Ferienbeginn

Eiswagen in Witten macht auch schlechte Noten vergessen

Groß war der Andrang vor dem Wagen von Giovanni Vizzini. Lehrer und Schüler der Breddeschule gönnten sich zum Ferienstart ein Eis.

Foto: Thomas Nitsche

Groß war der Andrang vor dem Wagen von Giovanni Vizzini. Lehrer und Schüler der Breddeschule gönnten sich zum Ferienstart ein Eis. Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Zwei Kugeln Eis von Giovanni Vizzini versüßen Wittens Grundschülern den Ferienstart. Die Sorte Regenbogen ist unter den Kindern der Favorit.

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Die Schlange vor dem Eiswagen ist lang. Ute Wachkamp, Leiterin der Breddeschule, ist überrascht, wie friedlich ihre Schüler sind. „Normalerweise stehen die nirgends so ruhig an.“ Für zwei leckere Kugeln im Hörnchen halten aber selbst die Kleinsten an diesem Freitagmorgen für ein paar Minuten die Füße still.

Untern den Kindern ist Giovanni Vizzini bekannt wie ein Rockstar. Mit seinem weißen Bulli macht er Kinder froh. Der letzte Schultag vor den Sommerferien ist für den 48-Jährigen traditionell ein wahrer Marathon. Fünf Grundschulen steuerte er allein am Freitag an. Zwischendurch freuten sich einige Kindergärten über seinen Besuch. „Das ist anstrengend. Aber ich muss das schaffen, weil ich alle Kinder glücklich machen möchte“, sagt der Eismann von der Pferdebachstraße.

An der Breddeschule ist ihm das geglückt. Auf die Frage, wie denn sein Zeugnis ausgefallen ist, zeigt ein Drittklässler mit dem Daumen zur Seite. Mittelmäßig soll das heißen. Und das Eis? Daumen hoch! Giovanni Vizzini macht schlechte Noten vergessen. Auch deshalb ist er so beliebt. „Der ist ein richtig guter Eisverkäufer. Sein Eis schmeckt super“, schwärmt Long aus der 3a. Sein Klassenkamerad Finn weiß ebenfalls um die Qualitäten Vizzinis: „Ich bin Stammkunde in seinem Laden.“ Rund 20 Mitschüler sind noch vor den beiden an der Reihe. Long und Finn warten geduldig, bis sie drankommen.

Zauber der bunten Kugel

Keine zwei Meinungen gibt es darüber, welche Eissorte der absolute Verkaufsschlager ist: Regenbogen. Der Zauber der bunten Kugel muss wohl vom Aussehen ausgehen. Denn ansonsten erscheint die Mischung aus den Sorten Kaugummi, Waldmeister, Schlumpf und Cola doch sehr gewagt – zumindest aus Erwachsenensicht. „Die Kinder lieben es“, sagt Giovanni Vizzini, der noch mehr ausgefallenes Eis im Angebot hat. „Balla Balla“ etwa. Oder „Pokémon“. Nur ein kleines Mädchen ist etwas enttäuscht. Sie wollte gerne Haselnuss. „Das habe ich leider nicht“, sagt der Italiener.

Das Eisessen ist für die Breddeschüler der perfekte Start in die Sommerferien. Einige Kinder sind allerdings etwas traurig. So endet für die Viertklässler Irem und Irem nun die Grundschulzeit. „Wir waren sehr gerne hier, freuen uns jetzt aber auch schon auf die neue Schule“, sagen die beiden Schülerinnen mit dem gleichen Vornamen. Nach den Sommerferien gehen sie auf die Otto-Schott-Realschule beziehungsweise auf die Holzkampschule. Beim Tag der offenen Tür haben sie ihre neuen Schulen schon kennengelernt. Ihr Eindruck: Alles ist etwas größer. Angst haben die beiden aber nicht.

Ihrer Lehrerin fällt der Abschied ebenfalls nicht leicht. Am Morgen sind schon einige Tränen geflossen. „Sogar bei den ganz harten Jungs, von denen ich das gar nicht erwartet hatte“, sagt „Frau Caltili“, wie sie ihre Schüler nennen. Jetzt, mit zwei Kugeln Eis in der Hand, sind die Tränen jedoch längst getrocknet. Auch das schafft Giovanni Vizzini. Als könne er zaubern.

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