Politik

Europawahl 2019: Die Plakatwerbung in Witten hat begonnen

Erste Wahlplakate zur Europawahl 2019 hängen am 15.04.2019 in der Innenstadt, wie hier am Berliner Platz, und den Außenbezirken von Witten. Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Erste Wahlplakate zur Europawahl 2019 hängen am 15.04.2019 in der Innenstadt, wie hier am Berliner Platz, und den Außenbezirken von Witten. Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Foto: Jürgen Theobald

Witten.   Erste Plakate für die Europawahl sind in Witten zu sehen. Viele Parteien sagen Populismus den Kampf an. Und manch einer macht sich bewusst rar.

Drei Plakate, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: SPD, Grüne und Piraten sind mit großen Motiven vor dem Hauptbahnhof in den Wahlkampf für die Europawahl am 26. Mai gestartet. Während die Grünen voll auf ihre Spitzenkandidatin Ska Keller setzen, haben die Piraten ihre drei wichtigsten Forderungen („Freiheit. Würde. Teilhabe“) vom Wittener Streetart-Künstler Sigi Müller umsetzen lassen. Und die SPD? Sie lässt ein blondes Kind aufs weite Meer blicken, „Klimaschutz“ ist in Großbuchstaben zu lesen.

„Neben Frieden, sozialer Zusammenhalt und Demokratie eines unser wichtigsten Themen“, erläutert der Wittener SPD-Chef Ralf Kapschack am Telefon von der Budapester Straßenbahn aus. Dort beteiligt er sich an einer SPD-Delegation, um „die Lage in Ungarn zu erforschen und die Sozialdemokraten gegen Ministerpräsident Viktor Orbán zu unterstützen“. Mitten im Europawahlkampf also.

Ein gemeinsames Thema

Zurück zum Hauptbahnhof, wo man die CDU bislang noch vermisst. Die Christdemokraten lassen sich mit den Großaufstellern, die wie bei den meisten Parteien Hoheitsgebiet der Bundespartei sind, noch etwas Zeit. Tobias Grunwald, Sprecher der Wittener CDU, hätte jedenfalls schon mal ein Wunschmotiv – überraschenderweise eines, das kein Alleinstellungsmerkmal seiner Partei ist.

„Dass man dem vorherrschenden Populismus entgegentritt, halte ich für eine der wichtigsten Botschaften. Es ist eine Botschaft, die ich mir an jeder Stelle wünschen würde“, sagt der Wittener Ratsherr, der sich freut, dass das Kontra gegen Populisten auf vielen Plakaten behandelt wird. „Ich finde schön, dass es damit ein gemeinsames Thema gibt, das sich durch fast alle Parteien zieht. Das hat es so auch noch nicht gegeben.“

Linke hat Besuch aus Frankreich

Auch noch etwas rar macht sich die FDP im Stadtgebiet. Nicht aus Zufall. „Wir wollen diesmal weniger Plakate, mehr persönliche Präsenz“, sagt Stadtverbandschef Peter Heiner. Wo und wie genau – da sei man noch in der „Zeitfindung“. Vom anderen politischen Spektrum legt man <m Dienstag (16.04.) mit der Plakatierung los. Dabei könnte die Linkspartei eigentlich unter viele SPD-Plakate – Besteuerung von Google & Co., mehr sozialer Zusammenhalt in Europa und mehr saubere Energie – doch direkt einen Haken setzen. „Ich freue mich über richtige Forderungen, sehe aber Defizite im Handeln“, sagt Linken-Sprecherin Ursula Weiß.

Selbst richtig handeln sieht für Weiß so aus: Für Samstag, 20. April, haben die hiesigen Linken die kommunistische Partei PCF aus Frankreich eingeladen. Gemeinsam mit Gleichgesinnten aus der Partnerstadt Beauvais informieren die Linken dann ab 10.30 Uhr in der Stadtgalerie. Bis dahin hängen dann auch die Plakate.

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