Corona

EN-Kreis: Abstrichstelle testet täglich 150 Kontaktpersonen

Lisa Ibing, Mitarbeiterin des Corona-Testzentrums des Ennepe-Ruhr-Kreises, macht einen Abstrich. Sie trägt einen Ganzkörper-Overall zum Schutz.

Lisa Ibing, Mitarbeiterin des Corona-Testzentrums des Ennepe-Ruhr-Kreises, macht einen Abstrich. Sie trägt einen Ganzkörper-Overall zum Schutz.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Witten/EN-Kreis.  Das Corona-Testzentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises ist in feste Räume umgezogen. Getestet werden hier aber nur bestimmte Personen.

Rote Herzchen, ein Mensch mit Maske und ein böse dreinblickendes, grünes Virus – „Danke“ steht noch groß auf dem Bild, das Anika für die Helfer im Corona-Testzentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises gemalt hat. Anfang November ist die zentrale Abstrichstelle vom Parkdeck des Kreishauses in feste Räume umgezogen . Schräg gegenüber an der Lessingstraße in Schwelm werden nun täglich rund 150 Kontaktpersonen auf das Coronavirus getestet.

Wer im EN-Kreis vom Gesundheitsamt darüber informiert wird, dass er direkten Kontakt mit einer infizierten Person hatte, der kommt zum Test nach Schwelm. Die Menschen, die hier einen Abstrich machen lassen, haben alle einen Termin. Die, die zum ersten Mal da sind, sind oft sehr aufgeregt, weiß Justin Rohde. Der 20-Jährige arbeitet beim Arbeiter Samariter Bund (ASB) in Witten und hilft im Corona-Testzentrum mit.

Lüfter reinigen in regelmäßigen Abständen die Luft im Corona-Testzentrum

Auch wenn die Situation ernst ist, „wir versuchen, recht locker an die Sache heranzugehen“, sagt Justin Rohde. „Unsere Nervosität geht ja sonst auch auf die Patienten über.“ Wenn Kinder – oft mit Kuscheltieren zur Unterstützung – für einen Abstrich vorbeikommen, „dann unterhalten wir uns mit ihnen und nehmen ihnen die Angst“. Er selbst habe keine Angst, sich bei der Arbeit anzustecken, sagt Rohde. „Ich wusste, worauf ich mich einlasse. Und mit dem Vollschutz ist man gut geschützt.“

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Die Patienten können auf dem Parkdeck des Kreishauses gegenüber parken. Leuchtend grüne Pfeile zeigen den Weg zum unscheinbaren Eingang des Abstrichzentrums an. Dort weisen rote Linien auf dem Boden und Zettel an Säulen auf die Abstandspflicht hin. Im Innern werden die Kontaktpersonen von einem leisen Brummen zweier Lüfter begrüßt. Sie sorgen in regelmäßigen Abständen dafür, dass die Luft in den grauen Räumen gereinigt wird. Auch Desinfektionsmittel steht bereit.

Risiko für Patienten und Helfer möglichst gering halten

Die Räumlichkeiten selbst werden einmal am Tag grundgereinigt, sagt Daniel Koch vom Katastrophenschutz. Zwischendurch desinfiziere das Personal nach Bedarf, etwa wenn jemand ein Taschentuch irgendwo ablege oder etwas anfasse. Die Vorsichtsmaßnahmen dienten dem Schutz der zu testenden Personen, aber natürlich auch der Helfer. „Wir wollen das Risiko möglichst gering halten“, sagt Koch.

Im Fünf-Minuten-Takt kommen in sicherem Abstand die Patienten durch eine Tür hinein, gleichen mit den Helfern ihre Personalien ab, machen in einem der drei Diagnoseräume einen Abstrich und verlassen das Testzentrum wieder durch eine andere Tür. Fertig.

Testergebnis liegt nach rund 48 Stunden vor

Das Testergebnis liegt nach rund 48 Stunden vor. Solange müssen die Getesteten erst einmal in Quarantäne. Ein Infoblatt mit zwei QR-Codes erklärt, wie sie ihr Ergebnis auch selbst, zum Beispiel über die Corona-Warnapp , abrufen können. Doch vorher kommen sie an einer Sache nicht vorbei: Es muss ein Abstrich gemacht werden. Und das sei unangenehm, gibt Koch zu.

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Für den Abstrich wird ein Wattestäbchen tief in den Rachen und ein weiteres tief in die Nase eingeführt. „Beim Abstrich im Rachen kann ein Reiz ausgelöst werden, dann sinkt der Blutdruck“, erklärt Daniel Koch. Das passiere aber nur bei einem von tausend Fällen, sagt er. Doch auf diesen einen Fall ist das Testzentrum vorbereitet: In einem Sanitätsraum können Personen nach dem Abstrich medizinisch versorgt werden.

Zahl der Tests im Abstrichzentrum habe sich auf stabilem Niveau eingependelt

Die vier Helfer , die Abstriche machen, die Patientendaten aufnehmen und sich um die Materialien kümmern, erwarten die Kontaktpersonen hinter einer Schutzscheibe. Unter ihnen ist auch eine Frau mit Ganzkörperschutzanzug und Schutzbrille. Luftdicht eingepackt. Wird es nicht irgendwann ungemütlich in dem weißen Overall? Nö, sagt die Frau namens Lisa durch ihren Mundschutz. „Damit es ist schön warm.“

Für Daniel Koch ist wichtig, dass die Menschen sich gut aufgehoben fühlen, wenn sie ins Testzentrum kommen. Einige seien so nervös, dass ihre Hände zittern. Da sei die Empathie des Personals besonders gefragt. „Wir erklären dann ganz genau, was wir machen“, sagt der 44-Jährige.

Dass die Zahl der Tests im Abstrichzentrum in den vergangenen Wochen zugenommen habe, ist nicht sein Eindruck. Vielmehr hätte sie sich auf einem stabilen Niveau eingependelt. Zu Problemen, weil sich etwa jemand nicht an die Regeln halte, komme es auch nicht. „Unser Fazit ist, dass die Leute superfreundlich sind“, so Daniel Koch. „Die sind froh, dass sie hier in der Ungewissheit endlich ein Ergebnis kriegen.“

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