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EN-Bibliografie wurde bisher 2000-mal abgerufen

Eine Fleißarbeit: Wolf-Dieter Lepiorz mit seiner EN-Bibliografie. In den Händen hält er hier gerade einmal die Hälfte der 892 Seiten.

Foto: Thomas Nitsche

Eine Fleißarbeit: Wolf-Dieter Lepiorz mit seiner EN-Bibliografie. In den Händen hält er hier gerade einmal die Hälfte der 892 Seiten. Foto: Thomas Nitsche

witten.   Wolf-Dieter Lepiorz hat 2016 ein Verzeichnis mit 10 820 Werken über den Kreis veröffentlicht. Nun wurde es in eine große Datenbank aufgenommen.

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Wer über den Ennepe-Ruhr-Kreis und seine Städte forscht, der kommt am Werk von Wolf-Dieter Lepiorz nicht vorbei. Der Wittener hat voriges Jahr eine 892 Seiten lange und 10 820 Werke umfassende Bibliografie über den EN-Kreis veröffentlicht. Der Autor kann sich über ordentliche Resonanz freuen. Fast 2000-mal wurde sein Literaturverzeichnis bereits angeklickt.

„Ich freue mich darüber, dass die Bibliografie so häufig in Anspruch genommen wird. Das zeigt, dass sich die Arbeit gelohnt hat“, sagt Lepiorz. In mühseliger Kleinarbeit hat er über neun Jahre hinweg Monografien, Handbücher und Zeitschriftenaufsätze mit einem thematischen Schwerpunkt im Ennepe-Ruhr-Kreis aufgespürt und verzeichnet. „Ich habe jedes Buch in der Hand gehabt und selbst eingesehen“, sagt Lepiorz. Der Fernleihe-Service der TU Dortmund war ihm dabei eine große Hilfe.

Für das Ergebnis gab es Anerkennung von höchster Stelle. In einem Schreiben richtete sich Dr. Holger Flachmann, Dezernent für landesbibliothekarische Aufgaben und Fachreferent für Westfalen der Universitäts- und Landesbibliothek Münster, an Lepiorz: „Aus landeskundlicher Sicht spreche ich Ihnen meinen kollegialen Respekt aus, das für Ihren Kreis einschlägige bibliographische Material so umfangreich gerade auch retrospektiv zusammengetragen zu haben. Damit haben Sie einen bleibenden Beitrag auch zur Geschichte und Geschichtsschreibung der ehemaligen Grafschaft Mark geleistet.“

Viel Interesse an Industrie- und Bergbaugeschichte

Darüber hinaus wurde die EN-Bibliographie in die überregionale Datenbank DBIS der Universität Regensburg aufgenommen, die in vielen Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Recherche-Werkzeug verwendet wird. „Damit stößt jeder, der etwas über den Ennepe-Ruhr-Kreis sucht, auf meine Bibliografie“, sagt Lepiorz.

Das Werk des 75-Jährigen, das im Internet frei verfügbar ist, wurde bislang 1900-mal aufgerufen. Wo das thematische Interesse der Nutzer liegt, das kann nicht nachverfolgt werden. Lepiorz schätzt jedoch, dass insbesondere die Industrie- und Bergbaugeschichte der Region im Fokus des Interesses liegt. „Hier liegen die Wurzeln für die Industrialisierung im Ruhrgebiet. Darüber wird viel geforscht“, meint der Wittener, der zuvor bereits eine Bibliografie über seine Heimatstadt veröffentlicht hatte.

Der Arbeit des ehemaligen Bibliothekars liegt ausschließlich Idealismus zugrunde. Nicht einen Cent hat Lepiorz an seinem Werk verdient. „Alles, was ich dafür bekomme, ist Anerkennung.“ Und die genügt ihm. „Ich freue mich einfach darüber, dass ein Interesse an Regionalgeschichte da ist.“ Deshalb wird sein Nachschlagewerk auch zukünftig frei im Internet verfügbar sein. „Es ist ja der Zweck, Forschungsarbeiten zu erleichtern und zu intensivieren“, so Lepiorz.

Er selbst benötigt allerdings allmählich Hilfe. Denn bei den 10 820 aufgelisteten Büchern und Aufsätzen soll es nicht bleiben. Demnächst soll die Liste mit den neuesten Beiträgen zum EN-Kreis aktualisiert werden. Aber erst, wenn Lepiorz einen Nachfolger gefunden hat, der seine Arbeit fortsetzen möchte. Während der ersten Aktualisierung soll der eingearbeitet werden. Eine dreistellige Zahl an Büchern, vermutet Lepiorz, gelte es zu ergänzen. Zwei bis drei Monate dürfte das in Anspruch nehmen. Denn auch diesmal wird der Wittener wieder alle Bücher einer persönlichen Betrachtung unterziehen.

Lepiorz sucht dringend einen Nachfolger

Über verschiedene Kanäle hat Wolf-Dieter Lepiorz schon versucht, einen Nachfolger zu finden, der sich um den Fortbestand der EN-Bibliografie kümmert. Bislang vergeblich.

Wer Interesse am bibliografischen Arbeiten hat, der kann sich direkt an den ehemaligen Wittener Bibliothekar wenden. Seine E-Mail-Adresse lautet: wdlepiorz@t-online.de.

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