Vernissage

Frank C. Schlawin stellt in Annener Galerie aus

Der Wittener Künstler Frank C. Schlawin stellt in der Galerie Himmelstropfen aus. Seine Gesichtsbemalung ist Teil einer Performance zur Eröffnung. Im Hintergrund: der Zyklus „der Weg eines Stabes“.

Der Wittener Künstler Frank C. Schlawin stellt in der Galerie Himmelstropfen aus. Seine Gesichtsbemalung ist Teil einer Performance zur Eröffnung. Im Hintergrund: der Zyklus „der Weg eines Stabes“.

Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Frank C. Schlawin wird 73 Jahre alt – und feiert das mit einer Schau seiner Werke in der Galerie Himmelstropfen. Überraschungen inklusive.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das schönste Geschenk zu seinem 73. Geburtstag macht Frank C. Schlawin sich an diesem Samstag selbst: Er eröffnet eine Ausstellung mit eigenen Werken in der Galerie Himmelstropfen, deren Mitinhaber er ist. Im Mittelpunkt steht ein vierteiliger „Lebenszyklus“.

Blaue Ohren, gelbe Kreise auf den Wangen und einen roten Punkt auf der Stirn – so wird der Künstler seine Gäste begrüßen. Die ungewöhnliche Bemalung ist nicht nur eine Hommage an die Farben, die Schlawin vorzugsweise benutzt. Sie ist auch Teil einer Performance, zu der Musik gehört, die Alf Hoffmann von den Dortmunder Philharmonikern extra für den Lebenszyklus komponiert hat.

Die vier Bilder, an denen der Maler mit Unterbrechungen drei Jahre arbeitete, zeigen vier Stationen: Geburt, Jugend, Liebe, Tod – so teilt Frank C. Schlawin, das C. steht für Christian, sein Leben ein. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: „Ich habe keine Todessehnsucht“, sagt er. „Ich fühle mich dem Tod zwar biologisch betrachtet inzwischen näher, aber ich habe noch viel vor.“ Hinter sich hat er jedenfalls eine, wie er es nennt, „bedenkliche Zeit“ mit unschönen privaten Ereignissen, die seine Kreativität lahmgelegt haben. Nun jedoch wolle er eine Art Bilanz ziehen – nicht nur persönlich, sondern mit Blick auf die Ängste der Menschen in dieser Zeit.

Einfache Grundformen bilden die Basis seiner Ölbilder, die auf den ersten Blick eher abstrakt wirken und doch einiges erkennen lassen. Denn auf keinen Fall wolle der Zyklus eine Art „Meditationstapete“ sein. Und so hat etwa die Jugend ihren eigenen Kopf, gefüllt mit Träumen, aber auch Unsicherheit. Die Liebe, nun ja, zeigt in recht eindeutigen Formen Gier und Begehren. Der Tod wiederum kommt, wenn man genau hinschaut, als lächelnder Clown daher. „Das Bild ist von mir, hier geht es also in erster Linie um meinen Tod“, so Frank Schlawin. „Aber wenn viele Menschen draufgeblickt und ihre Gefühle dazu gestellt haben, sehe ich ihn vielleicht mit anderen Augen.“

Er mag das Viertel in Annen

Vier Fotos, die der Künstler auf USA-Reisen selbst machte, stellt er dem Zyklus anbei. Sie sind in ähnlichen Farben gehalten, zeigen Landschaften, Wolken, das Meer. Daneben hängen vier Gedichte übers Entstehen, Aufwachsen, Erfüllen und Erlösen. „Ich entsinne mich an meine Jugend. Sie war nicht unbeschwert. Ein einziges Durcheinander“, schreibt Schlawin beispielsweise.

Doch nicht allein den Lebenszyklus zeigt er, sondern eine kleine Retrospektive seiner Arbeit. Dazu gehört „Der Weg eines Stabes“. Aus fünf Teilen besteht das Thema, verbunden durch sich fortsetzende Linien, die Halt geben in einer Welt der Orientierungslosigkeit.

Schlawin, der auch mal Filme gemacht und eine Werbeagentur betrieben hat, hat seine Heimat in der Galerie gefunden. Er, der kurz hinter der Rüdinghauser Stadtgrenze lebt, sich aber als Wittener sieht, mag das Viertel. Denn es passt zu seiner Einschätzung von Kunst, die „nicht elitär, sondern authentisch und persönlich“ sein sollte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben