Serie: Liebes-Leben

Freie Traurednerin aus Witten bietet die Hochzeit nach Maß

Julia Tüchelmann liebt den Moment der Trauung. Die 31-jährige Wittenerin sagt: „Jedes Paar ist individuell, jede Trauung anders schön.“ 

Julia Tüchelmann liebt den Moment der Trauung. Die 31-jährige Wittenerin sagt: „Jedes Paar ist individuell, jede Trauung anders schön.“ 

Foto: Goldprinz Event- und Hochzeitsfotografie

Witten.   Julia Tüchelmann ist freie Traurednerin. Sie bietet Paaren eine Zeremonie ganz nach Wunsch an. Alles ist machbar – nur eines nicht...

Heiraten ist mehr als ein Verwaltungsakt. Heiraten ist der Traum von der ewigen Liebe, von einem feierlichen Schwur, der ewig gilt. Und von einem Fest, an das man sich sein ganzes Leben lang erinnert. Den Rahmen dafür hat über Jahrhunderte die Kirche gegeben. Heute wählen immer mehr Paare eine andere Form. Sie treten nicht vor den Altar, sondern buchen einen freien Trauredner. Der hat ganz andere Möglichkeiten als ein Pastor, wie Julia Tüchelmann erklärt.

„Ich mache es so, wie das Paar es will“

Die 31-Jährige bietet diesen besonderen Hochzeitsservice in Witten an. Man kann sie buchen für freie Trauungen. Und frei, das heißt: Alles kann, nichts muss. „Ich mache es so, wie das Paar es will.“ Egal ob abends um zehn Uhr oder am Feiertag. Unterm Pavillon im Garten oder in einer Kneipe. Zwei junge Männer oder ein altes Ehepaar, das Jubiläum feiern will. Alles machbar, sagt die Wittenerin.

Sie hat Eventmanagement gelernt, als Hochzeitsplanerin gearbeitet, bis ihr auffiel: Ausgerechnet den wichtigsten, innigsten Moment, die Trauung, die verpasst sie als Planerin. Weil es ihr aber gerade um die geht, lernte sie weiter, wurde Traurednerin. Und das aus Leidenschaft: „Mir schlägt noch immer jedes Mal bei einer Hochzeit das Herz höher“, sagt Julia Tüchelmann. Routine könne es dabei nicht geben. „Jedes Paar ist individuell, jede Trauung anders schön.“

„Ich kann die Paare ganz anders spiegeln"

Was sie an ihrem Job so liebt: „Ich kann die Paare in meiner Rede ganz anders spiegeln als ein Pfarrer oder Standesbeamter, der an Regeln gebunden ist“, sagt die 31-Jährige, die selbst übrigens kirchlich geheiratet hat – in der Martin-Luther-Gemeinde. Um die Paare richtig kennenzulernen, nimmt sie sich Zeit: In mehreren langen Gesprächen findet sie heraus, was das Paar mag und will.

Der gemeinsame Lebensweg kann ebenso in die Rede mit einfließen wie Hobbys. Rituale sind frei gestaltbar: Ein Paar mischt gemeinsam eine Würzmischung, eines lässt die Ringe durch die Reihen der Gäste fädeln. Es kann Fürbitten geben und eine Lesung – das muss aber nicht sein. „Nur wenn ein Paar kirchlichen Segen ohne Kirche möchte – dann muss ich passen und an einen Theologen verweisen.“

„Wir feiern das Leben und die Liebe!“

Denn eine offizielle Funktion oder Befugnis hat ein Trauredner nicht. Um rechtlich bindend zu sein, muss die Trauung beim Standesamt geschlossen werden. Nötig ist das für eine freie Trauung aber nicht. Bei Julia Tüchelmann geht es um etwas anderes: Um die Zeremonie, um das Versprechen, das zelebriert wird.

Die perfekte Trauung, das sei die, bei der das Paar total widergespiegelt werde und sich auch Oma Inge und Onkel Heinz – die noch nie etwas von freien Trauungen gehört haben – danach gerührt in den Armen liegen. „Eigentlich kommt in diesem Augenblick alles zusammen, was den Menschen ausmacht“, sagt Julia Tüchelmann. „Wir feiern das Leben und die Liebe!“

>>>DIE ZAHL DER FREIEN TRAUUNGEN STEIGT

52% aller Paare in Deutschland heiraten standesamtlich und kirchlich, 21% nur standesamtlich und 27% standesamtlich plus freie Trauung, Tendenz steigend. So das Portal rent-a-pastor.com

Demnach muss man für einen Redner 700 bis 1200 Euro Honorar einplanen. Man sollte früh buchen: Julia Tüchelmann etwa plant rund ein Jahr im Voraus. Kontakt: www.wortemitherz.de

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