Der 60-Jährige hatte sich – ebenso wie Mit-Bürgermeisterkandidat Dr. Richard Surrey (WBG) – nach dem ersten Wahlgang hinter Lars König gestellt und dessen Wahl empfohlen. „Nun hoffe ich, dass alles in eine positivere Richtung geht.“

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