Ruhr-Gymnasium

Eltern wollen Schulleitung nicht mehr

Das Ruhrgymnasium in Witten , Synagogenstraße 1. Foto am 10.02.2012 : Walter Fischer / WAZ FotoPool

Das Ruhrgymnasium in Witten , Synagogenstraße 1. Foto am 10.02.2012 : Walter Fischer / WAZ FotoPool

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Witten. Bei einem extra einberufenen Elternabend wurde die Forderung nach einer Absetzung von Kirsten Schikorr als Leiterin des Ruhr-Gymnasiums laut. In den Klassen soll jetzt ein Meinungsbild der Eltern aller Stufen abgefragt werden.

Wie berichtet, herrscht an der Schule große Unruhe, seitdem bekannt wurde, dass sich vier Lehrer zum 1. Februar versetzen ließen und vier weitere ihren Wechsel beantragt haben. Im Zentrum der Kritik steht die krank gemeldete Direktorin Kirsten Schikorr, deren Führungsstil teilweise umstritten ist. Die Bezirksregierung hat mit Ulrich Janzen aus Soest überraschend einen kommissarischen Schulleiter eingesetzt.

Anlass für das inoffizielle Treffen am Donnerstagabend, zu dem die Schulpflegschaftsvorsitzenden Ulrike Grote und ihre Stellvertreterin Sabine Dominik eingeladen hatten, war ein rund dreistündiges Gespräch mit Schulleiterin Kirsten Schikorr im Vorfeld. Dabei wollten die Elternvertreter Informationen über die Unruhe an der Schule erhalten. Trotz des langen Gesprächs sei dies nicht so ergiebig gewesen, wie man es sich gewünscht hätte, hieß es jetzt.

Auch ein weiteres Gespräch mit einem Vertreter der Bezirksregierung am Dienstag habe nicht genug Informationen geliefert. An diesem Tag wurde der kommissarische Leiter eingesetzt, nachdem sich sowohl Schikorr als auch ihr Stellvertreter zeitgleich für mindestens zwei Wochen krankschreiben ließen. „Diese neuen Entwicklungen haben uns auch etwas überrollt“, so ein Vater bei dem Treffen.

Immer wieder kritisierten Eltern die schlechte Informationspolitik seitens der Schulleitung und der Bezirksregierung. Informationen über Unterrichtsausfall, Lehrerfortgänge und -neuzugänge würden „beschönt“ oder „verschleiert“. Ein Gerücht, das Ruhr-Gymnasium werde in näherer Zukunft geschlossen, verunsicherte viele. Drei Ratsmitglieder, die an diesem Abend als Eltern an dem Treffen teilnahmen, dementierten.

Nach einer intensiven Diskussion zeichnete sich ein deutliches Meinungsbild ab: Wiederholt wurden Stimmen laut, die im Fall einer Rückkehr Schikorrs weitere Maßnahmen für ihre Absetzung forderten. Für die Direktorin ergriff niemand Partei.

Ein langjähriger Elternbeisitzer der Schulkonferenz sagte, dass Kirsten Schikorr nach ihrem Amtsantritt 2008 - der gegen die Stimmen der Schulkonferenz erfolgte - Akteneinsicht genommen habe. Da hätten die Lehrer schlechte Karten gehabt, die als Rädelsführer gegolten hätten. Die Eltern gehen davon aus, dass das Kollegium inzwischen gespalten ist. Deshalb wollen Elternvertreter mit juristischem Sachverstand nun auf „gestörten Schulfrieden“ plädieren. Dafür sollen Informationen zusammengetragen werden, die als Indiz für ein Fehlverhalten der Schulleitung geltend gemacht werden könnten.

Bei einer Schulpflegschaftssitzung in 14 _Tagen will die Elternvertretung offiziell das weitere Vorgehen abstimmen. Am Montag beginnen die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen. Vize-Schulpflegschaftsvorsitzende Sabine Dominik hofft, dass sich viele trotz der Vorgänge für das „Ruhr“ entscheiden. „Wir haben gute Lehrer, tolle Kinder und engagierte Eltern.“

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