Kultur

Farbenprächtige Erinnerung an eine Künstlerin

Fröhlich und farbgewaltig: Margit Behle-Rob und ihr Werk. Im Jahre 2016 zeigte sie ihre letzte Ausstellung in der Galerie Haus Herbede. Kurz danach starb die Wittenerin.

Fröhlich und farbgewaltig: Margit Behle-Rob und ihr Werk. Im Jahre 2016 zeigte sie ihre letzte Ausstellung in der Galerie Haus Herbede. Kurz danach starb die Wittenerin.

Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Margit Behle-Rob malte einst im Schwesternpark. Das impressionistische Werk der verstorbenen Wittenerin entstand zur Frühlingszeit.

Vor genau 27 Jahren entstand das stimmungsvolle „Motiv im Schwesternpark“. Die Wittener Künstlerin Marg­rit Behle-Rob vollen­dete es im Juni 1992 beim vierten Lu­kas-Ma­ler-Treff im Lukas-Zentrum. Das farbenfrohe, impres­sionisti­sche Aquarell hängt heute im Mutter­haus an der Pferdebach­straße. Lange Jahre war die gebürtige Bochume­rin als Sekretärin im Diakoniewerk Ruhr tätig gewesen – zunächst an der Kranken­pflegeschule und später an der Fach­schule für Sozial­päda­gogik. Margrit Behle-Bob starb am 26. März 2016 im Al­ter von 73 Jahren.

Gefunden und begonnen hatte die Künstlerin seinerzeit ihr Motiv im nahen Schwes­ternpark, der hinter dem Ev. Krankenhaus liegt und im Westen an die Feierabend­häuser grenzt. Der über 100 Jahre alten Garten ist künst­lich geschaffen, ebenso die zwei Teiche und der Bach­lauf. Die Bepflan­zung besteht zum größ­ten Teil aus früher seltenen exoti­schen Bäumen und Sträu­chern.

Mitte der 80-er Jahre begann Margrit Behle-Rob zu malen. Zu ihren Ar­beiten sagte sie einmal: „Für mich liegt der Reiz der Malerei da­rin, experimentie­rend mit verschiedenen Techniken das ausdrücken zu kön­nen, was mich beschäftigt, berührt oder herausfordert. So­mit schlug ich Schritt für Schritt den Weg einer künstle­rischen Autodidak­tin ein, auf der Suche nach meiner persönlichen Ausdrucksform.“

Künstlerin: „Ich möchte in keine Schublade“

Dabei habe sie offen bleiben wollen für alle Techniken, Stil­richtun­gen und In­halte. „Ich möchte in keine Schublade“, so die Künstlerin. Obwohl sich letztlich eine Grundstimmung durch­setzte: die der freudigen, liebevollen und komple­xen Beschäftigung mit der Natur. Lange Zeit malte sie Naturmotive, meist mit Acryl- oder Aqua­rellfarben.

Ein verschlungener Weg führte sie dann zu den abs­trakten Gemälden, die in den letzten 30 Jahren entstanden sind. „Seit etwa 2006 versuche ich mich an der Ölmalerei. Dabei probiere ich ganz unterschiedliche Techniken aus. Viele der Bilder sind zum Bei­spiel durch überlagerte Farbschichten entstanden“, sagte Behle-Rob Ende Februar 2016 anlässlich ihrer Ausstellung „Blickwinkel“ in Haus Herbede die­ser Zeitung in einem Interview.

„Bei meiner Malerei geht es mir nicht darum, eine Bild­spra­che zu ent­wickeln und darin zu verhar­ren, sondern vielmehr diese zu erneuern und weiter zu entwickeln, was zwangsläufig zur Vielseitig­keit führt. So bleibt die Spannung bei der Entste­hung meiner Bilder erhal­ten“, so die Künstlerin weiter.

Jene Ausstellung vor drei Jahren sollte leider ihre letzte gewesen sein.

>> INFORMATION

  • Die Malerei hat die Wittenerin Margrit Behle-Rob an Sommerakademien bei verschiedenen Pro­fes­soren gelernt.
  • Ihre Bilder stellte sie u.a. im Kurhaus auf der Nord­seeinsel Norderney, im weitläufigen Foyer des Wittener Saalbaus und in der GLS-Bank Bo­chum aus. Sie präsen­tierte ihre Bilder den Wittenern aber auch schon mal in einem Restau­rant, einem Friseursalon oder in einer Eisdiele.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben