Fotorätsel

Fotorätsel: Reges Treiben auf dem alten Markt in Herbede

Unser Rätselfoto zeigt den Herbeder Markt an der Vormholzer Straße. Im Hintergrund sieht man das Haus Heinenberg und die Wittener Straße.

Unser Rätselfoto zeigt den Herbeder Markt an der Vormholzer Straße. Im Hintergrund sieht man das Haus Heinenberg und die Wittener Straße.

Foto: Davide Bentivoglio

Witten.  Die Marktszene vor einem alten Fachwerkhaus war unser historisches Fotorätsel der Woche. Viele erkannten den alten Markt in Herbede.

Eine idyllische Marktszene aus vergangenen Jahrzehnten zeigte unser historisches Foto der letzten Woche. Für unsere Leser war es ein leicht zu knackendes Rätsel: Bis auf einen Leser, der uns schrieb, erkannten alle den alten Herbeder Marktplatz. Wöchentlich fand dort früher zwischen der Meesmann- und der Wittener Straße auf dem freien Platz vor dem Haus Heinenberg ein Markt statt.

Fotograf Davide Bentivoglio schätzt die Entstehungszeit des Bildes grob auf etwa 1980. Ein genaueres Datum konnten auch unsere Leser nicht beisteuern, bekräftigen aber, dass das Bild definitiv nach 1972 aufgenommen worden sein muss, da keine Straßenbahnschienen zu sehen sind. Darauf weist etwa Klaus Marten hin. Ebenso wie Gerhard Keller, der schreibt: „Die Schienen der am 28. Mai 1972 stillgelegten Straßenbahnlinie 12 sind nicht mehr vorhanden.“

Viele Fachwerkhäuser mussten Neubauten weichen

Haus Heinenberg war eines der zahlreichen Fachwerkhäuser, die früher in Herbede standen, inzwischen aber abgerissen wurden, um Neubauten Platz zu machen. In dem Buch „Herbede - gestern, heute, morgen“, herausgegeben 1981 anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Heimat- und Verkehrsvereins Herbede, wird das historische Gebäude als „typisches Ackerbürgerhaus kurz vor 1800“ charakterisiert.

„Der abgewalmte Giebel deutet auf den bürgerlichen, die (asymmetrisch angeordnete) Luke auf den landwirtschaftlichen Charakter des Hauses hin. Die durch beide Hauptgeschosse laufenden Streben sind eher nach dekorativen als nach statischen Gesichtspunkten verteilt“, heißt es in einem Beitrag von Wilhelm Römermann im Buch.

Unsere Leser können sich noch gut an das alte Fachwerkhaus erinnern. „Das Foto zeigt den alten Herbeder Marktplatz mit dem dahinter liegenden Fachwerkhaus der Familie Heinenberg“, schreibt Werner Finkensiep. „In diesem Haus befanden sich die Geschäfte: Uhren und Schmuck Hake, ein Friseursalon, später die Fahrschule Zimmermann und ein Imbiss.“ Christina Wildvang schreibt, das Haus habe später August Hake gehört, das bestätigt auch Dieter Funke. „Und neben dem Haus zur Wittener Straße hin war der Kiosk von Langensiepen.“

Als Schüler auf dem Wochenmarkt gejobbt

„Die Autos im Hintergrund würden heute durch den Kreisel vor dem Edeka Herbede fahren. In dem Fachwerkhaus residierte zuletzt der Friseur Hake. Außerhalb der Markttage war die asphaltierte Fläche als Parkplatz nutzbar“, erinnert sich Gerhard Keller. Und Gerd Gahr erinnert an die „Villa Freisewinkel, die sich links anschloss“.

An den Markt erinnert sich Leser Lutz Dümpelmann aus einem bestimmten Grund noch ganz genau: „Dort hatten die Eheleute Jacobs aus Witten-Annen bis zum Sommer 1979 ihren Obst und Gemüsestand. Meine Großmutter war lange für die beiden tätig und ich habe mir als Schüler ein schönes Taschengeld verdienen können. Ich erinnere mich gerne an diese Zeit zurück. Die Arbeit machte mir Spaß.“ Auch Michael Röder verbindet persönliche Erinnerungen mit dem Platz: „Gegenüber war das Elektrofachgeschäft von Harry Breidenbach, wo ich dreieinhalb Jahre meine Lehre zum Elektroinstallateur absolvierte.“

Einige Jahre, nachdem unser Rätselbild gemacht wurde, verlegte die Stadt den Markt. Haus Heinenberg selbst blieb noch bis Anfang der 90er-Jahre an dieser Stelle, wurde dann aber abgerissen. Dazu kann Manfred W. Schwandt einiges berichten: „Der Bereich auf ihrem Foto hat sich inzwischen deutlich verändert, da der Herbeder Marktplatz an den Platz An der Schmiede umgezogen ist und es am alten Standort inzwischen einige bauliche Veränderungen gegeben hat. So musste das alte Fachwerkhaus in der Bildmitte den Umbaumaßnahmen in späteren Jahren weichen. An der Meesmannstraße sind ein Eisladen und mehrere Wohnungen entstanden und längs der Vormholzer und Wittener Straße ein Fahrradgeschäft, mehrere Einzelhandelsläden und ebenfalls mehrere Wohnungen. Nachdem Herbede 1975 nach Witten eingemeindet wurde, mussten einige Straßen in Herbede umbenannt werden. So hieß die Meesmannstraße früher Hauptstraße und das Teilstück am ehemaligen Marktplatz Bahnhofstraße, heute Vormholzer Straße.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben