Gericht

Es bleibt bei Bewährungsstrafe für 30-jährigen Wittener

Die Staatsanwältin zog im Prozess gegen einen Wittener den Berufungsantrag zurück.

Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Die Staatsanwältin zog im Prozess gegen einen Wittener den Berufungsantrag zurück. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Witten.   Mann war wegen des Besitztes von Drogen verurteilt worden. Einen Berufungsantrag zog die Staatsanwältin jetzt zurück.

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Weil er als Dealer angeklagt, aber nur wegen Besitz von Drogen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, ging die Staatsanwaltschaft in die Berufung. Am Dienstag drückte ein 30-jähriger Wittener daher die Anklagebank vor dem Landgericht Bochum. Der Mann war im Februar 2016 in einer Gaststätte mit acht Bubbles Marihuana in der Hosentasche erwischt worden. Das Amtsgericht verurteilte ihn deshalb wegen unerlaubtem Besitz von Drogen zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, während die Anklagebehörde neun Monate ohne Bewährung gefordert hatte.

Der Mann ist seit August 2017 drogenfrei, besucht regelmäßig die Krisenhilfe und studiert. Neue Straftaten ließ er sich seit Februar 2016 nicht zuschulden kommen. „Ein Handeltreiben mit Drogen sehe ich bei dem angeklagten Tatvorwurf nicht“, betonte Vorsitzende Richterin Christine Katzer. Der Mann habe die Wittener Drogenszene verlassen. Ein Aufenthalt im Gefängnis wäre der falsche Weg, denn damit kehre er ins kriminelle Milieu zurück, verliere seinen Studienplatz und gefährde seine Ehe.

„Sie wissen: Es ist fünf vor zwölf! Sie müssen jetzt ganz kleine Brötchen backen“, machte die Richterin dem Angeklagten klar. Das bedeute auch, er müsse entsprechend dem erstinstanzlichen Urteil noch 100 Sozialstunden ableisten – zusätzlich zu weiteren 100 Stunden aus einem anderen Verfahren. Der Mann steht unter zweifach laufender Bewährung. Führt er sich nicht straffrei, drohen ihm über zwei Jahre Haft. Die Staatsanwältin zog daraufhin im Prozess den Berufungsantrag zurück. Somit bleibt es bei der ursprünglichen Bewährungsstrafe.

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